Peter Knäbel werden gute Chancen eingeräumt, beim FC Schalke 04 Sportvorstand zu werden. © dpa
Schalke 04

Wer die beiden Favoriten für den Schalker Sportvorstand sind

Wer wird Schalkes neuer Sportvorstand? Noch in dieser Woche könnte die Entscheidung in dieser wichtigen Personalfrage fallen. Es soll zwei Favoriten geben.

Ein Termin jagte gestern den nächsten bei den Schalker Entscheidungsträgern. Denn nachdem Vorstand und Aufsichtsrat durch die Absage von Ralf Rangnick überrascht wurden, soll nun so schnell wie möglich ein neuer Sportvorstand berufen werden. Nach Informationen dieser Zeitung gibt es zwei Favoriten: Peter Knäbel und Rouven Schröder.

Für Peter Knäbel würde sprechen, dass er nun bereits seit fast drei Jahren als Technischer Direktor Entwicklung für die Königsblauen gearbeitet hat und sich vor allem exzellent im Nachwuchsbereich auskennt. Aufgrund der angespannten Schalker Finanzlage soll der Knappenschmiede zukünftig noch mehr Bedeutung zuwachsen.

Gut vernetzt

Aber auch im internationalen Fußball ist Knäbel gut vernetzt. Seit der Saison 2017/2018 ist der gebürtige Wittener Fußballexperte beim Schweizer Fernsehen und bei Analysen der Spiele der Champions League. Im Profi-Bereich arbeitete er für den Hamburger SV und VfB Stuttgart.

Auf das Machtvakuum und die ungeklärte Personalfrage „können wir jetzt keine Rücksicht nehmen. Wir müssen uns trauen, Entscheidungen zu treffen, die mittel- und langfristig und personenunabhängig für Schalke 04 richtig sind,“ betonte Knäbel zuletzt im Kicker. Der 54-Jährige macht keinen Hehl daraus, dass er sich jetzt schnell Klarheit wünscht, was die Zuständigkeiten und Strukturen im Verein betrifft.

Hohes Transferplus

Rouven Schröder soll schon vor Monaten von Jochen Schneider als sein Nachfolger ins Gespräch gebracht worden sein. Der 45-Jährige war bis Dezember 2020 Sportvorstand bei Mainz 05. Nach dreieinhalb durchaus erfolgreichen Jahren trennten sich die Wege, Schröder wäre also theoretisch zu haben. Er hat sich bei Mainz vor allem dadurch einen Namen gemacht, dass er Spieler günstig holte und hohe Transfereinnahmen für sie generierte. Zweimal erwirtschaftete Schröder ein Transferplus von über 20 Millionen Euro für die Rheinhessen.

Neben Knäbel und Schröder hält sich auch noch hartnäckig der Name von Oliver Ruhnert als möglicher neuer Schalke-Sportvorstand. Doch dies erscheint eher unwahrscheinlich, weil Ruhnert erst vor kurzem seinen Vertrag bei Union Berlin verlängert hat.

Ein großer Nachteil

Alle genannten Kandidaten haben jedoch den gravierenden Nachteil, nach der Rangnick-Absage in der öffentlichen Wahrnehmung nur als „zweite Wahl“ für den Posten des Sportvorstandes zu gelten. Das macht die Aufgabe für den Aufsichtsrat gewiss nicht einfacher, dem ohnehin der Wind ins Gesicht weht.

Die Gruppe der Rangnick-Befürworter stellt ihre Aktivitäten jetzt keineswegs ein, wie Dr. Uli Paetzel im Gespräch mit dieser Zeitung versicherte: „Wir geben nicht auf und bieten weiter unsere Hilfe an, damit Schalke die schwierigen Zukunftsaufgaben besser meistern kann“, so der 49-Jährige.

Versammlung ab 9.04 Uhr

Spätestens im Rahmen der Mitgliederversammlung am 13. Juni, die übrigens schon um 9.04 Uhr beginnen wird, wird man von der Gruppe wieder hören, weil einige ihrer Mitglieder für den Aufsichtsrat kandidieren werden. Da fünf Mitglieder neu gewählt werden müssen, können sich in dem Kontrollgremium theoretisch völlig neue Macht- und Mehrheitsverhältnisse entwickeln.

Wie sauer viele Fans auf den aktuellen Aufsichtsrat sind, wird auch daran deutlich, dass es eine neue Petition gibt, die für eine außerordentliche Mitgliederversammlung wirbt, wo der Aufsichtsrat abgewählt werden soll. Da die nächste ordentliche Mitgliederversammlung aber für den 13. Juni terminiert ist, dürfte dieser Plan schon aus organisatorischen Gründen keinen Erfolg haben, auch wenn der notwendige zehnprozentige Stimmenanteil – Schalke hat rund 160.000 Mitglieder – zusammenkommen würde.

Über den Autor
freier Mitarbeiter

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.