Das Vorhersagen der Schalke-Aufstellung gerät in dieser Saison zum Lotteriespiel. In einer Hinsicht kann man sich (fast) sicher sein: Die Elf vom letzten Spieltag spielt eher nicht.

Gelsenkirchen

, 20.11.2018 / Lesedauer: 3 min

Kritik bleibt Kritik – wenn sie auch noch so leise geäußert wird. „Klar will jeder spielen, aber um richtig reinzukommen, muss man natürlich mehr spielen. Ich hoffe, dass ich in Zukunft mehr spielen werde“, hatte Sebastian Rudy nach dem Länderspiel gegen Russland gesagt. Das war zwar sehr höflich formuliert, ging aber trotzdem in Richtung Domenico Tedesco: Schalkes Trainer, so Rudys unausgesprochene Aufforderung, sollte ihn öfter in die Startelf berufen.

Mit diesem Wunsch ist Rudy vermutlich im Schalke-Kader nicht allein. Viele Spieler, die in der vergangenen Saison ein „Abo“ auf einen Platz in der ersten Elf hatten, finden sich immer häufiger auf der Bank wieder. Tedesco hat in diesem Jahr die große Rotationsmaschine angeworfen, und auch nach dem elften Spieltag ist sie noch nicht zum Stillstand gekommen.

Drei Spieler mehr im Kader als in der vergangenen Saison

Doch wie viel rotiert Schalkes Trainer genau? Und was sind die Gründe? Da lohnt sich ein Blick auf ein paar Zahlen – genauer gesagt ein Vergleich mit der Spielerstatistik am 11. Spieltag der Saison 2017/18.

In der vergangenen Saison war die Auswahl an verfügbaren Spielern (Verletzungen einmal ausgenommen) kleiner als in diesem Jahr. 23 Spieler standen im Kader, heute sind es 26. Nach dem 11. Spieltag der vergangenen Spielzeit hatte Tedesco 19 davon eingesetzt. In dieser Saison kommen bereits 23 Spieler auf Einsatzzeiten, lediglich der dritte Torwart Michael Langer sowie der zuletzt Langzeitverletzte Bastian Oczipka und „Edelreservist“ Sascha Riether haben noch keine Minute gespielt.

Diese Spieler kommen auf die volle Minutenzahl

Nach dem 11. Spieltag der vergangenen Saison gab es sechs Spieler, die in jedem Spiel zum Einsatz gekommen waren, drei davon (Ralf Fährmann, Naldo und Thilo Kehrer) hatten keine einzige Minute verpasst. In diesem Jahr kommen fünf Spieler auf elf Einsätze, auf die volle Zahl von bislang 990 Minuten kommen Salif Sané und Daniel Caligiuri.

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Bislang unterscheiden sich die Zahlen noch nicht grundlegend voneinander – man darf auch nicht vergessen, dass Schalke in dieser Saison mehr als noch zuletzt mit Verletzungspech zu kämpfen hat. Wichtige Spieler wie Bastian Oczipka, Benjamin Stambouli oder Omar Mascarell fielen schon vor dem ersten Spiel aus, und die Misere setzt sich fort: Aktuell sind mit Mark Uth, Breel Embolo und Cedric Teuchert gleich drei Offensivleute definitiv nicht einsetzbar.

Dennoch: Interessant wird es, wenn man sich anschaut, wie viele Spieler Tedesco von Spiel zu Spiel austauscht. In der vergangenen Spielzeit nahm der Trainer an den erste elf Spieltagen in der Regel nur wenige Änderungen vor: Lediglich einmal standen drei neue Namen in der Startelf, ansonsten beschränkte sich Tedesco auf maximal ein oder zwei Änderungen.

Auf Schalke steht Tedescos Rotationsmaschine auch weiterhin nicht still

Bankdrücker - nicht nur auf Schalke: Auch in der Nationalmannschaft ist Sebastian Rudy meist nur Reservist. © dpa

Ganz anders das Bild in dieser Spielzeit. Noch nie stand an zwei aufeinanderfolgenden Spieltagen die gleiche Elf auf dem Rasen, lediglich einmal, am sechsten Spieltag, wurde „nur“ drei Mal getauscht. Gleich zweimal änderte Tedesco die Mannschaft auf sechs Positionen.

Sebastian Rudy konnte von den vielen Wechseln allerdings tatsächlich nicht profitieren. Er kommt in der Bundesliga auf bislang 249 Spielminuten – und liegt damit in der Rangliste der Schalker Spieler auf Platz 18.