Kurzanalyse direkt nach dem Abpfiff in Braunschweig: Steffen Tigges (l.) und BVB-Trainer Edin Terzic. © imago / Christian Schroedter
Borussia Dortmund

Von Null auf Startelf: Viel Lob für BVB-Debütant Steffen Tigges

Steffen Tigges kassiert viel Lob für sein BVB-Profidebüt in Braunschweig, auch wenn ihm ein Tor verwehrt bleibt. Wie es für den Kapitän der U23 nun weitergeht, ist erst einmal offen.

Die Partie des BVB II gegen Düsseldorf II verfolgte Steffen Tigges im Livestream, zumindest Hälfte eins. Das Bild ruckelte etwas, doch die wesentlichen Aktionen beim 1:1 seiner Kollegen gegen die Fortuna-Reserve hatte der 22-Jährige auf dem Schirm, ehe er mit der Borussia ins Pokal-Duell gegen Eintracht Braunschweig zog. An diesem Dienstagabend gab Tigges, eigentlich bei der Dortmunder U23 als Kapitän beschäftigt, sein Debüt für die Profis.

BVB-Debütant Tigges: Knapp am ersten Profi-Tor vorbei

Flankiert von Giovanni Reyna und Jadon Sancho besetzte er das Sturmzentrum – und rannte, so schnell und so weit ihn seine Beine trugen. Denn Tigges, im Sommer 2019 vom VfL Osnabrück nach Dortmund gekommen, hatte zuvor alle 18 Regionalliga-Spiele von Anfang bis Ende absolviert. Schon am Wochenende lief der Angreifer „ein bisschen auf dem Zahnfleisch“, wie er zugab. Umso bemerkenswerter war, was sich noch im Tigges-Tank befand. U23-Trainer Enrico Maaßen lobte „tolle Laufwerte“ und betonte: „Fürs erste Mal hat er es richtig gut gemacht.“

Beim 2:0-Arbeitssieg in Braunschweig wirkte der originäre BVB-II-Torjäger (zwölf Treffer) die volle Spielzeit mit – eifrig, nur letztlich glücklos in einigen Situationen. Ein Zuspiel von Sancho vergab er (79.), ebenso eine Großchance kurz vor Schluss, als er im Eins-gegen-Eins an Eintracht-Torhüter Jasmin Fejzic scheiterte (85.). Zudem geriet ein Kopfball zu unpräzise (64.).

Steffen Tigges über sein BVB-Debüt: „Dafür hat es richtig gut gepasst“

„Über die verpassten Chancen ärgere ich mich natürlich“, sagte er am Mittwoch im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten, „mit besserem Timing kann ich den Kopfball aufs Tor bringen oder den Ball von Jadon über die Linie drücken“. Trotzdem sei er zufrieden mit seinem ersten Pflichtspiel-Leistungsnachweis im Kreise der Dortmunder Profis. „Ich war nicht oft bei der Mannschaft, dafür hat es richtig gut gepasst“.

Erst am Dienstagnachmittag erfuhr der Angreifer von seinem Startelfplatz, zuvor musste allerhand organisiert werden. Bereits am Samstagabend wurde er auf das Coronavirus getestet. Youssoufa Moukoko, nach der Verletzung Erling Haalands zuletzt Stürmer Nummer eins beim BVB, hatte die Dienstreise zu Union Berlin nicht beschwerdefrei überstanden.

Steffen Tigges ist „die erste Idee“ von BVB-Trainer Edin Terzic

Moukoko fiel angeschlagen aus, also wurde Tigges kurzfristig befördert – und absolvierte fix noch einen zweiten Corona-Test. An ein richtiges Mannschaftstraining war nicht zu denken. Dennoch sei der U23-Angreifer „die erste Idee“ gewesen, sagte Edin Terzic, der mit Tigges gleich nach Abpfiff auf dem tiefen Rasen des Eintracht-Stadions in die Kurzanalyse ging.

Der Stürmer habe es „herausragend“ gemacht, lobte Dortmunds Cheftrainer auf der Pressekonferenz – und erklärte seinen Plan. „Die Statik des Spiel“ wollte Terzic nicht zu sehr verändern. Dafür benötigte er einen Mann, „der das Zentrum hält, der die Bälle behaupten kann, von da aus immer wieder in die Tiefe starten kann“. Diesen Auftrag erfüllte der 1,93 Meter große Tigges, erarbeitete eine Großchance für Julian Brandt (22.) – und berichtete anschließend, er werde „jetzt erst einmal mitgetestet“ im Profi-Zyklus. „Alles Weitere wird sich dann nach den Feiertagen ergeben.“

Steffen Tigges bleibt eine Alternative für die BVB-Profis

Gewiss: Wenn Haaland und Moukoko zurückkehren, wird es sehr eng für Tigges. Doch zumindest eine Alternative für die Profis bleibt er nach dem ordentlichen Einstand, der für reichlich Resonanz gesorgt hat. Er habe „viele Nachrichten bekommen“, erzählte Tigges. „Allerdings würde ich mich wundern, wenn meine Eltern, meine Freundin und meine Freunde jetzt stolzer auf mich wären als vorher. Ich glaube, das ist völlig unabhängig vom Fußball.“

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Tobias Jöhren, Jahrgang 1986, hat an der Deutschen Sporthochschule in Köln studiert. Seit 2013 ist er Mitglied der Sportredaktion von Lensing Media – und findet trotz seines Berufes, dass Fußball nur die schönste Nebensache der Welt ist.
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Tobias Jöhren
Volontär
Schreibt seit 2015. Arbeitet seit 2018 für die Ruhr Nachrichten und ist da vor allem in der Sportredaktion und rund um den BVB unterwegs.
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