Zwei, die Schalke verlassen haben: Athletik-Trainer Werner Leuthard (l.) und Sebastian Rudy. © dpa
S04-Kommentar

Erst hoch gelobt, dann still verabschiedet: Schalkes Personalkarussell

Nicht nur bei den Trainern hat der FC Schalke 04 zuletzt einen Personalverschleiß gehabt, der Fragen aufwirkt. Auch beim Personal rund ums Team ist Kontinuität ein Fremdwort. Ein Kommentar.

Die folgende Liste von Namen erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber damit wird ihre Brisanz nicht kleiner: Was haben Werner Leuthard, Michael Reschke, Dr. Andreas Schlumberger, Sascha Riether und Massimo Mariotti gemeinsam?

Sie wurden bei ihren Amtsantritten von den Schalker Entscheidungsträgern in den höchsten Tönen gelobt, aber nach kurzer schon wieder verabschiedet. Über den Integrationsbeauftragten Mariotti hielt der damalige Sportdirektor Jochen Schneider zum Beispiel eine minutenlange Lobrede über die unbedingte Notwendigkeit dieser ach so wichtigen Position.

Leuthard ein „Auslaufmodell?“

Uns jetzt? Auch Mariotti wurde freigestellt und reiht sich in die Liste der oben genannten Personen nahtlos ein. Die Gründe für die Trennungen mögen in den einzelnen Fällen unterschiedlicher Natur gewesen sein. Manche von ihnen waren sogar nachvollziehbar, wenn etwa die Chemie zwischen Sportvorstand Jochen Schneider und Kaderplaner Michael Reschke nicht stimmte. In solch einem Fall ist kein zielgerichtetes Arbeiten möglich.

Aber die Vielzahl an Abschieden wirft kein gutes Bild auf die Schalker Personalpolitik. Der Verein muss sich selbstkritisch fragen lassen, ob ein Großteil der Schuld nicht auch bei den Spielern liegt, wenn ein anerkannter Fachmann wie Werner Leuthard plötzlich intern als „Auslaufmodell“ bezeichnet wurde.

Keine Kontinuität

Bei dieser Personalfluktuation ist sportlicher Erfolg so gut wie ausgeschlossen. Kontinuität in diesem Bereich ist ein hohes Gut, dies muss Schalke endlich beherzigen, auch in solchen Arbeitsbereichen, die nicht im Fokus der Öffentlichkeit stehen.

Denn im Profisport mus ein Rädchen ins andere greifen, damit sich Erfolg einstellt. Es entscheiden Kleinigkeiten, weil die Leistungsdichte gerade in der 2. Liga sehr groß ist.

Auch jetzt gibt es unter anderem mit Torwart-Trainer Wil Coort, Chefscout André Hechelmann und Leiter Athletik Jörn Menger neue Gesichter im Schalker Staff. Da stellt sich nun sofort die Frage: Soll man Ihnen zur Aufgabe auf Schalke gratulieren oder besser eindringlich warnen, dass Ihre Zeit schnell abgelaufen sein könnte?

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