BVB-Youngster Gio Reyna (r.). © Christopher Neundorf/Kirchner-Media/pool
Borussia Dortmund

Gio Reyna im Formtief: Worauf es beim BVB-Youngster jetzt ankommt

Gio Reyna durchläuft bei Borussia Dortmund sein erstes kleines Tief. Völlig normal bei einem jungen Spieler, findet Sebastian Kehl. Er hat einen Tipp für den BVB-Youngster.

In den letzten 14 Tagen ist es ein wenig ruhig geworden um Borussia Dortmunds zweitjüngsten Spieler im Kader. Gio Reyna verpasste wegen eines Infekts die Partie gegen Mainz, er durfte in der Englischen Woche in Leverkusen (16 Minuten) und in Gladbach (19) jeweils nur kurz ran, bevor er am vergangenen Samstag gegen Augsburg mal wieder durchspielte – ohne dabei groß aufzufallen. Der Einsatz am Dienstag im Pokal verlängerte sich nur wegen der Extraspielzeit auf 55 Minuten. Reyna, seit November 18 Jahre jung, wird vom Dortmunder Trainer Edin Terzic derzeit ein wenig aus dem Geschehen genommen, der so ballgewandte und torgefährliche US-Amerikaner durchläuft ein kleines mentales und körperliches Tief.

Kehl über BVB-Youngster Reyna: „Er hat momentan ein wenig den Schwung verloren“

„Er hat momentan ein wenig den Schwung verloren“, bestätigt Lizenzspieler-Chef Sebastian Kehl im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. Das ist auch deshalb so auffällig, weil Reyna ansonsten sehr oft auffällt. „Total normal“, findet Kehl, sei es, wenn ein junger Spieler nicht so konstant agiert wie ein älterer und erfahrener, „in diesem Alter sind Schwankungen normal und gehören dazu.“

Für den BVB ist das deshalb keine gute Nachricht, weil die Auswahl im offensiven Bereich für Trainer Terzic durch die Verletzung von Thorgan Hazard ohnehin eingeschränkt ist. Reyna darf sich mit bereits 28 Pflichtspielen zu den absoluten Stammkräften zählen, er verpasste lediglich die Partie vor zwei Wochen gegen Mainz. In zehn dieser 28 Pflichtspiele stand er die vollen 90 Minuten auf dem Feld, nur fünf Feldspieler der Borussia weisen in der Bundesliga mehr Einsatzminuten auf.

Gio Reyna durchläuft beim BVB aktuell eine schwierige Phase

Auch das Pokalspiel gegen Paderborn stand allerdings sinnbildlich für die momentan schwierige Phase, die der Youngster durchmacht. Bei allem Bemühen und seiner Bereitschaft, defensive Arbeit zu leisten und sich so Positiverlebnisse und Sicherheit zu holen, braucht Borussia Dortmund von seinem Nachwuchs-Juwel vor allem die überraschenden Offensivaktionen. 2021 ist Gio Reyna noch ohne Torbeteiligung, dabei gehörte er gerade in der Anfangsphase der Saison zu den auffälligsten Erscheinungen in dieser Mannschaft und füllte sein vor der Saison abgegebenes Versprechen, „mehr zu spielen, öfter zu treffen und Tore vorzubereiten“, mit reichlich Leben.

In 18 Bundesligaspielen in dieser Saison erzielte Gio Reyna für den BVB drei Tore und bereitete fünf weitere Treffer vor. 82 Prozent seiner Pässe sind angekommen.
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Auch Kehl stellt diese Phase als Beispiel und Ansporn für Reyna, schnell zur alten Präsenz zurückzukehren, heraus. „Er hat im Oktober und November viele richtig gute Spiele für uns gemacht“, meint der 40-Jährige. „Daran muss er sich erinnern. Es ist ein normaler Prozess, durch den er gerade durchmuss. Er muss einfach dranbleiben.“

Bei BVB-Youngster Reyna könnte schon bald wieder der kleine Knoten platzen

Vielleicht platzt ja am Samstag in Freiburg der kleine Knoten, der bei Gio Reyna momentan zwischen Spielfluss und Leichtigkeit steht. Das Hinspiel in Dortmund war eins seiner besten Saisonspiele, als er beim 4:0 die ersten drei Dortmunder Treffer (2x Haaland, Emre Can) vorbereitete.

Seinerzeit agierte der BVB in einem 3-4-2-1-System, in dem Reyna neben Marco Reus aus einer deutlich zentralen Rolle heraus agierte. Es ist kein Geheimnis, dass der 18-Jährige sich im Zentrum am wohlsten fühlt, das auch von Terzic zuletzt bevorzugte 4-2-3-1 drückte ihn automatisch auf die Außenbahn. Der Platz in der Mitte blieb Marco Reus vorbehalten.

BVB ruft noch nicht zum Konkurrenzkampf zwischen Reyna und Reus auf

Einen offenen Zweikampf auszurufen zwischen dem Kapitän und einem seiner potenziellen Nachfolger hat Terzic bislang vermieden, obwohl auch Reus um Konstanz in seinen Leistungen ringt und weit von seiner Bestform entfernt ist. Das Thema könnte allerdings neu auf die Tagesordnung kommen, wenn in absehbarer Zeit Hazard in den Kader zurückkommt und seinen Platz auf der linken Seite einnehmen sollte. Bis dahin muss Gio Reyna wieder in die Spur kommen. Er selbst hofft am meisten, dass die kleine Durststrecke so bald wie möglich endet. Vielleicht ja schon am Samstag.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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