Auf der BVB-Profis wartet in der Bundesliga der finale Charaktertest. © imago / Uwe Kraft
Meinung

Sieg mit Signalwirkung: Auf den BVB wartet der finale Charaktertest

Borussia Dortmund nutzt endlich einmal die Patzer der Konkurrenz. Nun steht der BVB vor einer entscheidenden Bundesliga-Woche. Es ist der finale Charaktertest einer schwierigen Spielzeit.

Vorsicht war geboten, nachdem die Konkurrenz um Platz vier am Samstag verlor und damit die Tür öffnete für ein deutliches Dortmunder Signal zur Aufholjagd. Und mit dem vermeidbaren 0:1 schien die Partie gegen Werder Bremen einen Verlauf zu nehmen, den man aus der Vergangenheit nur allzu gut kannte von dieser Dortmunder Mannschaft.

Doch danach riss sich der BVB erkennbar zusammen. Mit einer stabilen Defensive und einer Konsequenz im Ausspielen der eigenen Angriffe, die man gern häufiger sehen würde von dieser Mannschaft, blieb der Gegentreffer am Ende eine zu verschmerzende Randnotiz. Bei den Gegentoren untermauerte Werder, warum die Norddeutschen plötzlich wieder in den Abstiegssog geraten sind. 15 Minuten, drei Treffer unter Mithilfe des Gegners, das genügte dem BVB, der die Geschenke dankend annahm.

BVB-Youngster Giovanni Reyna kämpft sich aus seinem Tief

Positive Erkenntnisse gab es obendrauf. Giovanni Reyna hat sich endlich aus seinem mentalen Tief gekämpft, man hatte ja schon vergessen, wie torgefährlich dieser junge Amerikaner sein, wie druckvoll er spielen und wieviel Einfluss er schon auf das Dortmunder Spiel haben kann. Reyna in deutlich besserer Form wird der Borussia helfen, und spätestens in der kommenden Woche wird ja auch Jadon Sancho endlich zurückkehren.

Dass Erling Haaland wieder traf, dürfte auch die wenigen Zweifler beruhigen, die sich nach vier torlosen BVB-Spielen des Norwegers schon sorgten um den Torjäger. Dass er von seiner Körpersprache her ganz anders auftrat als in den vergangenen Partien, torhungrig war, giftig und bereit, für die Mitspieler mitzuarbeiten, war die weitaus wichtigere Nachricht für die Borussia als seine beiden Treffer.

Borussia Dortmund steht vor der entscheidenden Bundesliga-Woche

Der Sieg und die Art, wie er errungen wurde, kann Signalwirkung haben. Noch ist der Trend mit Vorsicht zu genießen, Anlass zu überbordender Euphorie besteht ohnehin nicht. Vier Punkte bei nun nur noch fünf Spielen sind immer noch ein dickes Brett. Doch das Wochenende hat gezeigt, dass es auch ganz schnell gehen kann. Dann muss ein Champions-League-Aspirant da sein.

Binnen weniger Tage könnte der Rückstand nun weiter schmelzen. Es ist eine entscheidende Woche für die Borussia: Mittwoch gegen Union Berlin, Samstag in Wolfsburg, die Taktung ist weiter eng, die Aufgaben werden nicht einfacher, die Beine eher noch schwerer. Man müsse, hat Trainer Edin Terzic formuliert, „das Gaspedal noch tiefer drücken“. Was schwierig wird angesichts weiter begrenzter Rotationsmöglichkeiten. Doch der Glaube, diese Saison noch zu einem guten Ende führen zu können, ist am Sonntag gewachsen. Und ein Stück des großen Drucks, der auf der Borussia lastet, hat die Mannschaft mit dem klaren 4:1 nach Frankfurt und Wolfsburg weitergegeben.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
Zur Autorenseite
Avatar

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.