Mateu Morey ist beim BVB auf dem Vormarsch. © Jürgen Fromme / Kirchner-Media
Borussia Dortmund

Mateu Morey auf dem Vormarsch: Der BVB-Rechtsverteidiger beißt sich durch

Mateu Morey ist beim BVB auf dem Vormarsch. Jetzt bremst ihn eine Verletzung aus. Es ist nicht das erste Mal in seiner jungen Karriere. Doch der Spanier hat bewiesen, dass er sich durchbeißen kann.

Die Bilder dienten wahrlich nicht als Appetitanreger, sie waren auch nicht schön – und doch passen sie irgendwie ganz gut zu dieser Geschichte. Denn sie zeigen, dass da jemand für Borussia Dortmund auf dem Platz steht, der gelernt hat sich durchzubeißen, auch wenn es manchmal schmerzt.

BVB-Profi Morey zieht trotz Magenproblemen Sevilla-Spiel durch

Die Rede ist von Mateu Morey, 21 Jahre jung, seit Sommer 2019 Spieler von Borussia Dortmund. Vor gut einer Woche, beim 2:2 des BVB gegen den FC Sevilla im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League, spielte Moreys Magen nach einer guten Stunde nicht mehr mit. Der junge Spanier musste sich übergeben, hielt aber trotzdem bis zur Nachspielzeit durch und wurde erst kurz vor dem Schlusspfiff durch Thomas Meunier ersetzt.

Morey wollte seinem Körper ganz offensichtlich nicht klein beigeben. Das Viertelfinale der Königsklasse stand für den BVB auf dem Spiel, und Morey hatte einmal mehr die Chance erhalten, sich auf der größtmöglichen aller Fußballbühnen zu beweisen. Also verdrängte er die Übelkeit. Mund abputzen und weitermachen traf selten besser zu im Fußball.

BVB-Trainer Terzic prophezeit Morey eine große Zukunft im Fußball

Die Szene aus dem Sevilla-Spiel stand beispielhaft für eine Tugend Moreys, die die Verantwortlichen bei Borussia Dortmund schätzen. Der 1,73 Meter große Rechtsverteidiger lässt sich nicht so schnell unterkriegen. Und aktuell wird er dafür mit jeder Menge Spielzeit belohnt. In den vergangenen sieben Pflichtspielen des BVB stand Morey sechsmal in der Startelf der Schwarzgelben, nur beim 2:4 in München, der einzigen Dortmunder Niederlage in diesen sieben Partien, wurde er eingewechselt.

Er sei sich „zu 100 Prozent sicher“, sagte BVB-Trainer Edin Terzic vor ein paar Wochen über Morey, „dass Mateu eine große Zukunft im Fußball hat – und hoffentlich hat er sie lange bei uns“. Er sei sehr zufrieden mit Moreys Entwicklung, meinte Terzic. Und weiter: „Über Mateu kann ich nur Positives berichten. Es ist nicht leicht für einen so jungen Kerl, in ein fremdes Land zu kommen – mit einer anderen Sprache, einer anderen Kultur und ganz vielen neuen Gesichtern. Mateu ist einer der Spieler, der zwischen den Trainingseinheiten mit seinem Deutschbuch auf dem Sofa sitzt und Vokabeln lernt. Er hat direkt versucht, sich mit in die Gruppe einzubringen, und es ist ihm sehr gut gelungen. Er macht auf uns den Eindruck, dass er sich bei uns wohlfühlt. Darüber sind wir sehr glücklich.“

Nominierung für die U21-EM – aber Morey muss passen

Die positive Entwicklung des Mallorquiners wird auch in seiner Heimat registriert. Luis de la Fuente, der Trainer der spanischen U21-Nationalmannschaft, berief Morey Anfang der Woche in das Aufgebot Spaniens für die Gruppenphase der U21-Europameisterschaft Ende März.

Doch Moreys Debüt für den Titelverteidiger wird sich verzögern. Ein Muskelfaserriss zwingt ihn zur Absage. Morey wird seine Reha in Dortmund vollziehen und vor dem TV verfolgen müssen, wie seine Mannschaftskameraden bei der U21-EM abschneiden.

BVB-Talent Morey hat immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen

Es ist beileibe nicht das erste Mal, dass Morey von einer Verletzung ausgebremst wird. In seinem letzten Jahr in der Nachwuchsabteilung des FC Barcelona fiel er wegen einer Knieverletzung acht Monate aus, bevor er im Sommer 2019 ablösefrei zu Borussia Dortmund wechselte. Beim BVB warf ihn dann nach einer ordentlichen Vorbereitung eine Schulterverletzung zurück, erst zwei Monate später kehrte er ins Mannschaftstraining zurück. Morey nahm den Umweg über die Regionalligamannschaft, um sich wieder heranzukämpfen. Und zu Beginn dieser Spielzeit musste er sich wegen eines Muskelfaserrisses wieder hinten anstellen, nachdem er zum Ende der vergangenen Saison gute Eindrücke bei den Profis hinterlassen hatte.

Nun heißt es erneut Reha statt Pflichtspiele. 19 Mal wurde Morey in dieser Saison eingesetzt, 14 Mal von Beginn an. Im April will er wieder auf dem Platz stehen – und er wird sich einmal mehr nicht vom Verletzungspech unterkriegen lassen. Vor anderthalb Jahren sagte Morey im Interview mit den Ruhr Nachrichten: „An meiner Chance im Fußball habe ich nie gezweifelt.“ Er wisse freilich, dass es keine Garantie gebe, dass er es packe und er wisse auch, dass es ein weiter Weg sei, der viel Arbeit erfordere. Aber Zweifel? Nein. „Ich will schnell meinen Rhythmus finden – und dann hoffe ich, dass ich irgendwann eine Chance bekomme, die ich nutzen kann.“ Das galt wohl damals wie heute.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Tobias Jöhren, Jahrgang 1986, hat an der Deutschen Sporthochschule in Köln studiert. Seit 2013 ist er Mitglied der Sportredaktion von Lensing Media – und findet trotz seines Berufes, dass Fußball nur die schönste Nebensache der Welt ist.
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Tobias Jöhren

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