Blitz-Comeback nach 159 Tagen: Axel Witsel (r.) bedankt sich bei Physiotherapeut Lieven Maesschalck. © imago images/Belga
Borussia Dortmund

„Es ist unglaublich“: BVB-Stratege Witsel gibt EM-Comeback nach nur 159 Tagen

Axel Witsel steht nur 159 Tage nach seinem Achillessehnenriss wieder auf dem Rasen. Beim EM-Spiel der Belgier gegen Dänemark gibt der BVB-Stratege sein Comeback. Es ist der Lohn für harte Arbeit.

159 Tage nach seinem Achillessehnenriss hat BVB-Star Axel Witsel sein Comeback gefeiert. Beim 2:1-Sieg der belgischen Nationalmannschaft im EM-Spiel in Dänemark wurde der Mittelfeldspieler nach 59 Minuten eingewechselt. Ein Wunder? Nein, sagen die Mediziner, die ihn betreut haben.

BVB-Spieler Axel Witsel mietet sich eine Wohnung in Antwerpen

„Die Motivation, die er in seine Rehabilitation gesteckt hat, war entscheidend“, sagte Lieven Maesschalck. Der Physiotherapeut der „Roten Teufel“ hat Witsel seit Anfang des Jahres intensiv betreut. „Ohne diese spezielle Motivation hätte er nicht das erreichen können, was er geschafft hat. Er hat den Unterschied gemacht. Es ist unglaublich, was er getan hat.“ Das Risiko eines Rückfalls sei „wirklich minimal“ erklärte der versierte Physiotherapeut.

Als Witsel ohne Gegnereinwirkung im Bundesliga-Spiel des BVB bei RB Leipzig am 9. Januar zu Boden ging und die Diagnose „Achillessehnenriss“ gestellt wurde, war die Klubsaison gelaufen. Doch die Europameisterschaft hatte der 32-Jährige die ganze Zeit im Blick. Ein Wunder sei die schnelle Genesung nicht, sagte Belgiens Mannschaftsarzt Dr. Geert Declerq. „Natürlich ist es schön, die gesteckten Ziele zu erreichen. Wir wussten von Anfang an, dass es möglich ist. Alles musste glatt laufen. Wir haben das Wissen, aber das Verdienst geht an Axel. Er hat sich eine Wohnung genommen in Antwerpen, um seine Ruhe zu maximieren in den Pausen zwischen den Reha-Sitzungen. Das sagt viel über seinen Ehrgeiz aus.“

Das Witsel-Comeback: Enger Austausch mit Borussia Dortmund

Stück für Stück arbeitete sich Witsel wieder an die „return to competition“ genannte Freigabe für Einsätze heran. Nach der fixen Operation wenige Tage nach der Verletzung wurde der Gips entfernt, mit Physiotherapie und Athletiktraining wurde er auf die Rückkehr auf den Fußballplatz vorbereitet. Dann Lauftraining, Übungen mit dem Ball – und jetzt steht der Lockenkopf, ein zentraler Spieler des Weltranglistenersten, wieder zur Verfügung. „Warum warten?“, fragten die belgischen Mediziner. „Die Tests sind gut. Wir empfehlen eine schrittweise Integration und aufgrund seiner Vergangenheit wissen wir, dass diese Integration schnell gehen kann.“

Während der gesamten Aufbauzeit hielten Borussia Dortmund und die Belgier engen Kontakt. „Es gibt eine sehr gute Kommunikation, einen sehr guten Austausch und wir waren uns in allem einig“, heißt es. Weder sei auf die Rückkehr gedrängt worden von Spielerseite noch auf eine längere Reha vom Klub. Leclerq sagte: „Wir haben von Anfang an ohne Druck gearbeitet.“ Die grundsätzliche Entscheidung, Axel spielen zu lassen, sei in Absprache mit dem BVB getroffen worden, die endgültige Entscheidung lag damit in den Händen des Trainers. Nach 59 Minuten im zweiten EM-Spiel war es dann soweit. „Wir haben uns riesig für ihn gefreut und sind froh, dass er gesund ist“, sagte BVB-Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten und ergänzte: „Wir standen in Kontakt zu ihm und waren über alles informiert. Dass er direkt wieder gespielt hat, zeigt auch, welchen Stellenwert er im belgischen Team hat.“

Witsels Vater Thierry stimmt den größten Jubel an

Den größten Jubel stimmte Witsels Vater Thierry an. „Am Donnerstag werden elf Millionen Belgier an Wunder glauben“, meinte er vorab bei RBTF. „Anfangs wurde erwartet, dass Axel gegen Finnland etwas Spielzeit bekommen würde. Aber im Training läuft es so gut, dass der Trainer Axels Rückkehr vorwegnehmen wollte. Wenn er am Donnerstag wieder eingesetzt wird, liegt das natürlich nicht daran, dass die Mannschaft ihn braucht, um die Dänen zu schlagen, sondern weil Axel vor allem Spielzeit braucht, um wieder in die Spur zu kommen. Im Achtel- oder Viertelfinale kann er der Mannschaft wirklich nützlich sein.“

Über den Autor
BVB-Redaktion
Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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