Ist auch ohne „Vollstrecker“ zuversichtlich, dass Leipzig zu packen ist: Schalkes Trainer Christian Gross. Für Klaas-Jan Huntelaar (links daneben) wird es wohl höchstens zu einem Bank-Platz reichen. © dpa
Schalke 04

„Wir brauchen Zählbares“: Was Schalke von Mainz 05 übernehmen möchte

Ausgerechnet gegen den Tabellenzweiten Leipzig muss Schalke im Liga-Keller Boden gutmachen. Ein Konkurrent hat gezeigt, wie das funktionieren kann. Huntelaars Einsatz erneut fraglich.

Genug geredet über die sehr ordentliche Schalker Vorstellung in Wolfsburg und über das unglückliche Pokal-Aus, genug geschrieben über mögliche Auswirkungen auf den ja ohnehin schon schwierigen bis scheinbar aussichtslosen Kampf um den Klassenerhalt. Trainer Christian Gross weiß, worauf es am Samstag in der Veltins-Arena (15.30 Uhr/Sky) ankommt: „Wir brauchen Zählbares!“

Zuletzt 0:4 und 0:5 gegen RB

Wohl wahr – will Schalke nach mehreren vergeblichen Anläufen nun aber wirklich und definitiv zur Attacke aufs königsblaue Wunder blasen, müssen auch beliebte Rubriken wie „schwieriger“ oder „machbarer“ Gegner der Jagd nach Punkten zum Opfer fallen.

Dass RB Leipzig definitiv in die erste Kategorie gehört, steht außer Frage: Die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann ist Tabellenzweiter, hat einen ordentlichen Lauf und in den beiden vergangenen Spielen gegen Schalke neun Tore erzielt und keines kassiert. 0:5 verlor Schalke (noch vor Publikum) das Heimspiel in der vergangenen Saison, in der Hinrunde dieser Spielzeit gab es in Leipzig eine 0:4-Niederlage, die dem debütierenden Trainer Manuel Baum vor Augen geführt hat, auf welch glattes Parkett er sich bei seiner nach zehn Bundesliga-Spielen abgebrochenen Rettungs-Mission eingelassen hatte.

Standards als Chance

Jetzt also wieder Leipzig. Wieder ein „Großer“, und gegen die waren die Königsblauen in dieser Saison weitestgehend chancenlos. Aber der Wind hat sich ein bisschen gedreht: Schon beim 0:4 gegen die Bayern spielte Schalke ungewohnt mutig nach vorn, und den VfL Wolfsburg brachten Harit und Co. im Pokal-Achtelfinale in Schwierigkeiten, die die „Wölfe“ nach ihrem souveränen Bundesliga-Sieg auf Schalke in dieser Form wohl nicht erwartet hatten.

Dass auch Leipzig verwundbar ist, machte Schalke ausgerechnet ein Keller-Konkurrent vor: Mainz 05 gewann am 23. Januar mit 3:2 gegen den großen Favoriten Leipzig – trotz zweimaligen Rückstandes! Mainz macht Schalke also Mut, und natürlich hat sich Christian Gross über den Verlauf dieses Spiels informiert: „Es ist immer schwer, Spiele miteinander zu vergleichen. Aber Mainz hat zwei Tore nach Standardsituationen gemacht. Das ist auch für uns ein Ansatz.“

Hoffen auf den „Vollstrecker“

Prinzipiell eine gute Idee, wäre da nicht die bislang eher maue Schalker Ausbeute bei eigenen Standardsituationen. Und gerade hier könnte ein mit allen Wassern gewaschener Stürmer wie Klaas-Jan Huntelaar große Dienste leisten. Aber das Schalke-Comeback des „Vollstreckers“, wie ihn Christian Gross nennt, verläuft weiterhin recht zäh. Im Pokalspiel in Wolfsburg wurde er noch geschont, um für das Leipzig-Spiel eine Option für die Startelf zu sein.

Was Gross am Freitag über den 37-jährigen Huntelaar sagte, klang nicht unbedingt nach einem Einsatz von Beginn an: „Seine Wadenprobleme sind recht diffizil. Ich hoffe, dass er es wenigstens auf die Bank schafft.“ Ob die Quarantäne von Last-Minute-Zugang Shkodran Mustafi rechtzeitig vor dem Spiel aufgehoben und er dann auch zum Kader gehören wird, ist noch fraglich. Suat Serdar und Benito Raman, die zuletzt erkrankt fehlten, sind wieder einsatzfähig.

Leipzig ohne Forsberg

Am Gegner, dem mit Emil Forsberg (Knieprobleme) einer seiner Offensiv-Stars fehlen wird, schätzt Gross vor allem, „dass bei Leipzig jeder Spieler gerne Tore schießt“. Die Lust darauf hätten die S04-Kicker wohl auch, es fehlt aber noch an Taten. Von 32 eingesetzten Spielern (Liga-Spitze) haben nur acht bislang ins Schwarze getroffen, Matthew Hoppe allein fünf Mal. 15 Tore sind es insgesamt, dabei sollte es heute nicht bleiben. Zählbares muss her. Auch gegen Leipzig. Mainz hat gezeigt, wie es geht.

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