Mark Uth beim Freistoß: In Berlin will der 29-Jährige wieder mitmischen. © dpa
Schalke 04

Schalke-Trainer Christian Gross lobt Mark Uth in den höchsten Tönen

Neuer Trainer– neues Glück? Christian Gross geht optimistisch in sein erstes Spiel als Schalker Trainer am Samstag bei Hertha BSC Berlin.

Dabei musste der 66-Jährige Mitte der Woche bereits die erste schlechte Personalnachricht verkraften: Kilian Ludewig fällt wegen eines Mittelfußbruches mindestens zwei Monate aus. Der 20-Jährige wurde bereits erfolgreich operiert.

Damit haben die Königsblauen aktuell keinen gelernten Rechtsverteidiger mehr in ihrem Kader, was den Handlungsdruck weiter erhöht, wenn am 1. Januar das Transferfenster öffnet. Angesichts des riesigen Schuldenstands von ca. 240 Millionen Euro machen sich Vorstand und Aufsichtsrat längst Gedanken, wie der Kader dennoch verstärkt werden kann.

Interessant ist hierbei, dass der ehemalige Schalke-Boss Clemens Tönnies in einem Interview mit RTL/ntv dem Verein seine finanzielle Hilfe angeboten hat. Nach Informationen dieser Zeitung gibt es von Klubseite längst konkrete Überlegungen, wie Tönnies helfe könnte. „Bisher ist das noch nicht passiert. Ich käme sicherlich ins Überlegen. Wir dürfen Schalke nicht untergehen lassen, da bin ich der Allerletzte, der nicht hilft“, so der 64-Jährige in dem besagten Interview.

Finanzielle Zwänge

Doch zunächst gilt es am Samstag (18.30 Uhr/Sky) in Berlin, die unglaubliche Negativserie von 29 Bundesligapartien in Folge ohne Sieg zu beenden und den Anschluss an die übrigen Mannschaften nicht noch weiter zu verlieren. Ein Vorhaben, bei dem zur Freude von Gross der zuletzt wegen einer Gehirnerschütterung ausgefallene Mark Uth wieder zur Verfügung steht. Seit Beginn der Woche ist der gebürtige Kölner wieder im Training.

Ob der 29-Jährige das Unglück von Augsburg, als er nach einem Kopfballduell das Bewusstsein verlor und ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, psychisch verarbeitet hat, vermag Gross jedoch nicht zu beurteilen: „Die Thematik beim Kopfball kann man nicht abstellen, das wird ihn sicher noch im Hinterkopf beschäftigen. Aber er ist ein toller Fußballer – Schalke braucht ihn.“

Torhüterfrage ist noch offen

Nötig ist sicherlich auch ein guter Rückhalt im Tor. Hier hat sich Gross jedoch noch nicht entschieden, wem er den Vorzug geben wird. Mit Ralf Fährmann, Frederik Rönnow und Michael Langer kamen in den bisher absolvierten 13 Bundesligapartien alle drei Torhüter des Schalker Profikaders schon zum Einsatz. Während Rönnow unter Manuel Baum gesetzt war, genoss Fährmann unter David Wagner das Vertrauen und vertrat am Ende wieder den verletzten Rönnow. Langer wiederum absolvierte gegen Leverkusen sein erstes Bundesliga-Spiel nach über zehn Jahren.

Gross: „Ich verlasse mich auf meine Eindrücke und tausche mich mit dem Trainerstab aus.“ Eine Schlüsselrolle dürfte bei der Entscheidungsfindung Torwart-Trainer Simon Henzler zufallen. Das Torhüter-Trio mache laut Gross „einen positiven Eindruck. Alle wollen spielen und sind bereit, zu null zu spielen.“

24 Spiele in Folge mit Gegentoren

Das wäre schon ein Fortschritt, denn die Königsblauen haben es in der Bundesliga in mittlerweile 24 Partien in Folge nicht geschafft, ohne Gegentor zu bleiben. Dies gelang ihnen zum letzten Mal beim 0:0 in Mainz am 16. Februar 2020.

Gross kennt natürlich diese Zahlen, will sich aber nicht zu sehr mit der Vergangenheit beschäftigen. „Wir kennen alle die Lage. Entscheidend ist, dass wir gut in das neue Jahr starten. Ich bin felsenfest überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen,“ so der Schweizer, für den Geisterspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit keine neue Erfahrung sind. Mit dem FC Basel hat er dies in der Saison 2006/07 erlebt, als seinem Klub eine Strafe wegen Zuschauer-Ausschreitungen aufgebrummt wurde und einige Heimspiele ohne Fans stattfinden mussten.

Ohne Zuschauer gebe es keinen Heimvorteil mehr, so Gross. Ob Schalke das in Berlin nutzen kann, wird sich am Samstagabend zeigen.

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