Borussia Dortmund

Heftige Diskussionen um BVB-Siegtreffer – Baumgart zählt Schiedsrichter an

Paderborn liefert dem BVB einen großen Pokalfight - und scheidet doch aus. Heftige Diskussionen entbrennen um Dortmunds Siegtreffer. SCP-Trainer Baumgart gibt ein bemerkenswertes Interview.
Paderborn-Trainer Steffen Baumgart übte nach dem Pokalspiel in Dortmund massive Kritik an Schiedsrichter Tobias Stieler. © dpa

In den Mittelpunkt eines denkwürdigen Pokalabends rückte nach dramatischen 120 Minuten Schiedsrichter Tobias Stieler. Der Referee aus Hamburg gab nach fast siebenminütiger Begutachtung der Fernsehbilder im Kölner Keller den Dortmunder 3:2-Siegtreffer von Erling Haaland, obwohl der Norweger beim Pass von Thomas Delaney wohl hauchdünn im Abseits gestanden hatte. Stieler eilte nach seiner Entscheidung noch an die Seitenlinie und erklärte Gäste-Trainer Steffen Baumgart seine Wahrnehmung der Szene, der Paderborner war auch Minuten nach dem Abpfiff außer sich und ging mit dem Unparteiischen hart ins Gericht.

Paderborn-Trainer Baumgart: „Dann machen wir uns zum Affen“

Knackpunkt in der Situation, so die Erklärung Stielers an Baumgart, sei die Grätsche des Paderborners Ingelsson beim Pass von Delaney gewesen. Stieler und sein Assistent an der Seite der Trainerbänke hätten eine Berührung des Balles und eine Veränderung der Flugrichtung erkannt, die die Abseitsposition Haalands damit aufgehoben hätte. Baumgart nannte das in der ARD (auch Ruhr24.de berichtet) „eine absolute Frechheit. Da war keine Berührung, da war keine Veränderung des Balles.“

Besonders erboste den Trainer des Zweitligisten die Tatsache, dass Stieler, anders als bei der Begutachtung der Situation, die in der Nachspielzeit zum Elfmeter für Paderborn führte, diesmal nicht an den Fernsehmonitor ging, um sich die Szene persönlich anzuschauen. „Das erwarte ich von ihm. Wir stehen da sieben Minuten und frieren uns den Arsch ab. Wozu haben wir die Fernsehbilder?“ Er sei sicher, so Baumgart, „dass Köln klar gesagt hat, Abseits. Da dann nicht rauszugehen, ist lächerlich. Dann machen wir uns zum Affen, dann müssen wir uns nicht wundern, wenn wir jeden Tag Diskussionen über den Videoschiedsrichter haben. Da geht es für uns um zwei Millionen, wir sind schließlich keine Aktiengesellschaft.“

BVB gegen Paderborn: Sieben Wiederholungen und 48 Perspektiven

Nur wenige der vielen Kameraeinstellungen gaben Aufschluss über die Szene. Während in Köln fieberhaft geschaut und nach der richtigen Perspektive gesucht wurde, herrschte an der Seitenlinie bei Trainern, Ersatzspielern und Funktionären Ratlosigkeit. Es habe zwischenzeitlich immer wieder unterschiedliche Aussagen gegeben, erklärte BVB-Trainer Edin Terzic. „Das hieß es dann erst Abseits, zehn Sekunden später hieß es kein Abseits.“ Er selbst habe die Szene nicht bewerten können. „Wenn die bei siebenfacher Wiederholung und 48 Perspektiven so lange brauchen, um eine Entscheidung zu fällen, wie sollen wir das an der Seitenlinie erkennen?“

Baumgart diskutierte auch noch nach den Fernsehinterviews heftig mit seinem Co-Trainer auf dem Rasen und war untröstlich. Freuen konnte sich allerdings auch der Sieger nicht. „Wir sind eine Runde weiter, das ist das Wichtigste. Dass wir uns das nach der frühen Führung weniger hektisch vorgestellt hatten, ist klar“, meinte Terzic.

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