Warum Schalke 04 so viele Gegentore nach Standards kassiert

Egal welcher Trainer den FC Schalke 04 in dieser Saison betreute, niemand schaffte es, eine große Schwäche der Königsblauen zu minimieren: Die Standardschwäche. Das sind die Gründe.
Klaas-Jan Huntelaar, ein Stürmer, der defensiv zurzeit nicht überzeugen kann. © dpa

Als Schalke gegen Leipzig in dieser Spelzeit mit 0:3 verloren hatte, schimpfte der damalige Schalke-Trainer Christian Gross. „Entscheidend ist die Frage, ob man bereit ist, den Ball zu verteidigen. Man muss aktiv sein. Wenn man in der Zone arbeitet, muss man gewisse Bereiche vor sich verteidigen. Entscheidend ist, dass man Mut und Entschlossenheit hat und Verantwortung übernimmt,“ so der Schweizer.

Damals reagierte Gross und traf sich zum Gespräch mit Torwart Ralf Fährmann und Torwart-Trainer Simon Henzler, weil beide für die grundsätzliche Aufgabenstellung bei Standards mitentscheidend seien.

Kritik von Mustafi

Doch gebessert hat sich nichts, obwohl die Kommandos von Fährmann während der Spiele immer deutlich zu hören sind. Shkodran Mustafi vermisste nach der 1:2-Heimniederlage gegen Hertha BSC die Aggressivität in der Defensivarbeit. „Wir müssen energischer verteidigen. Jeder muss in seinem Bereich mehr Verantwortung übernehmen“.

Doch dies klappte gegen die Berliner nicht. Das zwischenzeitliche 1:1 war dafür ein Paradebeispiel. Die Basis jeder Verteidigung – hatte Trainer Grammozis schon mehrfach erklärt – sei die passende Einstellung der Spieler.

Viele Umstellungen

Doch in dieser Hinsicht hapert es gewaltig. Hinzu kommt, dass Schalke in der laufenden Spielzeit aufgrund der langen Verletztenliste auch in der Abwehr oft wechseln musste. Automatismen zwischen Innen- und Außenverteidigern können sich dann nur schwer entwickeln.

Bei dieser Thematik darf man aber auch die Offensivkräfte nicht vergessen. Klaas-Jan Huntelaar war zuletzt bei zwei Gegentoren gegen Hoffenheim auch mit in der Verlosung, weil er nicht energisch genug eingriff.

Huntelaar unkonzentriert

Und auch beim zwischenzeitlichen Ausgleich der Berliner sah der Routinier nicht gut aus. Nach einer Freistoßflanke von Marvin Plattenhardt stand er im Zentrum zunächst bei Berlins Verteidiger Dedryck Boyata, fühlte sich im weiteren Verlauf der Szene aber nicht mehr zuständig. Da auch Innenverteidiger Salif Sané orientierungslos neben Boyata hertrabte, konnte der mühelos zum 1:1 einköpfen.

82 Gegentore hat Schalke nun nach 32 Spieltagen kassiert. Mehr als ein Drittel davon (30) durch Standards. In den restlichen beiden Bundesligapartien gegen Frankfurt und in Köln dürfte es kaum gelingen, diese niederschmetternde Bilanz noch etwas aufzubessern.

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