Freistoßschütze Mark Uth steht unmittelbar vor der Rückkehr zum 1. FC Köln. © dpa
Schalke 04

Schalke 04 und die Frage: Wohin mit den Großverdienern?

Schalkes notwendiger Kaderumbau umfasst eine Schlüsselfrage: Wohin mit den Großverdienern? Einer hat wohl einen neuen Verein gefunden.

Rouven Schröder ist um seine Arbeit nicht zu beneiden. Das weiß der 45-Jährige und gibt auch offen und ehrlich zu, dass er als Schalker Sportdirektor vor seiner bisher größten beruflichen Herausforderung steht.

Diese heißt: Wie kann es gelingen, signifikante Transfererlöse zu erzielen, ohne zu große finanzielle Einbußen? Vor allem die Großverdiener muss Schalke von der Gehaltsliste bekommen. Aktuell sieht es bei diesen Spielern so aus:

Mark Uth: Seine Rückkehr nach Köln wird wohl bald perfekt gemacht. Am Montag bestätigte FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle, dass die Kölner in Sachen Uth auf einen erfolgversprechenden Weg sind. „Wir sind im Austausch mit seinem Berater und dabei schon relativ weit. Der Spieler hat auch Interesse, zum 1. FC Köln zu kommen, wir werden das in den kommenden Tagen intensivieren,“ so der 46-Jährige.

Noch eine Hintertür

Der Vertrag von Uth läuft auf Schalke noch bis zum 30. Juni 2002. Der 29-Jährige soll ablösefrei in die Domstadt kommen und dabei auf Gehalt verzichten. Schalke hätte dann zumindest einen Großverdiener (angeblich rund vier Millionen Euro) von der Gehaltsliste.

Sebastian Rudy: Noch zwei Millionen mehr pro Jahr soll Rudy bei den Königsblauen verdienen. Auch sein Vertrag läuft noch bis 2022. Diese Personalie ist besonders knifflig für Schröder, weil der Nationalspieler einen Vertrag dieser finanziellen Größenordnung bei keinem anderen Bundesligisten mehr erhalten dürfte. Rudy gehört zu den Spielern, von denen Schröder kürzlich sagte: „Einige Spieler passen mit ihrer Budgetstruktur nicht in die 2. Bundesliga.“

Noch eine Hintertür

Der zuletzt an Hoffenheim ausgeliehene Rudy fühlt sich im Kraichgau zwar sehr wohl, doch Hoffenheim hat noch nicht entschieden, ob sie weiterhin mit dem 31-Jährigen planen. TSG-Manager Alexander Rosen erklärte, dass Rudy zu Schalke zurückkehrt, ließ sich aber eine Hintertür offen. „Bei Rudy ist es kein Geheimnis, dass wir uns eine Zukunft für ihn in Hoffenheim vorstellen können. Aber er ist nun mal ab 1. Juli unter Vertrag bei seinem Stammverein. Da müssen wir einfach ein bisschen abwarten“, so der 42-Jährige gegenüber der Rhein-Neckar-Zeitung.

Amine Harit: Der Mittelfeldspieler ließ Schalke längst mitteilen, dass er nicht in der 2. Liga spielen will. Da auch der 23-Jährige mit einem lukrativen Vertrag bis zum 30. Juni 2024 ausgestattet wurde, der ihm angeblich 3,5 Millionen Euro pro Jahr einbringt, würde Schalke ihm bei einem entsprechenden Angebot keine Steine in den Weg legen.

Doch bisher soll es nur lose Anfragen aus Frankreich und aus Italien vom SSC Neapel und Atalanta Bergamo geben. Das zögerliche Interesse ist nicht nur dem schwierigen Transfermarkt aufgrund der Corona-Pandemie geschuldet, sondern auch den insgesamt schwachen Leistungen von Harit in der Schalker Abstiegssaison. Hinzu kamen Suspendierungen, die auf Interessenten abschreckende Wirkung haben könnten.

Suat Serdar: Der Mittelfeldspieler erweckte zuletzt den Eindruck, als hätte er keinen Bezug mehr zur Realität. Diese Sätze in einem Interview – „Langfristig will ich möglichst dauerhaft in der Champions League spielen und Titel gewinnen. Das war auch immer schon ein großer Wunsch von mir, ebenso irgendwann im Ausland Fußball zu spielen. Spanien und England, die zwei Länder reizen mich extrem“ – charakterisierte Sportvorstand Peter Knäbel als „unpassend“.

Marktwert gesunken

Der Marktwert von Serdar ist nach einer schwachen Saison auf elf Millionen Euro gesunken. Doch diese Summe dürfte Schalke längst nicht für den 24-Jährigen bekommen. Auch bei Serdar muss Schalke abwarten und sich in Geduld üben.

Über den Autor
freier Mitarbeiter

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.