Champions League

Haaland-Show mit Happy End! BVB erlebt denkwürdigen Abend gegen Sevilla

Der BVB zieht zum ersten Mal seit 2017 ins Viertelfinale der Champions League ein - trotz einer historisch schlechten Statistik. Die Haaland-Show geht auch beim 2:2 gegen Sevilla weiter.
Geschafft! Der BVB steht im Viertelfinale der Champions League. © dpa

Es sei erst die Hälfte gespielt, hatte Edin Terzic vor dem Rückspiel im Achtelfinale der Champions League gesagt. „Wir sind uns sicher, dass Sevilla ein anderes Gesicht zeigen wird“, meinte der BVB-Trainer. „Wenn Sevilla bereit ist, eine bessere Leistung zu bringen, müssen wir auch bereit sein, eine bessere Leistung als in Sevilla zu bringen.“

Von der Ursprungsidee des BVB bleibt gegen Sevilla nicht viel übrig

Marco Reus hatte sich ganz ähnlich geäußert. Sevilla sei freilich gezwungen zu gewinnen, erklärte der Dortmunder Kapitän. Das ändere allerdings nichts an der Herangehensweise des BVB. „Wir erwarten von uns, dass wir genauso auftreten wie in Sevilla – mit gesunder Aggressivität. Wir wollen auch das Rückspiel gewinnen.“

Der Plan war also klar umrissen: Borussia Dortmund wollte, dieses Mal wieder im 4-3-3-System und mit Mateu Morey und Jude Bellingham für Thomas Meunier und Dan-Axel Zagadou im Vergleich zum München-Spiel, trotz des 3:2-Erfolgs im Hinspiel selbst den Takt vorgeben im Signal Iduna Park.

Der BVB verteidigt leidenschaftlich gegen Sevilla

Doch von der Ursprungsidee blieb zu Beginn der Partie nicht sonderlich viel übrig. Die Gäste aus Andalusien übernahmen vom Anpfiff weg die Kontrolle über das Spielgeschehen. Nach nicht einmal drei Minuten prüfte Lucas Ocampos aus der Distanz Marwin Hitz im Dortmunder Tor, weil Emre Can ihm den Ball leichtfertig in die Füße gespielt hatte. Und der FC Sevilla ließ den Fuß auf dem Gaspedal. Drei Ecken und 70 Prozent Ballbesitz für den Tabellenvierten der spanischen La Liga spiegelten die Kräfteverhältnisse in der Anfangsphase treffend wider.

Die BVB-Defensive um Abwehrchef Mats Hummels hatte mehr Arbeit, als ihr lieb war, hielt den Angriffsbemühungen der Gäste aber stand, weil Schwarzgelb nicht immer souverän, aber zu jeder Zeit leidenschaftlich verteidigte. Suso schoss aus aussichtsreicher Position knapp rechts an Hitz‘ Tor vorbei (18. Minute), wirklich torgefährlich wurde der FC Sevilla ansonsten aber nicht.

Haalands Treffer sorgt für Erleichterung beim BVB

Nach einer guten halben Stunde versuchten die Gäste, die Schlagzahl in der Offensive noch einmal zu erhöhen, doch das Tor fiel auf der anderen Seite und sorgte für Erleichterung im Lager des BVB. Thomas Delaney und Nico Schulz eroberten gemeinsam den Ball, Mahmoud Dahoud steckte wunderbar durch zu Reus, der in der Mitte Erling Haaland bediente – 1:0 für Borussia Dortmund (35.).

Fotostrecke

Champions League, Achtelfinale: BVB – FC Sevilla 2:2 (1:0)

Der BVB war nach Haalands neuntem Tor der laufenden Champions-League-Spielzeit klar auf Viertelfinal-Kurs, und es kam, wenn auch auf kuriose Art und Weise, noch besser für die Westfalen.

Haaland trifft im dritten Versuch zum 2:0 für den BVB

Denn nach der Halbzeit schlug die Stunde des Video-Schiedsrichters Massimiliano Irrati. Zunächst hatte Haaland vermeintlich auf 2:0 für Borussia Dortmund gestellt (48.), doch der Schiedsrichter Cüneyt Cakir gab den Treffer nach Studium der Bilder nicht, weil Haaland gegen Fernando bei der Entstehung des Tores geschoben hatte. Dafür zeigte Cakir auf den Elfmeterpunkt, weil Jules Kounde eine Minute zuvor im Strafraum gegen Haaland gezogen hatte. Aber damit nicht genug: Den ersten Elfmeter Haalands parierte Bono, allerdings regelwidrig, weil er sich zu früh von der Torlinie wegbewegte. Haaland durfte also zur Wiederholung antreten, der zweite Versuch saß – und das 2:0 des BVB fiel letztendlich sechs Minuten später, als es zum ersten Mal gefallen war, nämlich in Minute 54.

Damit war eigentlich alles klar. Die Borussia hatte den ersten Viertelfinal-Einzug seit 2017 in der Königsklasse klar vor Augen. Sevilla benötigte drei Tore. Eins erzielten die Andalusier, ebenfalls vom Elfmeterpunkt, weil Can im Dortmunder Strafraum Luuk de Jong zu plump umschubste. Youssef En-Nesyri verwandelte trocken vom Punkt (69.).

BVB mit nur 31 Prozent Ballbesitz im eigenen Stadion

Kurz vor Schluss wurde es noch einmal richtig hektisch. Als En-Nesyri in der sechs Minuten langen Nachspielzeit zum 2:2 traf, fürchtete der BVB ein falsches Malaga-Erlebnis. Doch das Remis hielt – trotz einer historisch schlechten Statistik von 31 Prozent eigenem Ballbesitz. Ab dem 6. April wartet die Runde der besten acht Teams in Europa auf den BVB.

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