Schalke 04

Schalkes Kampf gegen den Rekord: „Den Mutigen gehört die Welt“

Warum und wie Trainer Christian Gross von seinen Spielern vor der Partie gegen Hoffenheim mehr Mut einfordert. Friedhelm Funkel bei Sky: „Kolasinac als einziger Neuzugang reicht nicht aus.“
Schalkes Trainer Christian Gross: „Den Mutigen gehört die Welt.“ © dpa

Nach der nun nicht zustande kommenden Finanzhilfe von Clemens Tönnies drängt sich auf Schalke eine Frage auf: Reicht Sead Kolasinac als einziger Winter-Transfer aus oder ist die Mannschaft so dem Abstieg nahezu hilflos ausgeliefert?

Nein, sagt Schalkes Trainer Christian Gross. Er glaube auch so an die Qualität der Mannschaft, den Klassenerhalt zu schaffen. Ohnehin, so der 66-Jährige, sei die ganze Diskussion rund um die Finanzspritze von Tönnies in der Mannschaft kein Thema gewesen. Und Sportvorstand Jochen Schneider würde ja weiterhin „Tag und Nacht“ alles versuchen, um doch noch Verstärkungen für Schalke zu finden. Aus Sicht von Friedhelm Funkel, der ja kurz angeblich selbst als Nachfolger des beurlaubten Manuel Baum als Trainer auf Schalke im Gespräch war, ist das auch dringend notwendig.

Warum Funkel zweifelt

Die Verpflichtung von Sead Kolasinac, so Funkel in einem Sky-Interview, würde alleine nicht ausreichen, um dem FC Schalke 04 den Verbleib in der Fußball-Bundesliga zu sichern. „Er ist ein sehr guter Spieler, aber kann ein Linksverteidiger so spielentscheidend sein? Er wird nicht viele Tore machen. Er wird die Mannschaft mitreißen, überhaupt keine Frage“, so Funkel.

Ein Spieler, der Tore garantiert, sei für Schalke noch wichtiger. „Solch einen Spieler brauchen sie, nur die sind wahnsinnig schwierig zu bekommen, die zum Beispiel zehn Tore in 20 Spielen machen. Dann hilft Kolasinac noch mehr. Aber er alleine kann auf der linken Seite keine Spiele entscheiden. Das ist eine sehr gute Verpflichtung, aber sie alleine reicht nicht aus, um die Klasse zu halten“, glaubt der 67-jährige Funkel, der wie kaum ein anderer Trainer Erfahrung im Abstiegskampf hat.

„Gross ist eine Respektsperson“

Lob gibt es von Funkel für Christian Gross. Der neue S04-Trainer sei eine Respektsperson. „Das ist für diese Mannschaft ganz wichtig, dass da jemand hinkommt, der schon vieles erlebt und erfolgreich gestaltet hat. Er stellt was dar. Und wenn er was sagt, dann hört die Mannschaft auch zu“, sagte Funkel.

Schalke hat sechs Punkte Rückstand zum Relegationsplatz, außerdem ein dramatisch schlechtes Torverhältnis. Für Funkel ist der Schalker Klassenerhalt trotzdem noch in Reichweite: „Aber sie müssen irgendwann mal anfangen zu gewinnen!“

Auch Hoffenheim hat Probleme

Am besten schon gegen Hoffenheim (Samstag, 15.30 Uhr) in der Veltins-Arena. Wird es wieder nichts mit einem „Dreier“, hat Schalke den Negativ-Rekord von Tasmania Berlin aus der Saison 1965/66 eingestellt. Tasmania gewann 31 Bundesliga-Spiele hintereinander nicht, Schalke liegt jetzt bei 30 – allerdings saisonübergreifend.

Gegen die Kraichgauer, gegen die Schalke im März übrigens zum bislang letzten Mal vor vollem Haus spielte (1:1) und bei denen es auch bedingt durch zahlreiche Corona-Fälle im Laufe der Saison überhaupt nicht mehr rund läuft, wird Sead Kolasinac sein Comeback in der Arena geben. Sein bislang letztes Heimspiel für Schalke absolvierte er im Mai 2017 gegen den Hamburger SV.

Zentralere Rolle denkbar

Auf seiner gewohnten linken Defensiv-Seite wird er auch gegen Hoffenheim zum Einsatz kommen. Änderung nicht ausgeschlossen. Denn Christian Gross kann sich perspektivisch vorstellen, Kolasinac möglicherweise auch im defensiven Mittelfeld zu positionieren. Hintergrund: Dort könnte Kolasinac in einer zentraleren Rolle noch mehr Einfluss auf die Mannschaftskollegen nehmen.

Von denen wünscht sich Christian Gross mehr Mut als sie bislang gezeigt haben. „Den Mutigen gehört doch die Welt. Wir müssen häufiger vor das Tor des Gegners kommen. Weil wir Siege brauchen. Aber wenn man immer nur daran denkt, kein Gegentor zu bekommen, dann gelingt das nicht. Ich versuche voranzugehen und treffe im Training auch mutige Entscheidungen. Das heißt: Ich versuche den Spielern klarzumachen, dass es durchaus Zonen auf dem Platz gibt, in denen man mutiger spielen kann als in anderen.“

Seit vier Heimspielen torlos

Schlechter als in den letzten Heimspielen kann es jedenfalls kaum noch werden: Die vergangenen vier Bundesliga-Heimspiele gingen allesamt verloren. Schalke erzielte dabei kein einziges Tor.

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.