Schalkes Sportdirektor Rouven Schröder nach der Niederlage beim FC St. Pauli mit (v. l.) Victor Palsson, Danny Latza und Rodrigo Zalazar: Bis zu Platz zwei sind es nur drei Punkte - aber Schalke muss auch gegen direkte Konkurrenten endlich wieder punkten. © Tim Rehbein/RHR-FOTO
Schalke 04

Schwache Bilanz gegen Spitzenteams – so kann Schalke nicht aufsteigen

Schalke ist auf Platz acht abgerutscht. Während Platz eins derzeit unerreichbar scheint, sind es bis zu Rang zwei nur drei Punkte. Eine Statistik lässt am Schalker Aufstiegs-Niveau zweifeln.

Der Kiez-Klub feierte mit seinen Fans die Herbstmeisterschaft, Schalkes Spieler gingen recht bedröppelt zu ihren mitgereisten Anhängern und bedankten sich brav für die Unterstützung. Aber nicht mal die hatte die Königsblauen vor einer bitteren Erkenntnis bewahrt: Im direkten Duell mit den Spitzenteams der Liga ist für Schalke relativ wenig zu holen.

Sieg in Paderborn als Ausnahme

Außer dem Sieg beim SC Paderborn gab es für den Bundesliga-Absteiger gegen die Mannschaften (das Spiel gegen Nürnberg steht noch aus), die in der Tabelle über Schalke platziert sind, bislang nur Niederlagen.

Auch beim FC St. Pauli: Der überragende Ex-Schalker Guido Burgstaller bezwang die Gäste mit seinen beiden Toren (20./39.) quasi im Alleingang. Rodrigo Zalazar eröffnete mit dem 2:1 in der 75. Minute zwar eine knackig spannende Schlussphase, in der Thomas Ouwejan ein Abseitstor (zurecht) aberkannt wurde, aber die darf eine insgesamt deutliche Überlegenheit des Spitzenreiters nicht kaschieren.

„Den Schneid abgekauft“

Wer es gut mit Schalke meint, attestiert der von Co-Trainer Sven Piepenbrock betreuten Mannschaft mildernde Umstände: Im mit ca. 20.000 Zuschauern noch einmal gut gefüllten Stadion am Millerntor fehlte nicht nur der an Corona erkrankte Cheftrainer Dimitrios Grammozis, sondern auch der komplette „erste Sturm“: Und in der Tat entpuppte es sich schon als ein gewaltiger Unterschied, ob da nun Simon Terodde (verletzt) mit Marius Bülter (auffällige Blutwerte) oder Marvin Pieringer mit dem aus der U23 „geborgten“ 30-jährigen Rufat Dadashov auf Torejagd gehen. Der Wucht, Cleverness und – verblüffend – auch spielerischen Klasse eines Guido Burgstaller hatte dieses Duo bei allem Bemühen kaum etwas entgegen zu setzen.

„Zu naiv“ bei Gegentoren

Schalkes Abwehr übrigens auch nicht: „Zu naiv“, so Piepenbrock ernüchtert, habe man vor allem das erste Gegentor „hergeschenkt“, als Burgstaller seinen eingerückten Gegenspieler Thomas Ouwejan schlichtweg ignorierte. Torhüter Martin Fraisls Lob an St. Pauli war durchaus auch als Kritik ans eigene Team zu verstehen. Der Gegner, so Fraisl, habe Schalke vor allem in der ersten Halbzeit „den Schneid abgekauft“.

Ist Schalke also gerade drauf und dran, die Chancen auf den direkten Wiederaufstieg zu verspielen? Nur vier Punkte aus den vergangenen fünf Liga-Spielen lassen diese Theorie zumindest nicht wie ein Hirngespinst erscheinen – vor allem um Tabellenplatz eins sollten sich die Blau-Weißen derzeit nicht allzu viele Gedanken machen. Der ist für sie – frei nach Uli Hoeneß – derzeit nur mit dem Fernrohr sichtbar. Denn auf den FC St. Pauli hat Schalke nun neun Punkte Rückstand.

Bülter weiter fraglich

Die Hamburger haben sich abgesetzt – aber dahinter geht es so eng zu, dass sich auch Schalke als aktuell Tabellenachter nach wie vor im Windschatten der Aufstiegsplätze bewegt. Platz acht klingt nach Mittelmaß – aber bis zu Rang zwei sind es nur drei Punkte. Ohne einen „Dreier“ gegen einen direkten Konkurrenten einzufahren werden aber auch die nicht aufzuholen sein.

In diesem Jahr gibt es dazu noch zwei Gelegenheiten: Am Freitag gegen Nürnberg, dann beim HSV – Terodde wird allerdings auch in diesen Spielen fehlen, und ob Bülter bis zum Freitag wieder fit ist, lässt sich nach Auskunft von Piepenbrock noch nicht prognostizieren.

St. Pauli lief mehr

Schalke muss also wohl weiter improvisieren – und eventuell dann doch auch noch mehr investieren. Die Spieler des FC St. Pauli liefen am Samstagabend insgesamt fast sechs Kilometer mehr als die S04-Fußballer. Vielleicht durften sie am Ende auch deshalb mit ihren Fans feiern.

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