Traf viele unglückliche Entscheidungen: Schalke-Sportvorstand Jochen Schneider. © dpa
S04-Kommentar

Schalke verliert wertvolle Zeit für den Neuaufbau

Jochen Schneider trat sein Amt als Sportvorstand von Schalke 04 im Frühjahr 2019 gewiss mit den besten Absichten an. Doch die meisten seiner Entscheidungen haben Schalke nicht geholfen.

Im Gegenteil. Schneider hat es in vier Transferperioden unter seiner Regie nicht geschafft, den Schalker Kader so aufzustellen, dass er wenigstens bundesligatauglich ist. Jüngstes Beispiel ist der Transfer von Klaas-Jan Huntelaar, der mit seinen Toren Schalke zum Klassenerhalt verhelfen sollte.

Nun stellt sich offenbar mehr und mehr heraus, dass Huntelaar nicht fit ist. Wann er es wird, steht in den Sternen. Und dafür trägt Schneider als Sportvorstand letztlich die Hauptverantwortung. In so einer prekären Situation, in der Schalke steckt, muss man jede Personalentscheidung so sorgfältig angehen, wie nur irgend möglich. Beim „Hunter“ auf den Faktor Nostalgie zu setzen, mochte viele Traditionalisten freuen, aber ein angeschlagener Spieler bleibt ein angeschlagener Spieler.

Eine Kette von Fehlentscheidungen

Und Huntelaar ist bei Schneiders Personalentscheidungen kein Einzelfall. Nur ein Beispiel: Vedad Ibisevic war nur wenige Wochen auf Schalke, dann wurde sein Vertrag aufgelöst.

Ein bedauerliches Missverständnis? Eher nicht. Denn Schneiders personelle Fehlentscheidungen betrafen ja auch den zuvor hochgelobten Kaderplaner Michael Reschke, der Schalke mittlerweile längst verlassen hat oder eine Vielzahl an Trainern, die alle nicht funktioniert haben. Das angeblich große Netzwerk von Schneider hat für Schalke keine großen Fische an Land gezogen.

Wie gelähmt

Da Schneider aber offenbar gewillt ist, erst seinen Posten zu räumen, wenn Schalke 04 abgestiegen ist, und der Aufsichtsrat diesem Plan tatenlos zusieht, verliert der Verein auf unverantwortliche Weise viel zu viel Zeit für den Neuaufbau. Der Kultclub wirkt wie gelähmt. Weder im Vorstand noch im Aufsichtsrat sind Personen in Sicht, denen man zutraut, den Verein schnell wieder in die Erfolgsspur zu bringen. Jedem Schalke-Fan muss um die Zukunft seines Vereins Angst und Bange werden.

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