Shkodran Mustafi wechselt zum FC Schalke 04. © dpa
Schalke 04

Schalke 04 verpflichtet einen Weltmeister und lässt Ozan Kabak ziehen

Ozan Kabak geht, Shkodran Mustafi kommt. Und Matthew Hoppe unterschreibt einen Profi-Vertrag. Auf Schalke war am Montag einiges los.

Mehr Bewegung als zunächst erwartet gab es am letzten Tag vor der Schließung des Transferfensters beim FC Schalke 04. Ozan Kabak galt schon seit vielen Wochen als heißer Wechselkandidat bei den Königsblauen. Nun schlug der FC Liverpool zu, weil er großes Verletzungspech bei seinen Verteidigern beklagt. Darunter ist auch der frühere Schalker Joel Matip, der wegen einer Sprunggelenksverletzung auf unbestimmte Zeit ausfällt.

Am Montag ging Liverpools Teammanager Jürgen Klopp in die Offensive und lieh Ozan Kabak bis zum Saisonende aus, obwohl dieser in den vergangenen Monaten nicht gerade die Sterne vom Himmel gespielt hatte. Doch die Personalnot in der Defensive bei den „Reds“ war so groß, dass Liverpool sich zum Handeln gezwungen sah.

Gutes Geschäft möglich

Die Königsblauen kassieren angeblich eine Leihgebühr von drei Millionen Euro. Zieht Liverpool seine Kaufoption, kann Schalke dieser Transfer zusätzlich bis zu 30 Millionen Euro in die Kasse spülen. Das wäre dann ein sehr gutes Geschäft, wenn man bedenkt, dass die Blau-Weißen den türkischen Nationalspieler für 15 Millionen Euro vom VfB Stuttgart verpflichtet hatten. Kabaks Vertrag auf Schalke läuft noch bis zum 30. Juni 2024.

Schalke lässt Kabak nur ziehen, weil dem Bundesligisten im Gegenzug gelungen ist, einen Weltmeister von 2014 zu verpflichten. Shkodran Mustafi, der beim FC Arsenal London sportlich keine Rolle mehr spielte, darf den Verein ablösefrei verlassen und unterschrieb einen Vertrag bis zum Saisonende. Hier spielt er bald mit seinem früheren Arsenal-Mannschaftskameraden Sead Kolasinac zusammen.

Schalke zahlt nur eine kleine Kompensationsabgabe. Die Verhandlungen in der Schalker Geschäftsstelle führte sein Vater und Berater Kujtim Mustafi.

Bentaleb sitzt seinen Vertrag aus

Wann Mustafi für den Bundesligisten das erste Mal spielen kann, ist allerdings offen, weil der 28-Jährige wegen der verschärften Einreise-Bestimmungen in Großbritannien wohl erst in Quarantäne muss. Bei Arsenal kam Mustafi in der laufenden Saison nur auf neun Einsätze, in Premier-League-Partien stand er dabei insgesamt gerade einmal 43 Minuten auf dem Platz.

„Diese Wechsel muss man aus zwei Perspektiven betrachten: Wirtschaftlich ergibt der Transfer von Ozan Kabak für Schalke 04 extrem viel Sinn, gerade mit Blick auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie“, sagte Sportvorstand Jochen Schneider. „Darüber hinaus sind wir davon überzeugt, dass wir mit Shkodran Mustafi einen sehr guten Innenverteidiger verpflichten konnten, der die sportliche Lücke, die Ozan unzweifelhaft hinterlässt, füllen wird.“

Die Hoffnungen von Schalke-Trainer Christian Gross, noch einen Offensivspieler für die Außenbahn zu bekommen, erfüllten sich indes nicht. Das hing wohl auch damit zusammen, dass es Schalke auf den letzten Drücker nicht schaffte, einen Großverdiener wie Nabil Bentaleb von der Gehaltsliste zu bekommen. Es gab zwar lose Anfragen von italienischen Vereinen, aber zu ernsthaften Verhandlungen kam es nicht.

Profivertrag für Hoppe

Nun sitzt Bentaleb seinen bis zum Saisonende laufenden, lukrativen Vertrag eben bis zum Saisonende ab. Dass er sportlich noch einmal eine Rolle auf Schalke spielt, schloss Trainer Gross aus. Dies ist für Schalke natürlich äußerst unbefriedigend, aber Bentaleb hat natürlich das Recht, seinen Vertrag auch auf diese Art und Weise zu erfüllen.

Fest an sich gebunden hat Schalke dagegen Matthew Hoppe. Er hat seinen ersten Profi-Vertrag unterschrieben, der für die 1. und 2. Liga gilt und bis zum 30. Juni 2023 läuft. Der 19-Jährige gehörte zu den wenigen Lichtblicken beim Tabellenletzten. Im Jahr 2020 hat der US-Boy bereits fünf Bundesliga-Tore auf dem Konto.

Dank an Schalke

Hoppe freut sich auf die Zukunft: „Die letzten Wochen waren wie ein Traum. Ich bin allen Verantwortlichen bei Schalke 04 extrem dankbar, dass sie mir diese Chance gegeben haben.“

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