BVB-Trainer Marco Rose war gegen Mainz nicht rundum zufrieden. © imago images/RHR-Foto
Meinung

Trotz Sieg gegen Mainz und Tabellenführung: BVB-Trainer Rose legt Finger in die Wunde

Borussia Dortmund gewinnt gegen Mainz und ist vorübergehend Tabellenführer. Dennoch ist BVB-Trainer Marco Rose teilweise unzufrieden. Zurecht. Der Kommentar von Kevin Pinnow.

Ein 3:1-Sieg gegen den FSV Mainz 05, zumindest bis Sonntagnachmittag Tabellenführer, ein fast wieder normales Heimspielerlebnis vor 63.812 Zuschauern (auch wenn wegen der Probleme beim Einlass einige erst deutlich nach Spielbeginn an ihrem Platz waren) – eigentlich hätte BVB-Trainer Marco Rose rundum zufrieden sein können an diesem frühen Samstagabend. Doch so richtig war er das nicht. Und das war wieder mal einem Fakt geschuldet, der ihn im Laufe der Saison schon des Öfteren das eine oder andere graue Haar beschert hat.


BVB macht sich gegen Mainz das Leben erneut selbst schwer

Eine frühe Führung, die gegen eine so defensivstarke Mannschaft wie Mainz (vor dem Spiel erst fünf Gegentore) Gold wert war, ein zweiter Treffer kurz nach dem Seitenwechsel. Alles lief nach Plan für Marco Rose und Borussia Dortmund. „Und hinten raus machen wir es uns wieder selber schwer. Das ist unnötig, dass wir immer wieder über dieses Thema diskutieren müssen“, sagte Rose sichtlich genervt von dem Umstand, dass es seine Mannschaft am Ende wieder spannender gemacht hatte als zwingend nötig.

Mit dem 2:0 durch Erling Haaland, der nach Abpfiff noch mit einem Flitzer auf dem Platz feierte, habe man eigentlich die nötige Ruhe gehabt, die man brauche, um so ein Spiel sicher und souverän nach Hause zu bringen. Und die Mainzer hatten nun wahrlich keine großen Anstalten gemacht, Borussia Dortmund das Leben in der Schlussphase noch mal so richtig schwer zu machen. Doch die großzügige Einladung des BVB wollten sie dann auch nicht einfach so verfallen lassen. Also nahmen die Nullfünfer sie an und gestalteten eine bis dato völlig einseitige Partie zumindest für wenige Minuten wieder offen.

Borussia Dortmund kann Spiele am Ende dennoch für sich entscheiden

Das Positive in dieser Saison ist, dass Borussia Dortmund es bislang immer geschafft hat, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Nie ist ihnen ein Spiel am Ende richtig entglitten, noch keines ging nach Führung verloren. Auch nicht gegen Mainz. Das spricht eindeutig für den BVB. Aber das kostet Kraft. Viel Kraft. Und da viele Spieler von Borussia Dortmund aktuell nicht im Vollbesitz dieser sind, ist es umso ratsamer, sie – wenn möglich – zu sparen. Und mit etwas mehr Kontrolle und Konzentration wäre das gegen Mainz eben möglich gewesen.

Würde vor Borussia Dortmund eine normale Trainingswoche stehen, wäre dieser Punkt in der Analyse von Marco Rose vielleicht auch gar nicht so sehr ins Gewicht gefallen, viel mehr hätte er den „sehr ordentlichen“ Auftritt der Schwarzgelben in den Fokus gerückt, den seine Mannschaft zweifelsohne hingelegt hat, und über die vorübergehende Tabellenführung gesprochen.

Straffes Programm: Drei Englische Wochen in Serie für den BVB

Doch vor dem BVB liegt eben nun eine kräftezehrende Phase mit drei Englischen Wochen in Serie. Und schon am Dienstag wird ein weiterer Kraftakt vonnöten sein, um das schwierige Champions-League-Auswärtsspiel beim bestens aufgelegten holländischen Meister Ajax Amsterdam positiv zu gestalten.

Das weiß auch Marco Rose. Genau deswegen will er den Finger immer wieder in die Wunde legen. Wobei man ehrlicherweise sagen muss: Borussia Dortmund hatte in den vergangenen Jahren schon deutlich größere Wunden. Und vielleicht bekommt der BVB-Trainer diese ja auch noch zeitnah geheilt. Dann wird er auch rundum zufrieden sein – und nicht nur zu 90 Prozent.

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