Will in Zukunft mit Schalke jubeln: Rouven Schröder. © dpa

So tickt Schalkes neuer Sportdirektor Rouven Schröder

Mathias Schober oder Benjamin Schmedes - so hießen die Kandidaten für die Position des Schalker Sportdirektors. Es wurde Rouven Schröder. So tickt der neue Schalker Sportdirektor.

Der FC Schalke 04 offenbarte in dieser Horrorsaison sehr viele Schwächen, nicht nur sportlicher Natur, sondern auch in seiner Außendarstellung. In einem Bereich haben sich die Königsblauen aber seit geraumer Zeit erheblich gesteigert, nämlich in der Verkündung von wichtigen Personalentscheidungen.

Diese werden endlich professionell so lange geheim gehalten, bis alles in trockenen Tüchern ist. War schon die Verpflichtung von Simon Terodde ein Transfer, der nicht unbedingt zu erwarten war, so sorgte am Dienstag der Name des neuen Sportdirektors ebenfalls für Erstaunen. Denn Rouven Schröder hatte den Blau-Weißen im März eigentlich abgesagt, als ihn der Schalker Aufsichtsrat vor allem in Person von Dr. Jens Buchta und dessen Stellvertreter Peter Lange kontaktiert hatte.

Dickes Transferplus

Damals ließ Schröder mitteilen, dass er nicht zur Verfügung stehe. Doch offenbar schaltete sich später Peter Knäbel ein, der Schröder vor einigen Jahren zum Hamburger SV holen wollte. Damals war Knäbel dort Sportdirektor. Seitdem schätzen sich beide und ließen sich seitdem nicht mehr aus den Augen, auch wenn Knäbel mit seinem HSV-Angebot letztlich keinen Erfolg hatte.

Doch im zweiten Anlauf hat es der Schalker Vorstand geschafft, Schröder für die Blau-Weißen zu gewinnen. Die Vertragslaufzeit teilte Schalke nicht mit, sie soll aber langfristiger Natur sein.

Kaderplanung und Scouting

„Mit Rouven konnten wir einen Experten für S04 gewinnen, der über das nötige Netzwerk und die fachlichen Qualitäten in diesem Bereich verfügt. Sein Hauptauftrag wird es sein, eine neue Mannschaft aufzubauen, die Schalke 04 in Gegenwart und Zukunft erfolgreich vertreten kann,“ setzt Knäbel großes Vertrauen in die Arbeit des neuen Sportdirektors, dessen Hauptarbeitsgebiete die Kaderplanung und das Scouting sein werden.

Schröder geht der Ruf voraus, ein sehr fleißiger und solider Arbeiter zu sein, der auch die finanzielle Seite bei seinen Personalaktivitäten immer im Blick hat. Auf seiner letzten Station Mainz 05 erwirtschaftete er in vier Jahren ein Transferplus von 39,84 Millionen Euro. Vor allem in seinen ersten Mainzer Jahren hatte er ein glückliches Händchen bei Personalentscheidungen.

Spieler in Bochum

Was die Kommunikation angeht, so ähnelt er ein bisschen Schalkes früheren Sportvorstand Jochen Schneider. Auch Schröder ist eher ein Mann der leisen Töne, der sich medial nicht in den Vordergrund drängt.

In Mainz kam ihm zugute, dass Schröder bei seiner Arbeit weitgehend freie Hand und Entscheidungskompetenz hatte. In dieser Hinsicht wird er sich auf Schalke umstellen müssen.

Schober wird befördert

Als Spieler verbrachte Rouven Schröder einen wesentlichen Teil seiner Karriere beim VfL Bochum. Insgesamt kommt der 45-Jährige auf acht Bundesliga- und 48 Zweitliga-Einsätze. Nach seiner Profi-Laufbahn arbeitete er zunächst als Video-Analyst und Scout für den 1. FC Nürnberg, ehe er bei Greuther Fürth und Werder Bremen erfolgreich als Sportdirektor fungierte. Zuletzt war der gebürtige Arnsberger als Vorstand Sport in Mainz tätig.

Der ebenfalls als Sportdirektor gehandelte Mathias Schober wird befördert und steigt zum Direktor Knappenschmiede und Entwicklung auf. „Mathias hat in den vergangenen Jahren als sportlicher Leiter unserer Nachwuchsabteilung hervorragende Arbeit geleistet und großen Anteil daran, dass wir umworbene Talente für uns gewinnen konnten“, erklärte Knäbel, der bis Ende März selbst die strategische Ausrichtung der Knappenschmiede verantwortete.

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