Alexander Schwolow hat im Schalker Tor starke Vorgänger

Schalke 04

Die Torhüterposition bereitete Schalke 04 in den vergangenen Jahrzehnten wenig Kopfzerbrechen. Sollte Alexander Schwolow wie erwartet zu Schalke wechselt, begleiten ihn hohe Erwartungen.

Gelsenkirchen

, 18.07.2020, 07:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Will noch einmal angreifen: Torwart Ralf Fährmann.

Will noch einmal angreifen: Torwart Ralf Fährmann. © dpa

Anfang nächster Woche wird erwartet, dass Torhüter Alexander Schwolow vom SC Freiburg beim FC Schalke 04 einen längerfristigen Vertrag unterschreibt. Der 28-Jährige soll dafür sorgen, dass die Königsblauen auf dieser Position zurück zu alter Stärke finden. Denn abgesehen von kurzen Episoden waren die Königsblauen im Tor in den vergangenen zwei Jahrzehnten eigentlich immer herausragend besetzt. Einige Beispiele.

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Oliver Reck wurde 1998 bei seinem Wechsel zu den Königsblauen zwar zunächst nicht gerade mit offenen Armen empfangen, weil er wegen einiger Torwartfehler vom Boulevard als „Pannen-Olli“ verspottet wurde, doch der gebürtige Frankfurter zeigte es allen Kritikern und war bis 2002 Stammtorhüter auf Schalke. Dass die Blau-Weißen 2001 und 2002 den DFB-Pokal gewannen, daran hatte auch Reck einen großen Anteil.

Rost zeigte starke Leistungen

Auch sein Nachfolger wusste auf Schalke zu überzeugen. Frank Rost war zwar charakterlich kein pflegeleichter Typ, aber an seiner Stellung im Schalker Tor gab es jahrelang nichts zu rütteln. Fast fünf Jahre war Rost die Nummer eins und feierte mit den Königsblauen einige herausragende Erfolge. Er wurde im Jahr 2005 mit Schalke Vize-Meister und stand im DFB-Pokal-Endspiel, das gegen den FC Bayern München verloren wurde. Zudem stand Rost 2002 im Ligapokalfinale, konnte dieses aber erst im Jahr 2005 gewinnen. In der Saison 2005/06 erreichte er mit den Schalkern das Halbfinale des UEFA-Cups, unterlag jedoch dem FC Sevilla.

Noch mehr Spuren in der Schalker Vereinsgeschichte hinterließ der Nachfolger von Rost, den der damalige Schalker-Trainer Mirko Slomka in der Hinrunde der Saison 2006/2007 für viele völlig überraschend ins Tor stellte: Manuel Neuer. Der gebürtige Gelsenkirchener war bis zu seinem Wechsel zum FC Bayern im Jahre 2011 sozusagen das Gesicht des FC Schalke 04 und entwickelte sich zum Weltklasse-Torhüter, der zahlreiche nationale und internationale Titel gewann. Der WM-Titel 2014 und der Gewinn des „Goldenen Handschuhs“ als bester Torhüter des Turniers war ohne Zweifel ein Höhepunkt in Neuers Karriere.

Probleme nach Ära Neuer

Nach der Ära Neuer auf Schalke gab es kurzzeitig Probleme auf dieser Position, weil sein Nachfolger Ralf Fährmann wegen zweier Kreuzbandrisse länger ausfiel. Weder seine Nachfolger Lars Unnerstall und Timo Hildebrand noch später Fabian Giefer konnten dauerhaft überzeugen, sodass Schalke froh war, als Fährmann seine Verletzungen überwunden und wieder ins Tor zurückkehrte. Nachdem er in der Rückrunde der Saison 2018/2019 seinen Stammplatz an Alexander Nübel verlor, ließ sich Fährmann zweimal ausleihen und kehrte nun wieder zu seinem Lieblingsklub zurück.

Der gebürtige Chemnitzer wird sich nun überlegen, ob er den Konkurrenzkampf mit Alexander Schwolow aufnehmen will. Die Torhüter-Hierarchie dürfte jedoch erst einmal festgezurrt sein, sonst hätte sich Schwolow kaum zu einem Wechsel nach Gelsenkirchen entschieden. Schalkes Ziel für die nächste Saison ist klar: Das Schalker Tor soll keine Baustelle mehr sein.

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Die Torhüterposition bereitete Schalke 04 in den vergangenen Jahrzehnten wenig Kopfzerbrechen. Sollte Alexander Schwolow wie erwartet zu Schalke wechselt, begleiten ihn hohe Erwartungen. Von Norbert Neubaum