Sieger im Rotations-Poker: BVB-Trainer Lucien Favre. © imago / Avanti
Kommentar

Frisch und motiviert: BVB-Trainer Favre gewinnt den Rotations-Poker

Mit großer Rotation hoch gepokert und verdient gewonnen. Der BVB-Sieg in Hoffenheim kann mehr als drei Punkte wert sein, vor allem für Trainer Lucien Favre. Jürgen Koers kommentiert.

Mit dem Schlusspfiff gingen die Fäuste in die Luft, manche Borussen klopften sich symbolträchtig auf die Brust, die Jubelschreie, gepaart mit Erleichterung, waren weit vernehmbar. Reichlich erlöst stapfte auch Trainer Lucien Favre auf den Rasen, bedankte sich klatschend bei den Spielern. Seine Wette, auch mit großer Rotation zum erhofften Auswärtssieg zu kommen, war aufgegangen beim 1:0-Sieg in Hoffenheim.

Haaland, Reus, Guerreiro, Bellingham, Bürki – auf die Reservebank verbannte der Schweizer zu Beginn jede Menge Stars. Dass die Einwechselspieler in der Schlussphase einer umkämpften Partie den Unterschied ausmachten, feierten die Borussen zurecht als Coup. Wer so viel Qualität nachschieben kann, darf sich glücklich schätzen. Favre hatte alles richtig gemacht.

Dass sich die Breite im Kader schon jetzt auszahlt mit drei Punkten in Hoffenheim und – Ausnahme: Augsburg – einem sehr vernünftigen Saisonstart, macht den Schwarzgelben Mut. Mehr Spieler mit Praxisanteilen zu versehen, verteilt die Belastung und reduziert den Frust. Gemeinsam erarbeiteten Erfolgserlebnisse schaffen so Verständnis für die Rotation. Durch die gesparten Minuten haben Jungs wie Haaland, Reus und Co. für die anstehenden Englischen Wochen immer noch Körner im Tank, am Dienstag in Rom könnten sie 90 Minuten Vollgas geben, während andere mit Blick auf das Derby am nächsten Samstag Kräfte sparen können. So bleiben alle Spieler frisch und motiviert, so kann Favre seine angedachten Wechselspielchen etablieren. Teil eins des Plans ist aufgegangen. Wette gewonnen, Lucien Favre!

BVB-Kader mit Klasse und Kampfkraft

Nicht zu verkennen: Neben der luxuriösen Breite im Kader warfen die Borussen bei der TSG endlich auch physisch alles in die Waagschale. Der BVB bewies absolute Wehrhaftigkeit und ließ sich vom aggressiven, robusten Gegner diesmal nicht den Schneid abkaufen.

Selbst unglückliche Umstände wie den Ausfall von Lukasz Piszczek steckten die Borussen weg. So langte es in einer Partie, die lange auf der Kippe stand, zu einem verdienten Auswärtssieg, der sogar höher hätte ausfallen können.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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