Wird in den kommenden Wochen noch mehr Verantwortung beim BVB übernehmen: Jude Bellingham (r.). © imago / Jan Huebner
Borussia Dortmund

Mehr Verantwortung: Bellingham rückt noch deutlicher ins BVB-Blickfeld

Jude Bellingham rückt bei Borussia Dortmund nach der Verletzung von Axel Witsel noch mehr ins Blickfeld. BVB-Sportdirektor Michael Zorc hat vollstes Vertrauen in den Youngster.

Vor zwei Wochen, sinnierte Edin Terzic am Montag beim offiziellen Pressetermin vor dem Auswärtsspiel des BVB in Leverkusen (Dienstag, 20.30 Uhr, live bei Sky), sei ja noch über das Überangebot bei der Borussia im defensiven Mittelfeld diskutiert worden. Dann verletzte sich Axel Witsel, nun muss der neue Trainer dazu auch noch auf den gesperrten Emre Can verzichten. Das, so Terzic, könnte zuletzt wenig berücksichtigte Spieler wie Mahmoud Dahoud „sehr schnell“ wieder in eine bessere Position bringen.

Dahoud hat unter Terzic noch nicht eine Minute gespielt, wahrscheinlicher ist so oder so eine andere Variante: Noch mehr Verantwortung für den Zweitjüngsten im Dortmunder Kader, noch mehr Verantwortung für Jude Bellingham.

Bellingham liefert gegen Mainz eine eindrucksvolle BVB-Leistung ab

Beim 1:1 gegen den FSV Mainz 05 kehrte der 17-jährige Engländer nach überstandener Verletzung ins Team zurück und stand auch gleich in der Startelf. 60 Minuten hielt er durch, die Auswechslung war wohl auch eine Vorsichtsmaßnahme, denn Terzic wird in den kommenden Wochen und Monaten verstärkt auf Bellingham setzen. Warum, das zeigte der Sommer-Einkauf eindrucksvoll. Jude Bellingham lieferte eine eindrucksvolle Leistung ab.

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Wie er sich in der elften Minute befreite, als zwei Mainzer ihn energisch bedrängten, das sorgte bei Terzic für begeistertes Klatschen. Den technisch anspruchsvollen Move, bei dem er den Ball mit der Sohle zurückzog, sich drehte, die Kugel gleich nochmal zurückholte und damit beide Mainzer ins Leere laufen ließ, hat Bellingham seit frühester Jugend trainiert und immer weiter verfestigt. „Chopping the Ball“, also „Abschneiden des Balles“ habe man das genannt, erzählt Mike Dodds, einer von Bellinghams frühen Trainern und Förderern, im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. Schon im zarten Alter von zehn Jahren habe Bellingham diesen Trick erlernt und dann verfeinert. Heute, sagt Dodds, „ist er sehr gut dabei. Vielleicht der Beste!“

Zorc über Bellingham: „Sein Talent konnte ja jeder sehen“

Die Vorzüge des 17-Jährigen beschränken sich freilich nicht auf technische Kabinettstückchen. Eine Stärke, die auch gegen Mainz offensichtlich war, ist Bellinghams aggressives Forechecking bis in den gegnerischen Strafraum. Er kreiert durch tiefe Läufe freie Räume und bringt sich selbst in aussichtsreiche Abschlusspositionen. Drei Torschüsse gab er in den ersten 45 Minuten ab, einmal touchierte die Kugel den Außenpfosten.

Auch bei einem Kopfball war er nicht weit weg von einem eigenen Treffer. Bellingham hat in 21 Pflichtspielen mitgewirkt, naturgemäß noch mit Schwankungen. „Ich glaube aber“, sagt BVB-Sportdirektor Michael Zorc, „dass wir ihn in den kommenden Wochen noch konstanter auf hohem Niveau sehen werden. Sein Talent konnte ja jeder sehen.“

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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