Die rassistischen Äußerungen von Clemens Tönnies haben mit Verspätung Auswirkungen auf den Ehrenrat. © dpa
Schalke 04

Schalke: Warum auch der Ehrenrat vor dem Umbruch steht

Auf der Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 wird nicht nur ein neuer Aufsichtsrat gewählt, auch der Ehrenrat steht vor einem Umbruch. Das hat mit Clemens Tönnies zu tun.

Die Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 am 13. Juni bedeutet für den Schalker Ehrenrat einen Einschnitt. Denn auf der letzten Aufsichtsratssitzung wurden den aktuell vier Ehrenratsmitgliedern mehr oder weniger offen vorgeworfen, im August 2019 den damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies wegen seiner rassistischen Aussagen nicht hart genug bestraft zu haben.

Das Gremium kam zu dem Urteil, dass Tönnies sein Amt für drei Monate ruhen lassen sollte. Der Ehrenrat war zu dem Schluss gekommen, dass der erhobene Vorwurf des Rassismus „unbegründet“ sei. Vorzuwerfen sei Tönnies allerdings, „gegen das in der Vereinssatzung und im Leitbild verankerte Diskriminierungsverbot verstoßen zu haben“.

Keine Wiederwahl vorschlagen

Tönnies hatte bei seiner Rede in Paderborn die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika empfohlen und weiter gesagt: „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren.“

Im Nachhinein sieht der Aufsichtsrat diese Entscheidung offenbar als Fehler an und wird die aktuellen Ehrenratsmitglieder Pfarrer Hans-Joachim Dohm, Professor Klaus Bernsmann, Götz Bock und Bernhard Terhorst am 13. Juni bei der Mitgliederversammlung nicht mehr zur Wiederwahl vorschlagen. Bock hatte aber nach Informationen dieser Zeitung ohnehin nicht mehr die Absicht, weiter im Ehrenrat dabei zu sein.

Dohm wird aber weiterhin ehrenamtlich für Schalke 04 arbeiten. Er soll Mitglied im Schalker Ehrenpräsidium werden, wo ein Platz frei wird. Das Ehrenpräsidum soll maximal so groß sein wie eine Fußballmannschaft, also elf Mitglieder haben. Momentan sind es zehn.

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