Ozan Kabak (Mitte, hier im Champions-League-Spiel des FC Liverpool gegen Real Madrid): Schalkes einzige Aktie bei der Europameisterschaft. © dpa
Schalke 04

Ozan Kabak ist Schalkes einzige „Aktie“ bei der Europameisterschaft

Große internationale Turniere sind regelmäßig auch ein Schaulaufen für die Akteure auf dem Transfermarkt. Bei der nun beginnenden EM ist aus Schalker Sicht besonders Ozan Kabak interessant.

Schalkes sportlicher Abstieg lässt sich auch an der Anzahl der EM-Spieler der Königsblauen ablesen. Bei der am Freitag beginnenden Europameisterschaft wimmelt es zwar quer durch zahlreiche Nationalen von Ex-Schalkern, „aktive“ Schalker sind allerdings rar gesät.

Suat Serdar, der in der jüngeren Vergangenheit noch den engsten Kontakt zum DFB-Team hatte, wurde erwartungsgemäß nicht von Bundestrainer Joachim Löw berücksichtigt. Rabbi Matondo, von Schalke an Stoke City ausgeliehen, stand zwar im vorläufigen EM-Kader von Wales, wurde dann aber gestrichen. Ahmed Kutucu, ausgeliehen an Heracles Almelo, fand am Ende keine Berücksichtigung im türkischen EM-Kader, und die Hoffnungen von Goncalo Paciencia, auf Schalke einen Platz im portugiesischen Kader zu ergattern, hatten sich ziemlich früh durch die langwierige Verletzung des von Eintracht Frankfurt ausgeliehenen Stürmer erledigt.

Matondo „gestrichen“

Bleiben Frederik Rönnow und Alessandro Schöpf: Sie haben den Sprung in den dänischen bzw. österreichischen EM-Kader geschafft, haben mit Schalke aber nur noch indirekt etwas zu tun. Die Ausleihe Rönnows von Eintracht Frankfurt ist beendet, Schöpfs Vertrag wurde nicht verlängert – er ist ab dem 1. Juli kein Schalker mehr.

Bleibt Ozan Kabak: Der türkische Innenverteidiger ist Schalke einzige „Aktie“ bei der EM – allerdings eine ziemlich heiße. Denn Kabak erfüllt gleich mehrere Voraussetzungen, die ihn auf dem Transfermarkt so interessant machen: Mit erst 21 Jahren konnte er schon jede Menge Erfahrungen sammeln, u. a. mit dem FC Liverpool in der Champions League, wo er sich gar nicht mal schlecht schlug. Und nach dem Verzicht von Liverpool auf eine Festverpflichtung sucht Schalke sozusagen händeringend nach einem solventen Abnehmer für Kabak.

Kabak hat Vertrag bis 2024

Dass Kabak mit in die Zweite Liga geht, ist so gut wie ausgeschlossen. Kabaks großes Potenzial, das er auf Schalke am Ende allerdings nicht mehr gezeigt hat, ist in der Branche bekannt. Kabak will – und kann – erstklassig bleiben, in welchem Land auch immer. Und Schalke hat aus den bekannten Gründen ein Interesse daran, Kabak zu verkaufen. Zum einen gilt es, ihn von der Gehaltsliste zu bekommen, zum anderen winkt eine selbst in Corona-Zeiten noch stattliche Ablösesumme: Denn Kabak hat auf Schalke einen Vertrag bis 2024.

Die Türkei bestreitet am heutigen Freitag das EM-Eröffnungsspiel gegen die Türkei, das Schaufenster ist dann sozusagen geöffnet. Schalke wird Kabak die Daumen drücken, dass er bei der Europameisterschaft das hält, was er in seinen ersten Spielen für Schalke nach seiner Verletzung gleich zum Start versprach. Kabaks Marktwert wird auf transfermarkt.de mit 25 Millionen Euro beziffert.

Klopp verzichtete auf Kauf

Liverpool hätte Kabak für 18 Millionen Euro kaufen können. Aber Jürgen Klopp entschied dann doch anders. Immerhin wird die EM dadurch auch für Schalke noch so richtig interessant…

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