Hiergeblieben: Der Ex-Schalker Marvin Friedrich (l.) wird nach einem Tor für Union Berlin von Mitspielern „eingefangen“. © dpa
Schalke 04

Union Favorit? Warum der Ex-Schalker Marvin Friedrich das anders sieht

Bei Union Berlin gehört der Innenverteidiger zu den Leistungsträgern - auf Schalke hatte er den Durchbruch nicht geschafft. Ein Gespräch über ein Erfolgsgeheimnis und Fitness-Maßnahmen.

Marvin Friedrich gehört zu den Leistungsträgern bei Union Berlin. Oliver Ruhnert nannte ihn kürzlich mit einem Augenzwinkern „Friedrich der Große“. Am Samstag kommt es zum Wiedersehen mit Friedrichs Ex-Klub Schalke 04, wo der Abwehrspieler von 2011 bis 2016 mehrere Jugendteams durchlief sowie bei den Profis und der zweiten Mannschaft spielte. Vorher spricht der gebürtige Kasseler mit den Ruhr Nachrichten über…

… Union-Geschäftsführer Oliver Ruhnert: „Er hat mich zum FC Schalke 04 geholt und später vom FC Augsburg zu Union Berlin. Meinen sportlichen Weg hat er nie aus den Augen verloren. Ich habe ihm sehr viel zu verdanken.“

„Ich drücke die Daumen“

… Gründe, warum er auf Schalke nicht den Durchbruch schaffte: „Das ist schwer zu sagen. Damals war ich noch sehr jung. Hinzu kam, dass die Konkurrenzsituation sehr groß war.“

… die Ausgangsposition vor dem Heimspiel gegen Schalke: „Jeder sagt, wir seien der Favorit, aber ich sehe das nicht so. Schalke hat viel mehr Qualität, als es ihr Tabellenplatz aussagt. Wir werden sie keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen und wollen dieses Spiel unbedingt gewinnen.“… die Schalker Chancen auf den Klassenerhalt: „Wenn wir gegen Schalke gewinnen sollten, drücke ich ihnen danach alle Daumen, dass sie in der Bundesliga bleiben. Denn dieser Verein gehört dort hin“.

„Hier läuft jeder für den anderen“

… die Erfolgsgeheimnisse von Union Berlin: „Unser größter Trumpf ist die Geschlossenheit. Hier läuft jeder für den anderen. Das merken auch diejenigen Spieler sofort, die zu uns wechseln. Die Integration fällt ihnen in den allermeisten Fällen sehr leicht. Es mag sich womöglich kitschig anhören, aber bei Union herrscht eine familiäre Atmosphäre. Das spürt man sofort, wenn man ein paar Wochen hier ist.“

… die Wahrscheinlichkeit, sich für die Europa-League zu qualifizieren:

„Glauben Sie mir, dass ist für uns überhaupt kein Thema. Und das sage ich nicht, weil es von der Vereinsführung verordnet wurde, sondern weil alle verantwortlichen Personen hier im Klub Realisten sind. Unser Ziel ist erst einmal der Klassenerhalt, nichts anderes. Wenn wir 40 Punkte erreicht haben, können wir über andere Ziele sprechen“.

Marktwert gesteigert

… seinen um 100 Prozent gesteigerten Marktwert von 4,5 auf 9,0 Millionen Euro: „Ehrlich? Das wusste ich nicht. Einerseits freut es mich, andererseits sind es auch nur Zahlen. Mein Ziel ist es, Woche für Woche gute Leistungen auf dem Platz zu bringen.“… sein Fitnessgeheimnis, denn er fehlte in 20 Bundesligaspielen in dieser Saison noch keine Minute: „Ich achte sehr auf meinen Körper. Schon vor jeder Trainingseinheit mache ich Stabilisationsübungen, um Verletzungen vorzubeugen.“… die Nationalmannschaft: „Ich hatte in den letzten Jahren keinen Kontakt zum DFB-Trainerteam, sondern konzentriere mich ganz auf Union Berlin. Was ich nicht beeinflussen kann, darüber mache ich mir keine Gedanken.“

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