Der BVB möchte die Verträge der beiden Innenverteidiger Dan Axel Zagadou und Manuel Akanji grundsätzliche gerne verlängern. © imago / Schroedter
Borussia Dortmund

Nach Zagadous Verletzung: Personallage im BVB-Abwehrzentrum spitzt sich zu

Durch Dan-Axel Zagadous nächste schwere Verletzung spitzt sich die Situation im BVB-Abwehrzentrum zu. Das gilt auch mit Blick auf die kommende Saison. Die Vertragslage trägt ihr Übriges dazu bei.

So richtig seriös beantworten lässt sich die Frage noch immer nicht, obwohl seit 2017 vermeintlich genug Zeit gewesen wäre. Wie gut ist Dan-Axel Zagadou eigentlich wirklich? Also nur mal angenommen, er wäre über einen längeren Zeitraum fit, gesund, voller Selbstvertrauen und könnte Spielpraxis vorweisen.

Der größte Teil der Antwort versinkt im Konjunktiv, weil Zagadou eigentlich nie über einen längeren Zeitraum fit und gesund ist. Sein Körper streikt immer wieder. Oder zu oft. Seine Bilanz weist 74 Pflichtspieleinsätze für den BVB seit seinem Wechsel aus Paris nach Dortmund auf, aber auch 66 Partien, in denen der 21 Jahre alte Franzose in den vergangenen knapp vier Jahren verletzt zuschauen musste.

Zagadou wird frühestens im Sommer wieder für den BVB spielen

Bis zum Sommer warten nun elf weitere Spiele auf „Daxo“, wie der 1,96 Meter große Abwehrhüne bei Borussia Dortmund gerufen wird, die er aus dem Krankenstand verfolgen muss. Das Knie bereitet mal wieder Probleme. Zagadou ist bereits operiert worden. In dieser Saison ist an Fußballspielen nicht mehr zu denken. Vielleicht im Sommer wieder. Neue Saison, neues Glück. Neuer Trainer, neuer Anlauf. Fest steht: Wenn Zagadou wieder angreifen kann, wird er beim BVB mehr Spiele verletzt verpasst als gesund absolviert haben. Das tut schon beim nachrechnen weh.

Wann genau Zagadou den nächsten sportlichen Anlauf bei Borussia Dortmund nehmen kann, ist aktuell noch unklar. Der Linksfuß blickt auf ein komplett gebrauchtes vergangenes Jahr zurück. Vor allem das Knie bereitet Kopfzerbrechen, zwischendurch spielte zudem die Muskulatur nicht richtig mit.

Verletzungen und Vertragslaufzeiten machen die Planungen für den BVB kompliziert

Zagadous erneuter Rückschlag ist auch für die Planungen der kommenden Saison nicht außer Acht zu lassen. Im jüngst verpflichteten Soumaila Coulibaly (17) fällt ein Perspektivspieler für die Innenverteidigung wegen eines Kreuzbandrisses bis in den Herbst aus. In Zagadou droht nun ein zweiter zentraler Abwehrspieler zumindest mit Rückstand in die nächste Spielzeit zu starten.

Bleiben noch Mats Hummels, Manuel Akanji, Emre Can und vielleicht Leonardo Balerdi, der im Sommer nach einjähriger Leihe aus Marseille nach Dortmund zurückkehren könnte. Eine finale Entscheidung steht in dieser Personalie noch aus.

Doch es sind nicht nur die Verletzungen Zagadous und Coulibalys, die der Personallage im Abwehrzentrum des BVB eine gewisse Brisanz verleihen, es sind auch die Vertragslaufzeiten der Spieler. Zagadous Vertrag bei Borussia Dortmund läuft im Sommer 2022 aus, Akanjis und Hummels Kontrakt ebenfalls, wobei der 32-jährige Hummels eine Option auf ein weiteres Jahr hat.

Der BVB würde gerne mit Zagadou und Akanji verlängern

Nach Informationen der Ruhr Nachrichten würde der BVB sowohl mit Akanji als auch mit Zagadou grundsätzlich gerne verlängern, die entscheidenden Gespräche stehen allerdings noch aus. Die Spielerseite muss sich jeweils noch erklären. Der Klub ist vom Potenzial beider Spieler überzeugt – und im Fall von Zagadou auch davon, dass er sich in Zukunft gesundheitlich stabilisieren kann. Was in beiden Fällen auf jeden Fall vermieden werden soll, sind ablösefreie Abgänge Akanjis oder Zagadous im Sommer 2022.

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Beide Spieler besitzen einen Marktwert jenseits der 20-Millionen-Euro-Marke. Das ist für Borussia Dortmund in Corona-Zeiten noch mehr Geld als ohnehin schon. Und anders als für Zagadou, der 2017 nur für eine niedrige sechsstellige Ausbildungsentschädigung zur Borussia wechselte, hat der BVB für Akanji im Januar 2018 tief in die Tasche gegriffen. Gut 21 Millionen Euro flossen damals an den FC Basel in die Schweiz.

Wie plant der neue BVB-Trainer Rose mit Emre Can?

Ein weiterer wichtiger Faktor bei den Kaderplanungen für das Abwehrzentrum werden die Gedankenspiele des neuen Trainers Marco Rose sein, insbesondere in der Personalie Emre Can. Aktuell hilft der Nationalspieler in der Innenverteidigung aus, er spielte beim BVB aber auch schon im zentralen Mittelfeld und auf der Rechtsverteidigerposition. Sollte Rose den 27-Jährigen in erster Linie nicht in der Innenverteidigung verorten, würde sich die Lage in der Dortmunder Abwehrzentrale noch einmal verschärfen – und der Handlungsbedarf auf dem Transfermarkt nicht kleiner werden für Borussia Dortmund.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Tobias Jöhren, Jahrgang 1986, hat an der Deutschen Sporthochschule in Köln studiert. Seit 2013 ist er Mitglied der Sportredaktion von Lensing Media – und findet trotz seines Berufes, dass Fußball nur die schönste Nebensache der Welt ist.
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Tobias Jöhren

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