Schalke 04

Schalke-Trainer Grammozis: „Können keine Wunderdinge vollbringen“

Null-Nummer in einem Keller-Derby, das sich diesen Namen verdient hatte: Beim Schalke- und Erstliga-Debüt von Trainer Grammozis kamen die Königsblauen gegen Mainz nicht über ein 0:0 hinaus.
Sein Blick zeigt Verzweiflung: Schalke-Kapitän Sead Kolasinac. © dpa

„Wir können nach zwei Trainingstagen keine Wunderdinge vollbringen“, sagte Dimitrios Grammozis, der einräumte: „Wir hätten gern drei Punkte gehabt“. Doch insbesondere in der zweiten Halbzeit waren die Gäste dem Sieg näher. Kein Wunder, dass beim Schlusspfiff viele Mainzer Spieler enttäuscht zu Boden gingen.

Die Planungen des nach wie vor abgeschlagenen Schlusslichts Schalke 04 für die Zweite Liga können nun wohl beschleunigt werden.

Der Plan von Grammozis, Amine Harit vom linken ins zentrale offensive Mittelfeld zu ziehen, scheiterte schon vor dem Spiel: Harit verletzte sich beim Aufwärmen, für ihn blieb nur ein Bankplatz übrig. Can Bozdogan rückte dafür in die Startelf – arrivierte Kräfte wie Benjamin Stambouli und Omar Mascarell saßen zunächst nur auf der Bank.

Grammozis verpasste Schalke eine andere Grundformation als sein Vorgänger Christian Gross, der konsequent auf eine defensive Viererkette gesetzt hatte. Schalke spielte mit einem 3-5-2-System, das sich der jeweiligen Spielsituation anpasste. Shkodran Mustafi als Abwehrchef wurde flankiert von Timo Becker und Malick Thiaw, Sead Kolasinac rückte ins defensive Mittelfeld, die linke Außenbahn beackerte der A-Jugendliche Kerim Calhanoglu bei seinem Profi-Debüt. Im Angriff erhielt Matthew Hoppe Unterstützung von Benito Raman.

Mustafis große Chance

Was nichts daran änderte, dass sich das Geschehen größtenteils im Mittelfeld abspielte. Dem Tabellenstand beider Mannschaften entsprechend entwickelte sich eine sehr zähe Partie mit vielen spielunterbrechenden Fouls, Torchancen waren rar gesät. Die erste und dickste hatte Schalke in der 18. Minute: Nach einer Ecke von Bozdogan kam Mustafi frei zum Kopfball, scheiterte aber am Mainzer Torhüter Robin Zentner.

In der Defensive hatte Schalke – wie erwartet wieder mit Frederik Rönnow im Tor – das Geschehen lange komplett im Griff, erst in den zehn Minuten vor dem Seitenwechsel wurde es etwas „wackelig“. Erstmals stockte den Königsblauen der Atem, als der Ball nach einer scharfen Hereingabe von Danny da Costa nur knapp am Tor vorbei huschte (38.), zum zweiten Mal nach einem Schuss des Ex-Schalkers Adam Szalai neben das Tor (42.).

Schuler wird eingewechselt

Der an der Seitenlinie sehr engagierte Grammozis spürte wohl, dass sich die Partie nun in eine andere – aus Schalker Sicht in die falsche – Richtung entwickeln könnte. Nach dem Wiederanpfiff wechselte er mit Stambouli für Bozdogan einen erhofften Stabilitätsanker ein.

Obwohl Suat Serdar nun ein wenig für Bozdogan nach vorn rückte, tat sich im Schalker Angriffsspiel aber weiter herzlich wenig. Das sah auch Grammozis so: Matthew Hoppe musste schon nach einer guten Stunde raus, für ihn sollte nun mit Jan-Luca Schuler ein Spieler aus der zweiten Mannschaft für neuen Schwung sorgen. Dass mit Florian Flick außerdem noch ein weiterer Akteur von Schalke 04 II auf der Bank saß, machte die großen Personalnöte, in der das Tabellen-Schlusslicht nun schon seit Monaten steckt, deutlich. Am Spielniveau änderte sich durch die Wechsel allerdings nichts, es wurde den Tabellenständen beider Mannschaften absolut gerecht.

Auch Mainz unzufrieden

Erst in der 81. Minute gab es wieder Torgefahr. Suat Serdar fasste sich ein Herz, scheiterte mit seinem Schuss aber an Zentner. Im Gegenzug parierte Rönnow gegen Jonathan Burkardt – es war die aufregendste Phase des Spiels.

Nach 90 tristen Minuten wirkten beide Mannschaften unzufrieden: Mainz war klar, dass ein „Dreier“ möglich, wenn nicht sogar Pflicht war – und Schalke konnte bei allem Bemühen wieder mal einen letzten Strohhalm nicht ergreifen.

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.