Perfektes Timing: Thomas Delaney (r.) trifft per Kopf zum 1:1 gegen den FC Augsburg. © imago / firo
Borussia Dortmund

Top-Werte: BVB-Antreiber Thomas Delaney ist „Mister Überall“

Ein Tor für den BVB geschossen, etliche Bälle erobert und als harter Zweikämpfer Augsburg zur Verzweiflung getrieben: Thomas Delaney ist für Borussia Dortmund derzeit unersetzbar.

Es gibt diese uralt-schöne Geschichte mit dem Hasen und dem Igel. Egal, wo der Hase auch hinläuft – der Igel ist schon vor ihm da. So mancher Fußballprofi des FC Augsburg mag sich am Samstagnachmittag in Dortmund in etwa wie der besagte Hase gefühlt haben. Denn egal, wo die Augsburger mit dem Ball auch hinliefen, Thomas Delaney war schon da. Hinten, vorne, überall.

Thomas Delaney ist gegen Augsburg der Mittelfeldmotor des BVB

Der dänische Mittelfeldmotor des BVB war beim 3:1-Erfolg der Borussen omnipräsent – und der spielentscheidende Mann. „Thomas hat jedes Loch gestopft und Bälle erobert auf dem ganzen Platz“, lobte Trainer Edin Terzic seinen Schützling, der gegen Augsburg ein unglaubliches Pensum abgespult hatte. Und das in verantwortungsvoller Rolle. Denn Terzic hatte Delaney als einzigen Sechser vor der Vierer-Abwehrkette aufgeboten, ihm oblag es also, die Konterabsicherung in Vertretung des verletzten Axel Witsel ebenso zu leisten wie Impulse bis zum gegnerischen Strafraum.

Mit Impulsen wollte sich der Däne aber gar nicht begnügen. Als es darum ging, nach dem frühen 0:1 die Wende für die Borussia zu erzwingen, stieg Delaney (RN-Note: 1,5) im Augsburger Strafraum hoch in die Luft und drückte einen Freistoß von Marco Reus perfekt per Kopf zum Ausgleich ins lange Eck (26.). Es war der Treffer, der auch die letzten Fesseln der Borussen löste, der sie befreiter aufspielen und beherzt attackieren ließ. Mittendrin: Thomas Delaney als Führungskraft. Er gewann 85 Prozent seiner Zweikämpfe und war damit bester Spieler auf dem Feld. Alle fünf Kopfballduelle entschied er für sich. Er war mit 89 Ballkontakten oft gefragte Anspielstation und avancierte mit 12,07 gelaufenen Kilometern auch noch zum fleißigsten Borussen.

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Entscheidend dabei war, dass Delaney seine weiten Wege sinnvoll nutzte, um als Abfangjäger etliche Vorstöße der Augsburger zu bremsen, Schüsse abzublocken und im fixen Umschaltspiel das Spielgerät mit Tempo und Präzision nach vorne zu bringen – fünf seiner sechs langen Pässe kamen am Fuß des Mitspielers an.

BVB-Sechser Thomas Delaney: Der furchtlose Däne

Die Augsburger hatten ihre liebe Mühe damit, Dortmunds Dänen zu folgen, konnten ihn meist nur auf unfaire Weise stoppen. Vier Fouls gab es gegen Delaney, häufiger als jeder andere Borusse bekam er am Samstagnachmittag auf die Socken. Aus dem Tritt bringen konnte das den 29-Jährigen aber nicht, das äußere Zeichen für seinen unbändigen Einsatz in diesen 90 Minuten hatte er ohnehin schon vorab auf dem Rasen gegeben: Er war der einzige Dortmunder, der bei kalten drei Grad in kurzen Ärmeln aufgelaufen war. Es war eben Zeit für harte Arbeit.

Sebastian Kehl zollte Delaney Respekt für dessen prägende Vorstellung. „Thomas hat eine extrem gute Leistung gezeigt, im Umschaltspiel, im Verlagern des Spiels, im Nachschieben. Das war rundum klasse“, sagte der Lizenzspielleiter des BVB am Sonntag im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. „Dortmund war heute einfach die bessere Mannschaft“, gestand Augsburgs Trainer Heiko Herrlich. Stimmt, denn Dortmund hatte vor allem Delaney.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Sascha Klaverkamp, Jahrgang 1975, lebt im und liebt das Münsterland. Der Familienvater beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit der Sportberichterstattung. Einer seiner journalistischen Schwerpunkte ist Borussia Dortmund.
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Sascha Klaverkamp

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