Trifft und trifft und trifft: BVB-Stürmer Erling Haaland. © imago / Eibner
Einzelkritik

Haaland eindrucksvoll – Hummels und Reus geben BVB-Richtung in Leipzig vor

Borussia Dortmund meldet sich nach zähen Wochen eindrucksvoll zurück. Haaland macht beim 3:1 in Leipzig den Unterschied, Hummels und Reus geben die BVB-Richtung vor. Die Einzelkritik.

Roman Bürki: Fast beschäftigungslos vor der Halbzeit, obwohl RB Leipzig den BVB mitunter weit in die eigene Hälfte drängte. Aufs Tor kam trotzdem so gut wie nichts. Nach einer Viertelstunde mit einer Faust gegen Angelinos Flanke zur Stelle. Poulsens Kopfball (25. Minute) war keine ernsthafte Prüfung für den Schweizer. Bei Olmos Schuss an den Pfosten blieb Bürki nur das Prinzip Hoffnung (67.), beim 1:3 rettete er erst stark gegen Sörloth, beim Nachschuss war er chancenlos. Note: 2,5

Thomas Meunier: Die Zahlen zur Halbzeit lasen sich gruselig: nur 25 Prozent gewonnene Zweikämpfe, nur 56 Prozent angekommene Pässe. Dennoch gut auf dem Posten gegen Angelino (6. und 19.). Beim ersten strukturierten BVB-Angriff geriet seine flache Hereingabe von der rechten Seite zu harmlos und durchschaubar (31.). Nach der Pause steigerte er sich deutlich. Defensiv hatte Meunier vieles im Griff, offensiv wurde er auffälliger. Gute Hereingabe auf Reus (77.), schöne Flanke auf Guerreiro (90.+1). Note: 3,0

Manuel Akanji: Leistete sich im Spielaufbau vor der Pause die eine oder andere Ungenauigkeit zu viel, verteidigte im Rückwärtsgang dafür allerdings eine Menge weg. Nach 26 Minuten stand er im Dortmunder Strafraum goldrichtig und löschte bei Adams scharfer Hereingabe in höchster Not. In Durchgang zwei ließ er an Hummels‘ Seite bis auf das späte 1:3 nichts anbrennen. Note: 2,0

Mats Hummels: Schwerstarbeit für den BVB-Abwehrchef! Hummels hatte alle Hände und Füße voll zu tun gegen aggressive und mutige Leipziger. Der 32-Jährige behielt meistens die Oberhand und fing kurz vor dem Halbzeitpfiff Poulsens Querpass ab, als es mal brannte im Dortmunder Strafraum. Im Spielaufbau bekam er das hohe RB-Pressing zu spüren – und leistete sich mehr Fehlpässe als sonst. Im zweiten Durchgang schob er die Viererkette deutlich höher raus. Sein Ärger über das späte 1:3 dürfte Terzic wohlwollend zur Kenntnis genommen haben. Hummels gab die Richtung vor beim in Hälfte zwei starken BVB. Note: 1,5

Raphael Guerreiro: Der Portugiese benötigte Zeit, um ins Spiel zu finden. Nach einer Viertelstunde verlor er den Ball und lamentierte wie ein eingeschnappter Schuljunge. Danach wurde es besser. Guerreiro nahm den Kampf an, hatte defensiv allerdings so viel Abwehrarbeit zu verrichten, dass Offensivaktionen Seltenheitswert hatten. Nach der Pause wurde er vorne auffälliger, ließ sich hinten vor Olmos Pfostentreffer allerdings zu einfach austanzen. Note: 3,0

Axel Witsel: Der Belgier verletzte sich nach 28 Minuten an der Achillessehne, als er unglücklich im Rasen hängen blieb. Es ging nicht weiter für ihn, Can ersetzte ihn im defensiven Mittelfeld. ohne Note

