Fritz Langner war der Schalker Trainer beim 0:11 in Mönchengladbach. © dpa
Schalke 04

Stichtag: Als Schalke seine höchste Bundesliga-Niederlage kassierte

So hoch wie am 7. Januar 1967 verlor der FC Schalke 04 nie wieder in seiner Bundesligageschichte. An diesem Tag gab es ein 0:11 auf dem Mönchengladbacher Bökelberg.

Die Umstände rund um diese Partie waren ungewöhnlich und hatten einen sehr traurigen Hintergrund. Denn zwei Tage vor dem Spiel war völlig unerwartet die Ehefrau von Mittelfeldspieler Manfred Kreuz im Alter von nur 27 Jahren infolge einer Virusinfektion gestorben.

„Der Schock nach Rosemaries Tod war bei mir und der Mannschaft riesig“, schilderte Kreuz, „weil die Kameradschaft sehr groß war“.

Und so standen elf deprimierte Schalker gegen elf vor Spielfreude sprühende Borussen auf verlorenem Posten.

Ein Spruch und seine Folgen

Bernd Rupp eröffnete den Torreigen nach einem Netzer-Freistoß (7.) und erhöhte nach 21 Minuten. Ein Kopfball von Herbert Laumen (30.) und ein weiterer Rupp-Treffer (40.) nach Netzer-Vorarbeit sorgten schon zur Pause für die Entscheidung.

Wer gedacht hatte, die Gastgeber würden nun einen Gang zurückschalten, sah sich getäuscht. Das hing wohl auch mit Äußerungen von Schalke-Trainer Fritz Langner vor dem Spiel zusammen. Der ehemalige Borussen-Trainer hatte die Mönchengladbacher Mannschaft mit den Worten verlassen: „Ich kann aus Ackergäulen keine Rennpferde machen.“

Friedel Rausch bettelte

Und so ging die Torejagd in der zweiten Halbzeit weiter. Günter Netzer vollendete ein glänzendes Solo zum 5:0 (47.) und schoss auch das 8:0 (68.). Dazwischen hatten sich erneut Laumen (57.) und Rupp (62.) in die Torschützenliste eingetragen. Laumen köpfte auch das 9:0 (71.), ehe es erstmals in der Bundesliga-Historie zweistellig wurde. Jupp Heynckes stellte per Kopf den historischen Spielstand her und legte in letzter Minute noch das 11:0 nach.

Schalke-Spieler Friedel rausch soll aus lauter Verzweiflung während der Partie geschrien haben: „Nun hört endlich auf mit dem Toreschießen!“ Manfred Kreuz selbst erlebt das Debakel nicht vor Ort mit, er war verständlichweise zu Hause geblieben.

Auf der Schalker Geschäftsstelle stapelten sich nach diesem Debakel viele böse Briefe. Doch im Fußball geht es manchmal schnell mit der Krisenbewältigung. Bereits eine Woche später wurden die Schalker Fans versöhnt. Mönchengladbach musste im DFB-Pokal in die Glückauf-Kampfbahn – diesmal gewann Schalke mit 4:2. Manfred Kreuz war dabei und wurde von den Fans auf Schultern vom Platz getragen.

Über den Autor
freier Mitarbeiter

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.