Schalke hat eine neue Medienchefin geholt. © dpa
S04-Kommentar

Schalke 04 hat eine neue Medien-Chefin: Kaum jemand weiß, warum

Es war seit Tagen das Tuschelthema auf der Geschäftsstelle: Schalke hat mit Daniela Ulbing eine neue Medienchefin. Als die Nachricht nun offiziell publiziert wurde, gab es Kopfschütteln.

Nicht weil die Skeptiker die Qualifikation der früheren Fernsehmoderatorin in irgendeiner Form in Zweifel gezogen hätten, darum ging es nicht. Die Personalie ist deshalb für viele Mitarbeiter und Fans der Königsblauen vollkommen unverständlich, weil es ja schon zwei Personen gibt, die beim FC Schalke 04 den Bereich Sportkommunikation einerseits und Unternehmenskommunikation andererseits jeweils in Führungspositionen verantworten.

Nun wird auch noch unter dem pompösen Titel „Stabstelle Kommunikation“, die die Bereiche Sport- und Unternehmenskommunikation sowie TV Produktion, Vermarktung und Club Media verantwortet, eine weitere Position geschaffen. Und zwar bei einem Klub, der dem vierten Abstieg der Vereinsgeschichte entgegentaumelt, finanziell Millionenschulden in dreistelliger Höhe hat und in weiten Teilen der Fußball-Republik nur noch mitleidige Blicke erntet.

Überall tummeln sich Experten

Doch zumindest gedanklich wähnt sich Königsblau noch in höheren Sphären. Ungeachtet der sportlichen und wirtschaftlichen Tristesse, hat Schalke in den vergangenen Jahren den Personalapparat in einigen Bereichen dermaßen aufgebläht, dass der Gewinn der Champions League nur noch als eine Frage der Zeit erscheint. Der Bereich der Öffentlichkeitsarbeit ist ja nur ein Beispiel.

Überall tummeln sich vermeintliche Experten. Man braucht sich ja nur das Training der Schalker Mannschaft anzuschauen. Wer da alles noch auf und neben dem Platz dabei ist, steht in keinem Verhältnis zum dürftigen Ertrag.

Aber vielleicht baut der Schalker Vorstand ja auch nur vor, weil er befürchtet: Je mehr Misserfolg wir haben, desto mehr Personen brauchen wir, um das Ganze rhetorisch geschickt verpackt zu erklären.

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