Thomas Delaney: Der Däne rackerte im Mittelfeld, ging keinem Zweikampf aus dem Weg und spulte Kilometer um Kilometer ab. Spielerisch wählte er selten die feine Klinge, was den einen oder anderen Ballverlust zu viel zur Folge hatte. Als Abfangjäger vor der Abwehr allerdings unheimlich wichtig für die Balance des Dortmunder Spiels. Nach 69 Minuten musste er runter – und machte Platz für Dan-Axel Zagadou. Note: 2,5

Jadon Sancho: Auf das Tor gegen Wolfsburg folgte der nächste Treffer in Leipzig. Als Reus den Ball mit der Hacke wunderbar servierte, blieb der junge Engländer frei vor Gulacsi eiskalt und traf trocken zur Dortmunder Führung (55.). Zehn Minuten später spielte er den Ball in Haalands Lauf – die Latte verhinderte das 2:0 für den BVB. Seine perfekte Flanke nach 71 Minuten bereitete dann aber doch das 2:0 vor. Ein weiterer Schritt zurück zur Topform! Note: 2,0

Marco Reus: Vor der Pause hatte der Kapitän wie die gesamte BVB-Offensive fast nichts zu melden. Ein guter Laufweg in die Tiefe und ein abgefangener Querpass, viel mehr war nicht. Nach der Pause aber zeigte auch Reus ein ganz anderes Gesicht. Erst prüfte er Gulacsi aus spitzem Winkel (48.), dann spielte er perfekt Doppelpass mit Haaland und bereitete Sanchos Führungstreffer wunderbar vor (55.). Mit guten ersten Kontakten bekam er das Dortmunder Spiel immer wieder beschleunigt. Nach 77 Minuten hatte er das 3:0 auf dem Fuß, sein Schuss wurde allerdings abgeblockt. Unter dem Strich blieb die Erkenntnis, dass Reus dieses Mal mit Leistung vorwegging – und sein Pass vor Haalands 3:0 war das Sahnehäubchen auf einen starken Auftritt. „Heute war es ein deutlicher Schritt nach vorne“, sagte Marco Reus nach dem Sieg gegen Leipzig. Note: 1,5

Giovanni Reyna: War sich defensiv für keinen Weg zu schade, blieb offensiv allerdings unauffälliger als seine Kollegen aus der Abteilung Attacke. Doch der junge US-Amerikaner leistete seinen Teil, war griffig im Pressing, auch wenn die Glanzpunkte andere setzten. Note: 3,0

Erling Haaland: Der Norweger erbrachte eindrucksvoll den Beweis, dass es bei Stürmern nicht auf die Anzahl der Ballkontakte ankommt, sondern auf die Qualität. Der Anstoß zu Durchgang zwei war erst Haalands sechste Ballberührung der Partie, in Hälfte eins war er komplett abgemeldet. Mit seiner achten Ballaktion leitete er das 1:0 des BVB perfekt ein (55.), danach belohnte er die starke zweite Hälfte des BVB mit seinen Treffern zum 2:0 (71.) und 3:0 (84.). Nur Gulacsis Reflex und der Querbalken verhinderten einen Dreierpack (65.). Note: 1,5

Emre Can: Ersetzte Witsel nach einer knappen halben Stunde, es schadete dem BVB-Spiel nicht – eher im Gegenteil. Cans Leidenschaft tat Borussia Dortmund gut. Kurz nach der Pause verpasste er per Kopf nach Sanchos Ecke das 1:0, danach marschierte er immer wieder mutig durchs Mittelfeld. Es klappte nicht alles, aber Can nutzte seine Chance, sich wieder für Terzics erste Elf zu empfehlen. Note: 2,5

Dan-Axel Zagadou (69. für Delaney), Julian Brandt (85. für Reus) und Steffen Tigges (85. für Sancho) kamen spät ins Spiel und bleiben ohne Note.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Tobias Jöhren, Jahrgang 1986, hat an der Deutschen Sporthochschule in Köln studiert. Seit 2013 ist er Mitglied der Sportredaktion von Lensing Media – und findet trotz seines Berufes, dass Fußball nur die schönste Nebensache der Welt ist.
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Tobias Jöhren

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