Mats Hummels traf in dieser Saison fünfmal. Damit hat er großen Erfolg an einem BVB-Topwert. © dpa
Borussia Dortmund

Saisonbilanz: In diesen Kategorien ist der BVB das beste Team der Bundesliga

Die Bundesliga-Saison beendete Borussia Dortmund auf dem dritten Platz. Es gibt aber mehrere Statistiken, in denen der BVB die Liga anführt. Besonders in der Offensive dominiert schwarzgelb.

Die BVB-Fans haben vor jeder Saison die Hoffnung, die Bayern von der Tabellenspitze zu verdrängen. Gelungen ist das auch in dieser Spielzeit nicht. Doch es gibt Statistiken, da konnte Borussia Dortmund sogar den Meister aus München toppen. Wir liefern die große Saisonbilanz: In diesen Kategorien war die Borussia die beste Bundesliga-Mannschaft 2020/21.

Die BVB-Abwehrspieler zeigen sich besonders treffsicher

Dass die Bayern mit 99 Treffern die meisten Tore geschossen haben, überrascht kaum, hat doch allein Robert Lewandowski 41 Mal getroffen. Das zeigt aber auch: Lewandowski hat fast die Hälfte aller Bayern-Tore geschossen. Beim BVB sticht in Erling Haaland (27 Toren) zwar auch ein Spieler hervor, aber die 75 Saisontreffer der Borussen sind insgesamt auf 18 Spieler verteilt – ein Bestwert.

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Auf Rang vier in der internen Torjägerliste taucht in Mats Hummels (fünf Treffer) sehr früh ein Innenverteidiger auf. Was man als Schwäche der anderen Offensivspieler (außer Haaland) auslegen könnte, kann man aber auch als Offensivstärke der Verteidiger interpretieren. Mit 13 Toren (der Durchschnitt in der Liga liegt bei 5,5) waren die Abwehrspieler keines anderen Bundesligisten so gefährlich wie die der Dortmunder. Auch bei den Scorerpunkten (Tore und Vorlagen) führt die Borussen-Verteidigung das Ranking mit 31 Punkten an (Durchschnitt: 12).

Der BVB und die zweiten 45 Minuten

Etwas überspitzt könnte man behaupten, dass der BVB erst in der zweiten Saisonhälfte, vor allem aber mit sieben Siegen am Stück im Endspurt wirklich überzeugt hat. Dieser Eindruck spiegelt sich kurioserweise auch bei den Zeitpunkten der Dortmunder Treffer wider.

Mit 51 Toren hat keine andere Mannschaft so oft in den zweiten 45 Minuten getroffen (Durchschnitt: 29). Auch in der Phase zwischen der 61. und 90. Minute (34 Tore) sowie der 76. und 90. Minute (21 Treffer) stehen die Schwarzgelben an der Spitze. Verglichen damit liegt die Borussia mit 24 Toren im ersten Durchgang nur auf dem sechsten Platz.

Haaland alleine macht den BVB zum Spitzenreiter in einer Kategorie

Wenn die Torjägerkanone für Treffer nach Steilpässen vergeben werden würde, könnte selbst Lewandowski Haaland nicht einholen. Zehn Mal traf der Norweger in dieser Saison, nachdem er steil geschickt worden war. Damit hat er fast genau doppelt so viele Steilpass-Treffer erzielt wie die anderen Teams im Durchschnitt (5,1). Nur Ailton gelang das in der Saison 2003/04 genauso oft wie Haaland. Dass Dortmund mit insgesamt 14 Toren nach Steilpässen diese Kategorie anführt, sollte wenig überraschend kommen.

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Auch in einer anderen Pass-Rangliste führt der BVB die Liga an. Mit 13 Prozent haben die Schwarzgelben die niedrigste Fehlpassquote aus dem Spiel heraus. Zwei Spieler stechen dabei hervor: Axel Witsel und Manuel Akanji. Von allen Bundesliga-Spielern hat Witsel mit 94,6 Prozent angekommenen Pässen nach Arne Meier von Hertha BSC (95 Prozent) die zweitbeste Passquote. Auf Platz vier folgt Akanji mit 93,5 Prozent.

In zwei Ranglisten muss der BVB sich den ersten Platz teilen

Wenn das Treppchen breit genug ist, ist dort auch Platz für zwei Sieger. Den ersten Rang bei den Spielanteilen teilen sich der BVB und die Bayern mit jeweils 58 Prozent. Noch breiter als für zwei Teams muss das Podest für die Mannschaften mit den wenigsten Gegentoren nach direkten Freistößen sein. Dort liegt Dortmund ohne Freistoß-Gegentor mit vielen anderen Vereinen auf dem ersten Platz.

Alleiniger Tabellenführer ist der BVB dagegen in Bezug auf die gegnerischen Torschüsse nach Standards. Mit 63 zugelassenen Schüssen aufs Tor grüßt die Borussia dort von der Spitze. Gleiches gilt für die gewonnen Kopfballduelle bei defensiven Zweikämpfen, mit 65 Prozent gewann keine Mannschaft mehr als die Schwarzgelben.

Ein Top-Wert spricht nicht gerade für die Aggressivität des BVB

Nur drei Spieler fehlten dem BVB in der Bundesliga wegen einer Gelbsperre (Hummels, Delaney, Can), Bellingham sah in Wolfsburg die Gelb-Rote Karte. Das spricht für die Fairness der Dortmunder. Mit insgesamt 44 Karten wurde kein Team seltener verwarnt.

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch
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