Der Schalker Mitgliederversammlung 2021 kommt eine besondere Bedeutung zu. © dpa
S04-Kommentar

Schalke 04 ist noch längst nicht aus dem Schneider

Sportvorstand Jochen Schneider ist auf Schalke gescheitert. Doch die Probleme der Königsblauen bleiben. Der Aufsichtsrat ist gefordert. Ein Kommentar.

Lob kann Schalkes Aufsichtsrat für eine längst überfällige Entscheidung nicht erwarten. Im Gegenteil: Dass die Initiative zu einem Gespräch mit dem Aufsichtsrat von Jochen Schneider kam, wirft ein ganz schlechtes Bild auf das Schalker Kontrollgremium.

Denn das bedeutet im Umkehrschluss: Hätte der Sportvorstand nicht die Initiative ergriffen, würden die Debatten um seine Person weiter gehen. Ein unwürdiger Zustand, den Schneider nun beendet hat. Respekt!

Wertvolle Zeit verloren

Gleichzeitig wird deutlich, dass der Schalker Aufsichtsrat offenbar hoffnungslos überfordert ist. Dass Schneider nicht mehr zu halten war, war abzusehen. Doch der Aufsichtsrat griff nicht ein. Er kam seiner Verantwortung nicht nach.

Deshalb verwundert die Übergangslösung mit dem Trio Büskens, Elgert und Knäbel auch nicht. Längst hätte ein Nachfolger für Schneider präsentiert werden müssen. Schalke verliert weiterhin wertvolle Zeit. Der Verein hat längst nicht mehr die Strahlkraft, wie er es immer wieder behauptet. Und was passiert eigentlich, wenn der neue Sportvorstand ganz andere personelle Pläne hat, als sie Büskens und Co. favorisieren?

Aufsichtsrat braucht neue Gesichter

Schalkes tiefgreifende Probleme sind längst nicht damit gelöst, dass Schneider nun bald Geschichte ist. Aus dem Schneider – einmal sei dieses Wortspiel erlaubt – sind die Königsblauen also noch lange nicht.

Aus Schalker Sicht kann man nur hoffen, dass der Aufsichtsrat am 13. Juni bei der Mitgliederversammlung ein neues Gesicht erhält. Das entbindet die aktuellen Amtsinhaber nicht von der Pflicht, einen kompetenten Schneider-Nachfolger zu finden.

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