Europameisterschaft

„Sieht hölzern aus“: Hummels-Comeback beim DFB mit einem Eigentor

Mats Hummels trifft wie 2014 gegen Frankreich - nur diesmal ins eigene Tor. Die Mitspieler des DFB-Teams nehmen den BVB-Spieler in Schutz, ein Ex-Kollege ist strenger.
BVB-Profi Mats Hummels erzielte ein Eigentor gegen Frankreich. © imago images/Sven Simon

Ausgerechnet Hummels. Ausgerechnet gegen Frankreich. Zwei Jahre lang tobte die Debatte um den von Bundestrainer Joachim Löw ausgebooteten Weltmeister von 2014, und dann unterläuft ihm in seinem ersten Pflichtspiel nach seiner Rückkehr dieser Bock: Von seinem rechten Schienbein flog der Ball – nach einer scharfen Flanke von Lucas Hernandez – unhaltbar für seinen Torhüter Manuel Neuer ins Netz. Kylian Mbappe hinter ihm musste nicht mehr eingreifen. Das 0:1 in der 20. Minuten entschied den EM-Auftakt letztlich. Comeback verdorben, Turnierstart verbockt.

Wegen Missgeschick von BVB-Profi Hummels: DFB-Team verliert gegen Frankreich

Mit einem kraftvollen Schubser signalisierte Kapitän Manuel Neuer dem unglücklichen BVB-Verteidiger: „Weiter geht’s“. Doch am Ende war Hummels‘ Missgeschick spielentscheidend – und das auch noch an seinem sechsten Hochzeitstag. Ex-Weltmeisterkollege Per Mertesacker sprach ihn als ehemaliger Verteidiger mitfühlend von der ganz großen Schuld frei. Sagte im ZDF aber auch: „Das sieht hölzern aus.“

Ein Freispruch kam auch von Joachim Löw. „Da kann man ihm keinen Vorwurf machen. Das ist Pech. Der Ball von außen kommt scharf. Vielleicht hätten wir den Einwurf früher verteidigen können. Aber für Mats war es schwer, den Ball zu klären“, sagte der Bundestrainer. Immerhin war Hummels dort zur Stelle, wo es gefährlich war. Auch Mitspieler Toni Kroos meinte: „Eine Aktion, die man bei zehn Versuchen neun Mal geklärt bekommt.“

BVB-Profi Hummels schießt Eigentor gegen Frankreich: „Die Niederlage schmerzt uns sehr“

Hummels selbst äußerte sich nach der DFB-Niederlage gegen Frankreich bei Instagram. „Die Niederlage schmerzt uns sehr und mich besonders, weil mein Eigentor das Spiel am Ende entschieden hat“, erklärte der BVB-Profi. Die deutsche Nationalmannschaft habe „alles reingeworfen und einen tollen Kampf geliefert“, so Hummels. „Dass wir spielerisch noch Luft nach oben haben, wissen wir natürlich auch. Aber man hat gesehen, dass wir uns zerreißen wollen bei diesem Turnier, dass wir Euch wieder begeistern und erfolgreich sein wollen“, meinte der BVB-Abwehrchef noch und ergänzte mit Blick auf die nächste Aufgabe gegen Portugal: „Auf 3 Punkte am Samstag im nächsten Kracher!“

Der 32-jährige Mats Hummels war wie Thomas Müller von Löw nach mehr als zwei Jahren Verbannung ins DFB-Team zurückgeholt. Er sollte Stabilität geben, auf und abseits des Rasens. „Ich versuche zu schauen, welche Rolle gerade die ist, die ich ausfüllen muss“, sagte er. An die Rolle des Pechvogels hatte er in seinem 73. Länderspiel sicherlich nicht gedacht. Glück hatte er nur, als das Risiko-Tackling gegen Mbappe (77.) nicht auch noch mit Strafstoß geahndet wurde. Weil die Attacke funktionierte, war es eine Weltklasse-Grätsche.

2014 traf Hummels auch gegen Frankreich – aber nicht ins eigene Tor

Beim letzten deutschen Erfolg gegen die Equipe Tricolore war Hummels noch der Siegtor-Held in Rio de Janeiro im WM-Viertelfinale 2014. Damals traf er, wie er alle seine fünf DFB-Tore ins richtige Netz erzielte, per Kopfball. Hummels‘ Missgeschick war das erste deutsche Eigentor bei einer EM und sein zweites nach einem ähnlichen Malheur in der EM-Qualifikation 2015 in Schottland. Damals gewann Deutschland aber noch 3:2.

Mit dpa-Material

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