Wieder zurück auf Schalke: Sead Kolasinac, hier bei seinem letzten Heimspiel für die Königsblauen im Mai 2017 gegen den HSV, gibt gegen Hoffenheim sein Comeback im S04-Trikot. © rabas
Schalke 04

Als Fußballer und Motivator: Kolasinac ist als Soforthelfer gefordert

Hohe Erwartungen an den von Arsenal London ausgeliehenen prominenten Rückkehrer. Erste Mission: Die Einstellung des Rekordes von Tasmania Berlin durch Schalke verhindern.

Sein erster Tag, seine ersten Worte, sein erstes Training – Schalkes Social-Media-Abteilung ließ in den vergangenen Tagen nichts unversucht, um den prominenten Rückkehrer ins grelle Licht zu rücken. Keine Frage: Auf Sead Kolasinac ruhen fast alle Schalker Hoffnungen – was auch daran liegt, dass offenbar die Meinung vorherrscht, der Rest der Mannschaft sei ohne Kolasinac dem Abstieg geweiht.

„Eine echte Persönlichkeit“

Christian Gross könnte mit all seiner Erfahrung nun die branchenüblichen Floskeln verwenden, um die hohen Erwartungen an den Neuzugang nicht ins Unermessliche steigen zu lassen. Aber der Schweizer Trainer scheint davon auszugehen, dass Kolasinac diesem Druck standhält und macht klar, was er von ihm erwartet: Soforthilfe. Und das nicht nur auf der linken defensiven Außenbahn, wo er wie gewohnt zunächst zum Einsatz kommen wird – die Möglichkeit, Kolasinac perspektivisch mehr ins Zentrum der Mannschaft zwecks größerer Einflussnahme zu stellen, schließt Gross allerdings nicht aus.

Kolasinac, so Gross, sei „voll da. Er präsentiert sich sehr, sehr gut, ist eine echte Persönlichkeit. Wir bräuchten mehr davon“, lobt er den 27-Jährigen, von dem er nicht nur die Einbringung seiner fußballerischen Qualitäten erwartet. Auch als Motivator soll „Aufbauhelfer“ Kolasinac fungieren: „Wenn ein anderer Spieler vielleicht etwas durchhängt, kann Sead Kolasinac ihn wieder aufbauen.“

Die „15“ wäre dramatisch genug…

Mit Druck könne der von Arsenal London bis zum Saisonende ausgeliehene Kolasinac umgehen, das habe er schon bewiesen, glaubt Schalkes Trainer. Und der Druck vor dem Heimspiel gegen Hoffenheim am Samstag (15.30 Uhr/Sky) könnte größer nicht sein. Schalke kämpft im Prinzip an zwei Fronten, die sich allerdings ergänzen.

Denn so medienwirksam die drohende Einstellung des scheinbaren Ewigkeits-Rekords von Tasmania Berlin (31 sieglose Erstliga-Spiele 1965/66) auch wäre (Schalke kommt saisonübergreifend bislang auf 30), noch entscheidender und nicht minder dramatisch ist eine andere Zahl: Gewinnt Schalke auch gegen Hoffenheim nicht, wäre es in dieser Saison das 15. sieglose Liga-Spiel in Serie – und der Abstand zur bislang ebenfalls verlässlich verlierenden Konkurrenz würde sich vielleicht noch weiter vergrößern.

Fährmann wieder im Tor

Christian Gross kennt all diese Zahlen, will sich aber gar nicht groß damit aufhalten: „Unsere Situation können wir ja nicht verheimlichen. Wir werden alles tun, um den Rekord von Tasmania Berlin nicht einzustellen!“ Mit Aufbauhelfer Sead Kolasinac – und wieder mit Ralf Fährmann im Tor. Er bleibt in der Bundesliga Schalkes Nummer eins. Frederik Rönnow wird dagegen Anfang Februar beim Pokal-Achtelfinale in Wolfsburg im Tor stehen. Der Einsatz der angeschlagenen Omar Mascarell und Salif Sané gegen Hoffenheim ist noch fraglich.

Über den Autor
freier Mitarbeiter

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.