Mit dem Mute der Verzweiflung nach Gladbach: Suat Serdar ist derzeit einer der Schalker Stammspieler, die nicht verletzt oder suspendiert worden sind. © dpa
Schalke 04

Mit guten Wünschen, schönen Erinnerungen und dem letzten Aufgebot

Schalke trifft in Gladbach auf den Gegner, der im Januar zuhause bezwungen wurde. Es war der letzte Bundesliga-Sieg. Das war im Januar. Fans kritisieren und muntern auf. Dr. Buchta appelliert.

So weit es also schon gekommen: Die ersten Schalke-Fans haben resigniert…

Via Twitter gab die Interessenvertretung „Schalke – nur als e.V.“ eine Art Kapitulationserklärung ab: „Wir würden gerne auf die verschiedenen Entwicklungen im Verein eingehen. Aber wir blicken nicht mehr durch!“

„Blicken nicht mehr durch“

Kein Vorwurf – denn in der aktuellen Lage der Königsblauen den Durchblick zu behalten ist eine echte Herausforderung. Auf Schalke hat sich ein Gemisch zusammen gebraut, das gefährlicher werden könnte als bislang überstandene temporäre Unruhen. Denn es knirscht nicht nur an einer Stelle im Gebälk, das ganze Gebilde ist im übertragenen Sinne einsturzgefährdet, weil gleich drei tragende Säulen marode sind.

Die wirtschaftliche Lage – längst bekannt – ist höchst prekär. Damit einhergehend und wegen diverser Personalentscheidungen, die zumindest einen Mangel an notwendigem Instinkt der Führung verraten, ist das Betriebsklima mittlerweile auf dem Tiefpunkt. Und da steht Schalke auch sportlich seit dem vergangenen Spieltag. Die Mannschaft von Trainer Manuel Baum ist Tabellen-Schlusslicht – und das ist letztlich der alles entscheidende Stimmungskiller.

Stimmungskiller Misserfolg

Denn Erfolge oder Misserfolge bestimmen nicht nur dort, aber gerade auf Schalke, entscheidend, welchen Resonanzboden alle anderen Aktivitäten des Vereins finden.

Keine Siege, keine Ruhe – so einfach ist die Formel, die Schalkes Fußballer nun zu lösen haben. Weil sie nun aber seit mittlerweile 24 Bundesliga-Spielen nicht mehr gewonnen haben und auch gar nicht mehr so tun, als seien sie ein verschworener Haufen, hat Aufsichtsratschef Dr. Buchta auf der Vereins-Homepage nun einen ernsten Appell an alle gerichtet, die beim FC Schalke 04 in der sportlichen Verantwortung stehen.

„Kein Platz für Egoismen“

Für Egoismen, so Dr. Buchta, dürfe kein Platz sein. Es gehe jetzt einzig und allein darum, den Abstieg zu vermeiden. Von der sportlichen Leitung erwartet der Aufsichtsrat, so Dr. Buchta, dass sie bis zum Jahresende eine Ausgangsposition schafft, die danach noch eine Perspektive auf den Klassenerhalt bietet.

Schon unter der Woche hatten die Schalker „Supporters“ in einem langen Brief mit flehenden Worten ans Schalker Herzblut der Profis appelliert, Es gelte wenigstens zu malochen. Und wenn man schon unterlegen sei, könne man ja einfach auch mal eine Grätsche ansetzen. Oder es wenigstens versuchen.

Calhanoglu in der Startelf?

Kratzen, spucken, beißen – so wird das im Tabellenkeller einer jeden Liga gern zusammengefasst, und etwas anderes wird Schalke am Samstag (18.30 Uhr/Sky) in Mönchengladbach wohl auch gar nicht übrig bleiben. Denn bei dem Gegner, gegen den am 17. Januar (allerdings zu Hause) der bislang letzte Bundesliga-Sieg gelang (2:0), tritt Schalke daher zwar mit schönen Erinnerungen, aber auch mit dem letzten Aufgebot an. Mit Kerim Calhanoglu hat ein U19-Spieler sogar Startelf-Chancen.

Schließlich sind Amine Harit und Nabil Bentaleb gesperrt, Vedad Ibisevic ist bereits wieder in Berlin, obwohl Schalke ihn gerade jetzt gebrauchen könnte, weil Goncalo Paciencia, Rabbi Matondo (verletzt und Ahmed Kutucu (Quarantäne) fehlen. Kilian Ludewig wird wohl eine Pause bekommen, Ralf Fährmann, Salif Sané und Bastian Oczipka sind verletzt. Trainer Manuel Baum muss sich also auch anstrengen, um den Durchblick zu behalten.

Solidaritäts-Video

Wenn nicht, bleibt die Stimmung auf Schalke explosiv. Schon während der Woche hingen erneut Transparante auf dem Vereinsgelände, auf denen vor allem die „Ultras“ ihrem Unmut über die Vereinspolitik Luft machten. Kein Widerspruch: Gleichzeitig versuchen auch viele Fans, der Mannschaft Mut zu machen und wünschen alles Gute, beispielsweise in einem Solidaritäts-Video. Botschaft: Schalke schafft das nur GEmeinsam.

Bentalebs Berater protestiert

Dass Nabil Bentaleb derzeit und vielleicht auch überhaupt nicht mehr zu dieser GEmeinschaft, die aktuell keine ist, gehört, stößt ihm offenbar sauer auf. Sein Berater Madjid Yebda erklärte nun gegenüber Sport1, dass Schalke keine Argumente für die Suspendierung Bentalebs habe. Im Gegenteil habe sich der Fußballer seit seiner Rückkehr im Sommer absolut professionell verhalten.

Möglicherweise, so Yebda, werden Bentaleb und er sogar den Rechtsweg beschreiten. Nabil Bentaleb ist in seiner Schalker Zeit insgesamt nun bereits zum fünften Mal suspendiert worden.

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