Gegensätze: Bayerns Thomas Müller jubelt, Ozan Kabak (r.) ist wieder einmal enttäuscht. © dpa
Schalke 04

Auch ein Gesicht der Schalker Krise: Verteidiger Ozan Kabak

Viele Schalker Spieler haben im bisherigen Saisonverlauf keine guten Leistungen gezeigt. Dazu gehört auch ein so hoch gelobter Kicker wie Ozan Kabak.

Sein Name wird immer wieder genannt, wenn es um Verkaufskandidaten beim FC Schalke 04 geht. Doch kurz vor der Schließung des Transferfensters sieht es nicht daran aus, als würde Ozan Kabak die Königsblauen verlassen.

Dies wäre auch eine Überraschung, denn Anspruch und Wirklichkeit klafften beim türkischen Nationalspieler in dieser Saison besonders weit auseinander. Das lässt sich nicht nur an seinen Leistungen auf dem Platz ablesen, sondern wird auch durch den rapiden Fall seines Marktwertes deutlich, der unter 20 Millionen Euro gesunken ist.

Spuckattacke kostet Sympathien

Schon zu Beginn der Saison musste der 20-Jährige einen selbst verschuldeten Rückschlag hinnehmen. Im Heimspiel gegen Werder Bremen leistete sich der Innenverteidiger eine Spuckattacke gegen seinen Bremer Gegenspieler Ludwig Augustinsson, was eine lange Sperre inklusive Geldstrafe nach sich zog.

Seitdem ist Kabak nicht mehr richtig in Tritt gekommen. Seine risikoreiche Spielweise hat bereits zu einigen Gegentoren geführt. Nach der 1:3-Niederlage in Frankfurt sah sich Schalke-Trainer Christian Gross schon mit Fragen nach der Leistungsfähigkeit des Defensivspezialisten konfrontiert. Der 66-Jährige gab Kabak Rückendeckung: „Er ist ein Leistungsträger bei uns. Ich zähle auch weiterhin voll auf ihn“.

4,85 als Durchschnittsnote

Doch auch gegen die Bayern patzte der Innenverteidiger häufig. Er ermöglichte Weltfußballer Robert Lewandowski mehrere gute Chancen und einen Treffer. Seine Durchschnittsnote von 4,85 im Fachmagazin Kicker macht mehr als deutlich, wie weit Kabak den eigenen Ansprüchen hinterherhinkt.

Bei seiner Verpflichtung im Sommer 2019 wurde er von Schalker Seite noch als eines der „größten Abwehrtalente Europas“ gerühmt. Davon ist zurzeit überhaupt nichts mehr zu sehen. Bei den statistischen Werten ist er nur in der Luft auf seinem gewohnten Niveau. Er entschied bisher 77 Prozent der Kopfballduelle für sich.

Schon 48 Gegentore

Nicht nur Kabak, sondern die gesamte Schalker Abwehr patzt in unschöner Regelmäßigkeit. Nach 18 Spieltagen hat keine Bundesligamannschaft mehr Gegentore kassiert als die Königsblauen. Die Zahl 48 ist ein Alarmsignal erster Güte.

Vielleicht gewinnt die Schalker Defensive durch die Neuzugänge Sead Kolasinac, der gegen die Bayern bekanntlich aus Verletzungsgründen fehlte, und den seit Montag ausgeliehenen William die dringend notwendige Stabilität, um den Klassenerhalt doch noch zu schaffen. Vor allem die vielen Gegentore nach Standards bereiten Trainer Christian Gross Sorgen.

Erst ein Spiel ohne Gegentor

„Wir haben einige Dinge ganz schlecht gemacht“, sagte der Schweizer nach der Niederlage gegen die Bayern und meinte damit sicherlich auch die Defensivschwächen seiner Mannschaft, die in der laufenden Bundesligasaison nur einmal ohne Gegentor blieb, und zwar beim bisher einzigen Sieg, dem 4:0 gegen 1899 Hoffenheim. In Bremen unternimmt Schalke den nächsten Versuch, endlich mal wieder zu Null zu spielen. Ein Kabak in besserer Form würde dabei sicherlich helfen.

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