Auch Freiburg zerlegt Schalke - trostloses Ende der trostlosen Saison

Schalke 04

Schalke schafft nicht mal mehr einen versöhnlichen Saison-Abschluss und verliert mit 0:4 im Schwarzwald-Stadion. Seit 16 Bundesliga-Spielen sieglos. Erste Konsequenzen sickern durch.

Gelsenkirchen/Freiburg

von Norbert Neubaum

, 27.06.2020, 18:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Trost vom gegnerischen Trainer: Freiburgs Coach Christian Streich verabschiedet Bastian Oczipka nach der Schalker 0:4-Niederlage in die Sommerpause.

Trost vom gegnerischen Trainer: Freiburgs Coach Christian Streich verabschiedet Bastian Oczipka nach der Schalker 0:4-Niederlage in die Sommerpause. © dpa

Der SC Freiburg nahm Abschied vom Schwarzwald-Stadion und zieht bald in eine neue Arena um. Der FC Schalke 04 indes nahm Abschied von einer insgesamt trostlosen Saison, die genauso trostlos endete: Die Mannschaft von David Wagner verlor mit 0:4 (0:2) und beendete die so gut begonnene Spielzeit mit 16 (!) Bundesliga-Spielen in Serie ohne Sieg und auf dem zwölften Tabellenplatz. Am Ende der Hinrunde war Schalke noch Fünfter.

„Eurofighter“ bei Fan-Demo

Dabei hatten die Königsblauen auch in Freiburg ganz passabel begonnen. Während in Gelsenkirchen an der Veltins-Arena ca. 1.000 S04-Fans, darunter auch „Eurofighter“ Yves Eigenrauch, gegen die Vereinspolitik der Schalker Chefetage demonstrierten, bemühten sich die Profis, ein paar hundert Kilometer weiter südlich zumindest einen ordentlichen Saisonabschluss hinzulegen.

Schalke präsentierte sich galliger, giftiger als zuletzt beim Heim-1:4 gegen Wolfsburg, attackierte Freiburg früh und hatte auch tatsächlich die ersten guten Chancen. Vor allem der junge Can Bozdogan gefiel in dieser Phase, auch Rabbi Matondo machte den Freiburgern Schwierigkeiten. Einen feinen Schuss von Bozdogan parierte Freiburgs Torhüter Flekken in der 13. Minute, ein Kopfball von Weston McKennie ging knapp neben das Tor.

Einbruch nach passablem Start

Aber knapp vorbei ist halt auch daneben - und so nahm das Spiel eine für Schalke nicht ganz ungewöhnliche Wende. Bei einer feinen Freiburger Kombination ging für die Defensiv-Abteilung der Gäste alles viel, viel zu schnell, so dass Luca Waldschmidt diesen wirklich schönen Spielzug zum 1:0 vollenden konnte (20.). Schalke ließ trotzdem noch nicht die Köpfe hängen, hielt weiter dagegen - bis zum 0:2, als Freiburgs Jonathan Schmid nach einem Freistoß traf. Sieben Minuten vor dem Halbzeitpfiff war das schon so etwas wie eine Vorentscheidung.

Tatsächlich war der Drops dann in der 46. Minute gelutscht, als Lucas Höler es beim 3:0 für Freiburg viel zu leicht gemacht wurde. Als Waldschmidt in der 57. Minute sogar zum 4:0 traf, roch es sogar nach einer kompletten Demontage der Königsblauen, die auch danach noch einige Schrecksekunden zu überstehen hatten. Aber Freiburg machte es dann gnädig, das Spiel plätscherte nur noch so dahin - zum Glück für völlig desillusionierte Schalker.

Schwolow neuer Torhüter?

Laut Sportvorstand Jochen Schneider wird diese in der Rückrunde so fürchterliche Saison Konsequenzen haben - auch personelle. Erste mögliche Maßnahmen sickerten bereits durch. Laut „Sky“ trennt sich Schalke von den Athletik- und Konditionstrainern Bob Schoos und Klaus Luisser, dafür soll mit „Schleifer“ Werner Leuthard ein alter Bekannter zurückkehren, der schon unter Felix Magath auf Schalke gearbeitet hat. Und als neuer Torhüter wird der Freiburger Alexander Schwolow gehandelt, der gestern pausieren durfte. Er soll acht Millionen Euro kosten - und Hertha BSC Berlin bietet mit Investoren-Unterstützung angeblich mit.

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