Jetzt kämpft und spielt er wieder für den FC Schalke 04: Sead Kolasinac (l.) in seinem Element. © dpa
Schalke 04

Was sich Sead Kolasinac für seine Schalke-Rückkehr vorgenommen hat

Mit der Ausleihe von Sead Kolasinac verbindet der FC Schalke 04 große Hoffnungen. Der Rückkehrer will sofort Verantwortung übernehmen.

Allerdings wies der gebürtige Karlsruher mit bosnischen Wurzeln bei seiner Vorstellung am Dienstag eindringlich darauf hin, dass er für Schalke kein sportlicher Heilsbringer sei. „Wir müssen im Kollektiv funktionieren“, betonte der 27-Jährige.

Das bedeutet für ihn: Er kann und will sofort Verantwortung auf dem Platz übernehmen, aber allein werde er es nicht schaffen, mit Schalke die Abstiegszone zu verlassen. „Wir dürfen in dieser schwierigen Phase keine Angst haben. Das muss jeder begreifen. Eine positive Nervosität, das ist vor den Spielen in Ordnung“, so Kolasinac.

Elgert als Ratgeber

Bereits im vergangenen Sommer gab es die ersten ernsthaften Bemühungen der Königsblauen, den früheren Publikumsliebling von Arsenal London auszuleihen. „Damals hat es nicht gepasst“, sagte „Seo“, ohne nähere Details zu nennen.

Das es im zweiten Anlauf klappte, hatte nicht nur mit dem intensiven Werben von Sportvorstand Jochen Schneider um den Defensivspezialisten zu tun, sondern lag auch an Norbert Elgert. Die A-Jugend-Trainerlegende der Königsblauen pflegt seit jeher den Kontakt zu Spielern, die durch seine Schule gingen.

„Er meldet sich vor allem dann auch, wenn es einem schlecht geht“, imponiert Kolasinac diese menschliche Komponente von Elgert ganz besonders. Dieser habe ihn in vielen Gesprächen vor allem mental auf seine Rückkehr zu seinem Herzensclub eingestellt.

Familiäres Verhältnis zu Schalke

Sein „familiäres“ Verhältnis zu Schalke sei ebenfalls ein Grund für seinen Wechsel gewesen. „Ich wurde hier ausgebildet und habe den Sprung in die Profimannschaft geschafft. Das habe ich alles diesem Verein zu verdanken. So etwas vergesse ich nicht. Dieser Verein ist mir ans Herz gewachsen,“ sagte der Verteidiger.

Kolasinac erwartet, dass sich die Schalker Spieler bereits im Training gegenseitig pushen. „Die Mannschaft hat Qualität, aber wir müssen jetzt kleine Brötchen backen, die Negativserie vergessen und nur noch den Blick nach vorn richten“, betonte der Schalker Rückkehrer, dessen Ausleihe wenigstens für ein bisschen Euphorie beim Tabellenschlusslicht gesorgt hat.

Büskens ist begeistert

Vor allem beim früheren Eurofighter Mike Büskens, der auf Instagram schrieb: „Endlich sehe ich den personifizierten Wahnsinn wieder im richtigen Trikot. In den letzten Wochen waren alle davon beseelt, Seo zurück an die Emscher zu holen. Dieser Typ ist einfach der Wahnsinn. Er wollte, trotz der schwierigen Lage und zahlreicher anderer Möglichkeiten, unbedingt zurück und mit anpacken.“

Am Samstag gegen 1899 Hoffenheim soll Kolasinac mit dazu beitragen, dass die Einstellung des Bundesligarekords von Tasmania Berlin – 31 Partien in Folge ohne Sieg – noch auf den letzten Drücker verhindert werden kann.

Allerdings darf man nicht vergessen, dass Schalkes Neuzugang nur über wenig Spielpraxis verfügt. Der 27-Jährige kam bei den „Gunners“ in dieser Saison nur auf eine Einsatzzeit von 727 Minuten. In der Premier League durfte er nur einmal ran. Diese dürftige Einsatzbilanz hatte aber wohl auch damit zu tun, dass Kolasinac erst Corona und dann eine leichte Verletzung zu Zwangspausen verurteilten.

Özil kehrt nicht zurück

Seine Verpflichtung soll beim Schlusslicht aber längst nicht die letzte gewesen sein. Dringend gesucht werden weiterhin ein rechter Außenverteidiger und ein Stürmer. In der Defensive gelten Julian Korb (vereinslos) und Mitchell Weisser (Leverkusen) als Kandidaten.

Für Mesut Özil ist eine Rückkehr zum FC Schalke 04 kein Thema. Mit seinem Freund hat Kolasinac natürlich auch über Schalke gesprochen, aber der bei Arsenal aussortierte Rio-Weltmeister wird ihm nicht nach Gelsenkirchen folgen. „Darüber haben wir nicht gequatscht“, versicherte Kolasinac.

Was die personelle Situation im Schalker Kader betrifft, so trainierten Salif Sané, Omar Mascarell und Benito Raman am Dienstagnachmittag individuell. Nassim Boujellab fehlt wegen seiner Kieferverletzung weiterhin. Bei Steven Skrzybski (Bandverletzung) gibt es weitere Untersuchungen, so dass er auch noch pausieren muss.

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