Trifft nach Belieben: BVB-Stürmer Erling Haaland. © imago / Team 2
Borussia Dortmund

Künstler, Kämpfer, Quotenkiller – der BVB läuft allmählich heiß

Eine stabile Defensive, Rotation ohne Qualitätsverlust und ein Stürmer, bei dem man mit dem Torezählen kaum hinterherkommt. Borussia Dortmund läuft allmählich heiß.

Mit seiner schmunzelnd angelegten Replik eröffnete Lucien Favre einen tiefen Einblick in das aktuell bestens temperierte Betriebsklima bei Borussia Dortmund. Am Wochenende, beim 5:2 in Berlin, musste er bei seinem Torjäger Erling Haaland noch einmal genau nachfragen, ob er denn jetzt drei oder vier Tore erzielt habe. Am Dienstagabend, nach der Auswechslung des Norwegers beim 3:0 gegen Brügge, hielt der Trainer seinem Quotenkiller demonstrativ zwei Finger entgegen. Und lachte.

BVB-Dribbler Sancho: „Erling ist ein fantastischer Spieler“

Man bekommt schon Probleme, um bei Haalands Torserie mit dem Zählen hinterherzukommen. „Mit Erling haben wir einen überragenden Mann da vorne drin“, lobte Torhüter Roman Bürki vom anderen Ende des Spielfelds. „Erling ist ein fantastischer Spieler. Es macht Spaß, ihm Vorlagen zu geben“, sagte der wiedererstarkte Jadon Sancho.

Dank der überzeugenden Mannschaftsleistung und des überragenden Stürmers, der neun Tore in den jüngsten vier Partien erzielte, steht Borussia Dortmund nach drei Siegen ohne Gegentor in der Champions League bereits mit einem Bein im Achtelfinale. Ein Punkt gegen Lazio am kommenden Mittwoch würde das Weiterkommen sichern, ein Sieg sogar den Gruppensieg. Teil eins der übergeordneten Aufgabenliste für Trainer Favre und sein Team wäre mit dem Überwintern im europäischen Klubwettbewerb frühzeitig abgehakt. Das schafft Raum für mehr.

Borussia Dortmund bleibt in neun von 13 Partien ohne Gegentor

„Wir können noch einiges erreichen mit dieser Mannschaft“, sagte Sebastian Kehl, der Leiter der Lizenzspielerabteilung kündigt an: „Wir wollen jetzt einen richtigen Lauf aufnehmen.“ Mit den guten Ergebnissen ist die Grundlage dazu gelegt, jeder Sieg befeuert die gute Laune. Aus der übergeordneten Perspektive: In 13 Partien blieb der BVB neunmal ohne Gegentor und erzielte 34 eigene Treffer. „Das ist schon gut“, sagt Favre über die Defensivleistungen, „und dass wir viele Tore machen, das ist noch schöner für uns.“ Er wäre nicht er selbst, wenn er nicht aufkommende Euphorie gleich versachlichen würde. „Wir müssen auch noch Fortschritte machen. Aber wir sind momentan ganz okay.“

Für den Aufschwung gibt es viele Gründe. Die gelingende Rotation gehört dazu, der BVB kann ohne großen Qualitätsverlust wechseln. Und mehr denn je in den vergangenen Jahren scheint die Blickrichtung in der Mannschaft zu stimmen. Ein Beispiel nannte Teamchef Mats Hummels mit Blick auf Jadon Sancho: „Für Spieler, die gern zaubern, ist es wichtig, dass sie verstehen, dass sie noch stärker werden, umso besser die Mannschaft ist.“ Das ergebe so eine Wechselwirkung. „Wenn die anderen sehen, dass die Künstler auf dem Platz arbeiten, dann springt der Funke über, und alle geben Gas.“ Um im Wortbild zu bleiben: Borussia Dortmund läuft allmählich heiß.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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