Der große Schalker Hoffnungsträger im Angriff: Simon Terodde. © Tim Rehbein
Schalke 04

Warum sich Schalke 04 für den Zweitliga-Start gut gerüstet fühlt

Mit dem „Knaller“ gegen den Hamburger SV startet der FC Schalke 04 am Freitagabend (20.30 Uhr) in die Zweitligasaison. Es werden nicht nur sportlich gesehen besondere 90 Minuten.

Die Vorbereitungen waren so akribisch, dass im Prinzip alle Risiken ausgeschlossen werden können. Vor dem Freitagabend eintretenden „Ernstfall“ gab es am Ende also nur noch diesen einen Appell: „Jetzt liegt es an Euch!“

Es war nicht etwa Schalkes Trainer Dimitrios Grammozis, der seine Mannschaft mit diesen Worten auf den Zweitliga-Start gegen den Hamburger SV (20.30 Uhr, live auf SAT1 und Sky) einschwor, sondern Thorsten Kramer – in der Veltins-Arena so etwas wie der leitendende „Mann für alle Fälle“.

Appell an die Fans

Kramer appellierte damit an die 19.770 Fans, die live vor Ort sein werden, wenn die Königsblauen ihr erstes Zweitliga-Spiel seit 30 Jahren bestreiten. Der Zweitliga-Start steht schließlich nicht nur aus sportlichen Gesichtspunkten im Blickpunkt von Fußball-Deutschland – es gibt noch eine zweite, auch gesellschaftspolitisch relevante Ebene.

Denn erstmals wird in Deutschland nach der Geisterspiel-Ära wieder ein Publikum in größerem Umfang bei einem Fußballspiel zugelassen sein. So gesehen kommt den Schalke-Fans (Anhänger der Gästemannschaften sind noch nicht erlaubt) eine besondere Verantwortung zu. Denn die Partie dient auch als „Blaupause“ für die Zukunft: Geht in Sachen Corona und Infektionsketten bei diesem Spiel irgendetwas schief, könnten die Zügel rasch wieder angezogen werden.

Jubeln nur mit Nachbarn

Dementsprechend sorgfältig hat Schalke in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden an einem Sicherheits- und Hygienekonzept gearbeitet, das außer den „3G-Maßnahmen (genesen, getestet oder vollständig geimpft) auch den Einlass ins und den Abmarsch aus dem Stadion genau regelt, um die Abstände einhalten zu können. Jeder Sitzplatz wird zugewiesen und darf nicht gewechselt werden, nur Zweier-Gruppen dürfen nebeneinander sitzen. Gejubelt werden, so Kramer, sollte nur mit dem Sitznachbarn bzw. der Sitznachbarin.

Was ja immerhin schon einmal belegt, dass Schalke guter Hoffnung ist, dass es auch tatsächlich Anlass zum Jubel gibt. Das wäre auf Schalke eine zuletzt unbekannte Reaktion – zwar klingt Schalke gegen den HSV nach Erster Liga, ist aber in Wahrheit das Eröffnungsspiel der Zweiten. Und bei aller Lobhudelei für die große Tradition und die vielen Kult-Klubs, die da unterwegs sind, mahnt beispielsweise Schalkes Rekord-Torjäger Klaus Fischer zum nüchternen Blick: „Wir sollten jetzt nicht anfangen, uns die Zweite Liga schön zu reden.“

„Die Zweite Liga ist brutal“

Das macht Trainer Dimitrios Grammozis auch nicht. Er warnt vielmehr: „Die Zweite Liga ist brutal. Es wird in ganz vielen Spielen sehr eng zugehen. Denn jede Mannschaft ist top-organisiert.“

Schalkes Vorbereitung inklusive der Testspiele gab genug Anlass zum Optimismus, dass auch der Absteiger sich wieder gefangen hat und gut organisiert ist. Die Corona-Erkrankung von Torhüter Ralf Fährmann mit anschließendem Spontan-Trainingslager in Billerbeck sorgte für Aufregung, die Grammozis so nicht gebraucht hätte. Im Tor gegen den HSV wird Michael Langer stehen – diese klare Ansage von Grammozis soll eine erste Unruhe verhindern.

Debüt von Drexler?

Gut möglich, dass der erst am Mittwoch verpflichtete Neuzugang Dominick Drexler direkt in der Startelf steht als „Zulieferer“ für Simon Terodde, der in seinem ersten Pflichtspiel für Schalke gleich auf seinen Ex-Klub trifft, mit dem er in der vergangenen Saison den Aufstieg knapp verpasste.

Knipst Terodde auch für Schalke, wird diese Zusatzinformation die Zuschauer im Stadion interessieren: Die Imbiss- und Getränkestände sind geöffnet, Alkohol ist erlaubt. Das ist keine „Lex Schalke“, sondern entspricht den aktuellen Corona-Regelungen. Thorsten Kramer findet das gut: „Es macht ja auch keinen Sinn, wenn die Leute sturzbetrunken hierhinkommen, weil sie sich schon vorher eingedeckt haben. Dann lieber Betrinken quasi unter Aufsicht…“ Das sei jetzt aber, so Kramer, keine Empfehlung.

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