Marcel Schmelzer (l.) und Lukasz Piszczek verlassen den BVB. © imago images/Sven Simon
Borussia Dortmund

Schmelzer und Piszczek: Das letzte zähe BVB-Halbjahr bricht an

Zwei BVB-Routiniers befinden sich auf Abschiedstournee. Für Marcel Schmelzer und Lukasz Piszczek endet in diesem Jahr das Kapitel Borussia Dortmund. Der Endspurt wird zäh.

Der Ball ist rund und das Spiel dauert 90 Minuten. Naja, für BVB-Routinier Lukasz Piszczek in der laufenden Bundesligasaison nur 43 Minuten – und ob der Ball auch wirklich noch rund ist, kann sein Schicksalsgefährte auf der linken Seite allenfalls noch aus der Erinnerung bestätigen. Null Ballkontakte hatte Marcel Schmelzer bislang auf seiner schwarzgelben Abschiedstournee in der Bundesliga. Wie sollten es auch mehr sein? Bisher spielte er verletzungsbedingt keine Rolle. Für die beiden ältesten Spieler von Borussia Dortmund bricht ein zähes letztes halbes Jahr an.

Im Sommer 2021 ist für Schmelzer und Piszczek beim BVB Schluss

Die Verträge von Lukasz Piszczek und Marcel Schmelzer bei Borussia Dortmund laufen im Sommer 2021 aus. Dann ist Schluss. Der polnische Rechtsverteidiger und der deutsche Linksverteidiger prägten eine Ära. Mit einem Blick durch die schwarzgelbe Folklore-Brille lässt sich sagen: So einen Abschied haben die beiden nicht verdient. Keine Zuschauer, keine Stimmung, (bislang) kein sportlicher Erfolg. Die Saison verläuft weder für die zwei noch für die gesamte Mannschaft zufriedenstellend. Zumindest für „Schmelle“ und „Piszu“ besteht wenig Hoffnung auf Besserung.

In der Saison 2019/20 lag noch wesentlich mehr Romantik in der Luft. Schmelzer hatte sich nach einem Muskelfaserriss wieder herangekämpft, zeigte in den Trainingseinheiten gute Leistungen. Insgesamt brachte es der 32-Jährige auf sieben Spiele mit 61 Einsatzminuten und 59 Ballkontakten. 10,4 Kilometer lief er in der Bundesliga für den BVB in der vergangenen Saison. Nicht viel – aber er gehörte dazu.

Schmelzer kämpfte sich beim BVB ran – dann der Rückschlag

Anfang des Jahres 2020 war er wieder fester Bestandteil des Kaders, bekam im Mai drei Minuten beim 4:0-Sieg im Geisterderby gegen den FC Schalke. Zwei Wochen später schoss er gegen Paderborn sogar ein Tor und bereitete einen weiteren Treffer vor. Die Mitspieler witzelten damals: „Schmelle auf die Neun“. Es kam anders, ab Juni landete Schmelzer mit Knieproblemen in der Versenkung. Aktuell trainiert er noch immer nicht mit der Mannschaft, zu einer möglichen Rückkehr macht Borussia Dortmund keine Angaben. Nach Informationen der Ruhr Nachrichten wird er jedenfalls noch weiter ausfallen.

In der Saison 2019/20 waren Lukasz Piszczek und Marcel Schmelzer noch häufiger in der Bundesliga gefordert. © deltatre © deltatre

Noch etwas besser lief es da bei Lukasz Piszczek – vor allem in der aktuellen Saison. Auch bei ihm sorgte ein seltener Anblick für großen Jubel. Beim 2:1-Sieg in St. Petersburg ebnete er mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 den Weg zum Gruppensieg in der Champions League. Zu seinen läppischen 43 Einsatzminuten in der Liga kommen immerhin noch 227 Minuten in der Königsklasse sowie 14 im Supercup und 33 im DFB-Pokal. Als absolute Stammkraft zählt der Pole aber eben nicht mehr.

Piszczek nicht mehr als BVB-Stammkraft gefordert

Im September plagten den 35-Jährigen, der im Sommer seine Karriere beenden wird, Rückenprobleme. Wenn er fit ist, bekommen andere Spieler beim BVB den Vorzug auf der Position des Innen- oder Rechtsverteidigers. Ganz abschreiben darf man Piszczek trotzdem nicht. Die Corona-Saison bringt eine hohe Belastung mit sich, für ausreichende Rotation sorgen Spieler wie er.

Für den ganz großen Gig auf der Abschiedstournee reicht es für beide nur eben nicht mehr. Mit etwas Glück jubeln ihnen am letzten Spieltag der Saison trotzdem BVB-Fans von den Rängen zu. Ein letztes Mal. Marcel Schmelzer und Lukasz Piszczek wäre es zu gönnen.

Über den Autor
Redakteur
Jahrgang 1993, Dortmunder Junge und Amateurhandballer mit großer Liebe für den Fußball und den Ruhrpott. Studium der Journalistik an der TU Dortmund, nach kurzer Zwischenstation beim Westfälischen Anzeiger in Hamm wieder zurück bei den Ruhr Nachrichten, seit 2020 BVB-Reporter.
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Marvin K. Hoffmann

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