Klaas-Jan Huntelaar (l.) im Spiel gegen Bremen im Duell mit Ömer Toprak: Insgesamt nur zehn Minuten Einsatzzeit - zu wenig, um helfen zu können. © dpa
Schalke 04

Dumm gelaufen: So werden Huntelaars Waden zu Schalkes Achillesferse

Gekommen als großer Hoffnungsträger im Sturm droht Klaas-Jan Huntelaar nun ein Paradebeispiel dafür zu werden, was in einer Saison alleine auf einer Position so alles schiefgehen kann.

Das Geburtstagskind ließ sich auch durch den Dortmunder Sieg in Sevilla die gute Hoffnung auf einen Schalker Derby-Sieg nicht nehmen: „Der BVB musste in Sevilla alles raushauen. Zumindest kräftemäßig sollte Schalke am Samstag also im Vorteil sein, vor allem in der zweiten Halbzeit. Aber dann muss die Mannschaft natürlich auch da sein.“

Rüdiger Abramczik ist seit Donnerstag „65“, und im Geburtstags-Interview mit den Ruhr Nachrichten (online) wünscht sich der „Flankengott aus dem Kohlenpott“, der für beide Mannschaften spielte, einen Schalker Sieg: „Weil ich Schalker bin.“ Dass „Abi“ einen S04-Erfolg für durchaus realistisch hält, kann nicht an der Sturm-Besetzung der Königsblauen liegen. Denn da gab es am Mittwochabend einen echten Tiefschlag.

„Vorerst“ nicht zur Verfügung. Heißt also: Das kann dauern

Schalke vermeldete per Twitter offiziell, dass es mit dem erhofften Comeback von Klaas-Jan Huntelaar auch beim Derby nichts wird. Das Vokabular der Mitteilung blieb zum Teil im Ungefähren und verheißt gerade deshalb nichts Gutes: Huntelaar steht „vorerst“ nicht zur Verfügung, er absolviert „bis auf Weiteres“ ein individuelles Aufbautraining. Worte, die in der Regel umschreiben sollen: Das kann dauern!

Eine muskuläre Verletzung, so Schalke, sei der Anlass für die Zwangspause, hinter den Kulissen wird längst über einen Muskelfaserriss in der linken Wade gemunkelt – zugezogen beim Training auf Schalke. Sein letztes Spiel für Ajax Amsterdam hatte Huntelaar ebenfalls schon wegen Wadenproblemen verpasst – allerdings war es da die rechte Wade.

Die muskulären Probleme sind
wohl ein Muskelfaserriss

Wahrscheinlich wird Huntelaar nicht nur im Derby, sondern auch noch am Samstag danach in Stuttgart fehlen. Der Heilungsprozess nach einem Muskelfaseriss bei einem 37-Jährigen ist halt schwierig zu prognostizieren. Und nur ein absolut „fitter“ Huntelaar könnte Schalke weiterhelfen.

Bislang konnte er es noch nicht. Von insgesamt 540 möglichen Einsatzminuten absolvierte er ganze zehn (in Bremen), nach dem Stuttgart-Spiel wären es dann zehn von 720 Minuten. Gekommen als Soforthilfe wird ausgerechnet Huntelaar, der so etwas wie eine Klub-Legende ist, zum Paradebeispiel dafür, was alleine auf einer Position innerhalb einer Saison so alles schiefgehen kann.

Obwohl Trainer Baum ging, kam der „Vedator“ nicht zurück

Dumm gelaufen – im Stürmer-Lotto droht Schalke bis auf eine Ausnahme leer auszugehen. Denn Huntelaars Waden symbolisieren sozusagen die Achillesferse eines ganzen Mannschafsteils.

Der Reihe nach: Der von Eintracht Frankfurt ausgeliehene Goncalo Paciencia, der bis dahin auch noch keine Bäume ausgerissen hatte, wurde Ende November am Knie operiert und ist gerade wieder ins Aufbautraining eingestiegen. Fast zeitgleich war der Vertrag mit Vedad Ibisevic, der für genau solche Fälle verpflichtet wurde, aufgelöst worden, weil der „Vedator“ sich mit Trainer Manuel Baum überworfen hatte. Dann trennte sich Schalke von Baum, aber Ibisevic war zu einem Comeback nicht zu überreden.

Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider lotste Klaas-Jan Huntelaar von Ajax Amsterdam zurück nach Schalke, mit Ahmed Kutucu und Rabbi Matondo wurden zwei Angreifer verliehen. Aber Huntelaar liegt sozusagen auf Eis – alle Sturm-Hoffnungen ruhen daher auf Youngster Matthew Hoppe, der sich als Profiteur der Schalker Sturm-Krise in Szene setzen konnte.

Fans stillen Sehnsüchte mit
„Toren von Ex-Schalkern“

Hoppe hat fünf der insgesamt 15 Schalker Bundesliga-Saisontore (schwächster Sturm) erzielt. Einige S04-Fans stillen ihre Sehnsucht nach Toren, in dem sie auf Twitter Tweets mit „Toren von Ex-Schalkern“ teilen. Sehr populär im Moment: Guido Burgstaller. Auf Schalke schoss er, wenn er überhaupt noch zum Einsatz kam, nur noch Fahrkarten, beim Zweitligisten FC St. Pauli hat er nach einer längeren Krankheitspause das Knipsen wieder für sich entdeckt.

Beim Derby-Wunsch von „Abi“ kann er am Samstag nicht behilflich sein.

Über den Autor
freier Mitarbeiter

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.