Borussia Dortmund

Läuft der BVB bald in jedem Spiel mit Regenbogen-Kapitänsbinde auf?

Im Spiel zwischen dem BVB und Bayern München lief Marco Reus mit einer Kapitänsbinde in Regenbogenfarben auf. Fans fordern nun in einem offenen Brief, dass BVB-Teams sie künftig immer tragen.
Marco Reus trug gegen Bayern München eine Kapitänsbinde in Regenbogenfarben am Arm. Fans fordern nun, dass die Binde zur Normalität wird. © Imago

Borussia Dortmund gegen Bayern München – eine viel größere Bühne gibt es im deutschen Fußball nicht. Der BVB hat sie vor zwei Wochen genutzt, um ein Zeichen gegen Diskriminierung und für eine vielfältige Gesellschaft zu setzen. Die Spieler liefen mit einem Sondertrikot auf, bei dem der Schriftzug des Trikotsponsors 1&1 in den Farben des Regenbogens gehalten war. Die gleichen Farben trug die Kapitänsbinde am Arm von Marco Reus.

BVB-Fans wünschen sich in einem offenen Brief eine Regenbogenbinde an jedem Spieltag

BVB-Fans haben nun den Wunsch geäußert, dass dies keine einmalige Aktion bleibt, sondern die Spielführenden jedes Borussen-Teams zukünftig in jeder Partie mit einer Regenbogenbinde auflaufen.

Gegen Bayern München lief der BVB mit einem Regenbogen-Sondertrikot auf. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Diese Bitte formulierte das BVB-Lernzentrum in einem an Borussia Dortmund gerichteten offenen Brief. Der Verein möchte Jugendliche mit seinem Bildungsangebot im Stadion und mit Hilfe der Strahlkraft des Fußballs für ein soziales Miteinander ohne jegliche Form von Diskriminierung sensibilisieren.

„Der BVB hätte die Möglichkeit Diversität jeden Tag zu leben“

„Mit einem Symbol wie der Spielführendenbinde in Regenbogenfarben hätte der BVB die Möglichkeit, diesen Kampf [gegen Diskriminierung von Menschen mit verschiedenen, nicht heteronormativen Sexualitäten] bei jedem Spiel eines Teams von Borussia Dortmund zu unterstützen und ein Zeichen dafür zu setzen, Diversität jeden Tag zu leben“, heißt es in dem Brief.

Diesen Wunsch unterstützen das Fan-Projekt, das Fanzine schwatzgelb.de, die Initiative ballspiel.vereint und knapp ein Dutzend BVB-Fanklubs, die den Brief ebenfalls unterzeichnet haben. „Hinter dem offenen Brief steckt der Wunsch nach Kontinuität“, erklärt Johannes Böing, Leiter des BVB-Lernzentrums, die Intention des Schreibens. Der BVB, der noch in allen Wettbewerben vertreten ist und auf einen Titel hofft, habe durch das Tragen der Regenbogenbinde im Spiel gegen Bayern einen Stein ins Rollen gebracht. „Wir wollten mit dem offenen Brief dokumentieren, dass auch sehr viele Fans die Linie des BVB im Einsatz für Vielfalt und Toleranz befürworten.“

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Der BVB hat auf den offenen Brief reagiert

Auch Jens Gollminski, Mitglied der Rainbow-Borussen, die den Brief unterzeichnet haben, hält Kontinuität für wichtig: „Der BVB engagiert sich seit Jahren in der Anti-Diskriminierungsarbeit und unterstützt viele Projekte in dem Bereich. Eine Regenbogenbinde wäre ein kleines, aber wichtiges, alltägliches Zeichen für eine bunte, vielfältige Gesellschaft.“ Es sei zu kurz gefasst, den Regenbogen nur als LGBTIQ-Symbol zu sehen. Vielmehr gehe es darum, allen zu ermöglichen mit dabei sein zu können, erklärt Jens Gollminski.

„Der BVB hat auf den offenen Brief reagiert“, sagt Johannes Böing. „Es wird Gespräche und eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema geben.“ Von Borussia Dortmund heißt es auf Anfrage unserer Redaktion: „Wir freuen uns darüber, dass unsere Aktion so gut angekommen ist und sind mit dem Lernzentrum im direkten Austausch. Grundsätzlich behandeln wir derlei Gespräche aber vertraulich.“

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