BVB-Trainer Edin Terzic jubelt beim Derbysieg auf Schalke. © Tim Rehbein/RHR-FOTO
Borussia Dortmund

Terzic nennt die Erfolgskriterien – BVB setzt Maßstab für kommende Wochen

Den Erfolg auf Schalke sieht Edin Terzic an drei Bedingungen geknüpft. Die Vorgaben des Trainers setzt das BVB-Team perfekt um. Der Maßstab für die nächsten Wochen ist gesetzt.

Die Genugtuung des Derbysiegers stand Edin Terzic nach dem Abpfiff einer Partie, die für beide Rivalen von eminent wichtiger Bedeutung war, ins Gesicht geschrieben.

Am Ende einer Englischen Woche, die mit dem 2:2 gegen die TSG Hoffenheim denkbar schlecht begonnen hatte, durfte Terzic zufrieden konstatieren, dass seine Elf die von mehreren Spielern nach dem Unentschieden gegen 1899 beschriebenen Entwicklungsschritte im Training nun auch auf den Platz bekommen hatte. Der Sieg in Sevilla und auch der unangefochtene Erfolg am Samstag auf Schalke belegten diese Fortschritte – und zeigten den Weg für die kommenden Wochen. Auch Terzic selbst durfte durchatmen: Die zwei Siege bessern seine bislang doch eher bescheidene Bilanz als Cheftrainer deutlich auf.

Der BVB muss den Tank leer machen

In der Herangehensweise an dieses Derby, das auch deshalb so besonders war, weil der BVB durch das 4:0 die Wahrscheinlichkeit eines Abstiegs des königsblauen Rivalen deutlich erhöhte, sah Borussia Dortmunds Trainer drei Punkte als maßgeblich für den Erfolg an, wie er vor der Partie erklärte. Es gehe um die richtige Einstellung der Mannschaft vor dem Anpfiff, während des Spiels gehe es um die Bereitschaft zur Unterstützung des Nebenmannes. Und nach dem Spiel müsse man eine positive Antwort auf die Frage geben können: „Haben wir den Tank leer gemacht?“

In allen drei Elementen ließ der BVB seinen Trainer diesmal nicht im Stich und setzte den Matchplan des Trainers perfekt um. Dortmund war von Beginn an im Spiel, presste nicht mit der Bedingungslosigkeit, die einst Peter Bosz gern von seinen Spielern gefordert hatte, sondern fand eher die richtige Mischung aus guter Staffelung gegen den Ball und hohem Anlaufen des Gegners, dessen Probleme im Spielaufbau beim 1:0 des BVB deutlich zu Tage traten. Der BVB wusste, dass Schalke irgendwann Fehler machen würde, die Mannschaft war perfekt darauf eingestellt, diese dann konsequent auszunutzen. Bei Benjamin Stamboulis erstem dicken Patzer im Aufbau schloss Jadon Sancho zwar zu unplatziert ab, beim zweiten Versuch nach Mateu Moreys Balleroberung machte er es dann deutlich besser.

Borussia Dortmund gewinnt das Derby auf Schalke: Die Einstellung stimmte

Die Einstellung stimmte, die Unterstützung für den Nebenmann nicht minder. Auch die Offensivspieler beteiligten sich an der Arbeit gegen den Ball. Schalke schaffte es nur selten, aus Ballgewinnen schnell nach vorne zu kombinieren. Gegen den Ball gelang es Dortmund zumeist sicher, eine Überzahlsituation zu schaffen.

Im letzten seiner angeführten Punkte für ein erfolgreiches Derby durfte Terzic besonders stolz auf seine Mannschaft sein. Obwohl der BVB – wie zu erwarten war – deutlich mehr Ballbesitz hatte, am Ende waren es 62 Prozent, lief die Borussia 115,43 Kilometer und damit mehr als drei Kilometer mehr als Schalke – und das drei Tage nach einer intensiven Partie in der Champions League mit einer Rückreise, die sich nach hinten schob und die Regeneration noch weiter verzögerte. Der BVB warf alles in die Waagschale, man hatte aber sogar das Gefühl, dass da noch Reserven vorhanden waren.

BVB-Trainer Edin Terzic: „Es wird auch mal Rückschläge geben“

Noch, meinte Terzic nach dem Spiel, befinde man sich mitten in einem Prozess der Weiterentwicklung, „es wird auch mal Rückschläge geben. Wir hatten keine Vorbereitung und keine Trainingsspiele und dann war es natürlich schwer in einer Phase, in der die Mannschaft verunsichert war, Dinge einzustudieren.“

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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