Christian Gross, hier bei seinem ersten Training auf Schalke: „Mission Impossible“ oder Aufholjagd wie mit dem VfB Stuttgart? © dpa
Schalke 04

Ist Schalke noch zu retten? 2014 hätten schon 28 Punkte gereicht

Wie schwierig die Mission Klassenerhalt von Christian Gross wird, zeigt der Blick in die Statistik. Unter 30 Punkte haben es Klubs bislang nur in Ausnahmefällen in die Relegation geschafft.

Vier Punkte nach 13 Spielen – Schalkes Lage am Tabellenende gilt vielen Experten schon jetzt als aussichtslos, zumal die Königsblauen auch ein gigantisch schlechtes Torverhältnis haben. Ist die Mission Klassenerhalt des neuen Trainers Christain Gross also tatsächlich eine „Mission Impossible“? Ist Schalke noch zu retten? Ein Blick in die Statistik macht zwar nicht viel, aber zumindest wieder etwas Mut.

Große Schwankungen

Denn eine verlässliche Zahl, wie viele Punkte am Saisonende nötig sind, um zumindest noch den Strohhalm Relegationsplatz ergreifen zu können, gibt es nicht. Im Gegenteil: Die Zahlen sind recht schwankend. Einige Beispiele seit Einführung der Drei-Punkte-Regel in der Saison 1995/96.

Ein „Paradies“ für Kellerkinder war sozusagen die Saison 2013/14 – das Rekordjahr, was die Minimal-Anzahl von erforderlichen Punkten betrifft. Der Hamburger SV schaffte es mit 27 Punkten auf den 16. Platz, also in die Relegation. 28 Zähler hätten sicher zum Klassenerhalt gereicht. Dass der HSV nicht mal das schaffte, ist schon erstaunlich: Denn nach 13 Spieltagen – so viele sind in dieser Saison bislang gespielt – hatten die Hamburger schon 15 Zähler auf dem Konto und standen im relativ gesicherten Mittelfeld. Aus den restlichen 21 Partien holten sie also insgesamt noch 12 Punkte. Das entspricht einem Schnitt pro Spiel von 0,57 Punkte.

HSV stürzte brutal ab

Schalke kommt derzeit auf gerade mal 0,3 Punkte pro Schnitt, ist also noch schlechter als der HSV in seiner damaligen Absturz-Phase. Um auf die damals zur Relegation ausreichenden 27 Punkte zu kommen, müsste Schalke in den noch ausstehenden 21 Spielen 23 Punkte holen, also den Schnitt auf 1,1 pro Spiel steigern.

So wenige Punkte wie 2013/14 waren seit Einführung der Drei-Punkte-Regel nie erforderlich. Aber wie sah es damals nach 13 Spieltagen am Tabellenende aus? Auf den beiden letzten Plätzen standen der 1. FC Nürnberg und Eintracht Braunschweig – allerdings hatten beide damals schon jeweils acht Punkte auf dem Konto, also die doppelte Anzahl wie Schalke jetzt. Sowohl Nürnberg als auch Eintracht Braunschweig stiegen damals direkt ab.

KSC-Abstieg mit 38 Punkten

Erst zweimal musste die 30-Punkte-Grenze für das Erreichen von Platz 16, der erst ab 2008/09 wieder ein Relegationsplatz ist und in den Jahren davor ein sicherer Abstiegsplatz war, nicht übersprungen werden, außer 2014/15 noch 2018/19 – damals schaffte es der VfB Stuttgart mit 28 Punkten in die Relegation, die auch Schalke in dieser Saison gedroht hatte.

Die Schwankungen zwischen der rettenden und nicht mehr reichenden Punktzahl sind enorm: In der Saison 1997/98 landete der Karlsruher SC mit relativ stattlichen 38 Punken auf Platz 16 – und stieg direkt ab.

Gross schaffte mit VfB 2,26 pro Spiel

Wenn über die nackten Zahlen gesprochen wird, kann Schalkes neuer Hoffnungsträger Christian Gross allerdings mit einem dicken Pfund aufwarten: Als er den VfB Stuttgart im Dezember 2009 übernahm, holte er mit den Schwaben anschließend im Schnitt 2,26 Punkte pro Spiel und führte den VfB noch auf Rang sechs. 2,26 Punkte pro Spiel – auf Schalke umgerechnet wären das 47,46 (2,26 mal 21). Plus die vier Zähler, die die Königsblauen schon haben, wäre es am Saisonende also 51 Punkte.

Die reichen in der Regel mindestens zu einem Platz im gesicherten Mittelfeld. Zukunftsmusik, natürlich. Noch steht Christian Gross vor einer Aufgabe, die zu einer „Mission Impossible werden kann. Von den nackten Zahlen wird sich der 66-Jährige nicht entmutigen lassen – auch wenn die nicht unbedingt für Schalke sprechen.

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