Schalke 04

Sonderlob für „den Felsen“ Fährmann von Schalke-Trainer Gross

4:0 gegen Hoffenheim - Schalke kann noch gewinnen, ist nicht „tasmanisch“ geworden und schöpft im Abstiegskampf neuen Mut. Denn die Konkurrenten im Tabellenkeller verloren ihre Spiele.
Zwei glückliche Schalker: Ozan Kabak (l.) und der dreifache Torschütze Matthew Hoppe. © dpa

Die „Rote Laterne“ des Schlusslichts hat Schalke an Mainz abgegeben, das sein Heimspiel mit 0:2 gegen Frankfurt verlor. Der 1. FC Köln ging in Freiburg sogar mit 0:5 unter.

Bei seinem Schalke-Comeback nach dreieinhalb Jahren wurde Sead Kolasinac gleich zum Kapitän befördert (Mascarell fehlte verletzt) – ein deutliches Signal an das, was Trainer Christian Gross von ihm erwartet. Die Mannschaft mitreißen, ihr einen Schub geben.

Kolasinac war sofort Kapitän

Und genauso legte Kolasinac, bis zum Saisonende von Arsenal London ausgeliehen, auch los. Gleich in der zweiten Minute gab es einen wuchtigen Offensivvorstoß des Linksverteidigers, den die Hoffenheimer in höchster Not zur Ecke klären konnten.

Aber ab Mitte der ersten Hälfte kam Hoffenheim immer besser ins Spiel, Schalke wurde immer mehr in die eigene Hälfte zurückgedrängt. Und benötigte einen exzellent aufgelegten Ralf Fährmann, um nicht in Rückstand zu geraten: Schalkes Torhüter parierte glänzend gegen die völlig frei vor ihm auftauchenden Belfodil (23.) und Kramaric (30.). Solche Chancen darf sich eine Mannschaft normalerweise nicht entgehen lassen – das kann sich rächen.

Dreierpack von Matthew Hoppe

Überhaupt war Schalke in den ersten 20 Minuten gut drauf: Es war bis eine der besten Saisonleistungen der Königsblauen, bei denen überraschend auch Timo Becker und erneut Matthew Hoppe in der Start-Elf standen. Hoppe hatte nach feiner Vorarbeit von Amine Harit auch die Chance zum 1:0, schoss aber übers Tor (14.).

Tatsächlich schlug Schalke dann kurz vor der Pause zu: Schiedsrichter Felix Zwayer ließ im Mittelfeld ausgezeichnet den Vorteil für Schalke laufen, Amine Harit passte auf Matthew Hoppe, und der schlenzte den Ball wie ein „Großer“ ins Hoffenheimer Tor (42.). 1:0 für Schalke – das erste Tor für die Blau-Weißen nach vier Heimspielen zuvor ohne eigenen Treffer.

Harit bereitet glänzend vor

Nach dem Seitenwechsel hatte Hoffenheim durch Bogarde die erste Chance (wieder parierte Fährmann), Schalke die zweite (Serdar, diesmal hielt Hoffenheims Torhüter Baumann). Ins Schwarze traf Schalke. Wieder nach einem feinen Zuspiel von Harit auf Hoppe, der Baumann elegant umkurvte und das 2:0 erzielte (58.). „Von Kalifornien an den Emscherstrand“, jubllierte Stadionsprecher Dirk Oberschulte-Beckmann.

Aber der US-Amerikaner Hoppe, eigentlich für die zweite Schalker Mannschaft vorgesehen, hatte noch nicht genug. Harit auch nicht – wieder ein Pass aus den jungen Stürmer, wieder ein Lupfer wie beim 1:0. Es stand 3:0 nach 63 Minuten. Jetzt musste es aber doch klappen mit dem ersten Saisonsieg!

Trompeten-Willy als Motivator

Schalke hatte ja auch alles aufgeboten, um die Einstellung des Rekordes von Tasmania Berlin aus der Saison 1965/66 (31 sieglose Bundesliga-Spiele in Folge) zu verhindern. Vor dem Spiel hatte Trompeten-Willy am Arena-Eingang zur Attacke geblasen, Maskottchen Erwin feuerte die Mannschaft (einsam) in der Nordkurve an, und die großen Schalker Sponsoren hatten mit einem riesigen Transparent, über die Gegengerade gespannt, appelliert: Gemeinsam S04 – Immer! Sogar die Tönnies-Firma Böklunder durfte mitmachen…

„Wir hören nicht auf. Wir hören nicht auf“, schrie Hoffenheims Torhüter Baumann über den Platz, nachdem er das dritte Tor kassiert hatte. Aber den Gästen fiel nicht mehr viel ein – sie hatten das Spiel im Prinzip in Hälfte eins verloren, als sie ihre Top-Chancen nicht genutzt hatten. Harit traf nach Vorarbeit des eingewechselten Oczipka sogar noch zum 4:0!

Hoffenheim droht nun Unruhe

Hoffenheim droht nun die Unruhe, die Schalke zumindest für ein paar Tage verdrängt haben dürfte – durch den ersten Bundesliga-Saison seit dem 17. Januar 2020. Zumal die Konkurrenz im Tabellenkeller reichlich Federn ließ.

„Die Erleichterung ist groß“, sagte Schalke-Sportvorstand Jochen Schneider, „riesengroß sogar. Aber das war nur der erste Schritt. Jetzt geht es natürlich weiter.“ Hoppe berichtete bei Sky schüchtern, er habe „für diesen Tag keine Worte. Ich hoffe, wir kämpfen weiter.“

Dass erwartet natürlich auch Schalke-Trainer Christian Gross, der mit seiner Heimpremiere sehr zufrieden war. „Wir freuen uns sehr über das Resultat und die drei Punkte. Wir mussten uns in der ersten Halbzeit auf Ralf Fährmann verlassen, er war unser Felsen. Mit dem 1:0 hat die Mannschaft Vertrauen gefasst. Aber wir haben noch viel Arbeit. Meine Spieler haben alles getan, damit das Glück auf unserer Seite war.“

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