Champions League

Diskussionen um Pfiff gegen BVB-Youngster Bellingham: Foul oder kein Foul?

Schiedsrichter Ovidiu Hategan sorgt beim Champions-League-Spiel des BVB gegen Manchester City für Diskussionen. Besonders im Fokus: ein angebliches Foul von Jude Bellingham.
Die Szene, die für Aufsehen sorgte: Jude Bellingham soll Citys Torhüter Ederson gefoult haben. © AFP

Foul oder nicht Foul? Das ist die Frage, die nach dem Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League zwischen Manchester City und Borussia Dortmund (2:1) die Fußballwelt beschäftigt. Gleich in zwei Situationen sorgten die Entscheidungen des rumänischen Schiedsrichters Ovidiu Hategan für Diskussionen.

Trifft BVB-Profi Bellingham Cities Ederson oder wird er getroffen?

Es ist die 37. Spielminute: Der Dortmunder Jude Bellingham (auch Ruhr24.de berichtet) wird von Raphael Guerreiro geschickt, Manchesters Torwart Ederson nimmt den Ball kurz vor dem Strafraum an und will ihn wegschlagen. Bellingham sprintet dazwischen, bevor der Torhüter den Ball wegschießen kann, und spitzelt ihn weg. Ein Pfiff ertönt, bevor der Borusse alleine aufs leere Tor zulaufen kann.

Dortmund hätte mit dieser Aktion zum 1:1 ausgeglichen. Stattdessen entschied der Schiedsrichter auf Foul. Was besonders für Diskussionen sorgte, war die Entscheidung, die Situation nicht weiterlaufen zu lassen, um sie sich anschließend nochmal einmal in Ruhe angucken zu können. Denn: Bellingham trifft nicht Ederson, stattdessen wird eher der Dortmunder getroffen. Die Schiedsrichter-Experten „Collinas Erben“ meinten bei Twitter: Es war eine richtige Entscheidung – zumindest das Spiel direkt zu unterbrechen.

Laut „Collinas Erben“ hat BVB-Spieler Bellingham nicht gefoult

Über Twitter teilte Alex Feuerherdt, Schiedsrichter-Lehrwart im Fußballkreis Köln und einer der beiden Macher von „Collinas Erben“, mit: „Wenn der Schiedsrichter überzeugt ist, dass ein Foulspiel vorliegt, pfeift er sofort. Die Anweisung, bis zum Ende des Angriffs abzuwarten, gilt nur für knappe Abseitssituationen.“

Für ein Foul hält Feuerherdt die Aktion von Bellingham allerdings nicht. Seine Begründung: Es sei kein gestrecktes Bein zu erkennen gewesen, sondern „ein regulärer ballorientierter Einsatz von Bellingham ohne Gefährdung des Torwarts“. Es handle sich auch nicht um gefährliches Spiel oder eine „offene Sohle“, da das Bein des BVB-Youngsters nach dem Ballkontakt direkt nach unten gegangen sei.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc: „Wir wurden benachteiligt“

Ein Twitter-User fragte „Collinas Erben“, ob Ederson eine Rote Karte hätte sehen müssen, da er gefoult habe und das vor dem Pfiff passiert gewesen sei. Das wäre, so Feuerherdt, entgegen der Regeln gewesen, da der Torwart keine offensichtliche Torchance verhindert habe und Bellingham in Ballbesitz geblieben sei.

Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc jedenfalls war mit der Entscheidung Hategans keinesfalls einverstanden. „Aus meiner Sicht wurden wir benachteiligt, weil es ein reguläres Tor war. Jude Bellinghams Einsatz zum Ball war keine Gefährdung des City-Torhüters. Damit müssen wir jetzt leben“, sagte er. BVB-Trainer Edin Terzic sah es ähnlich: „Ich hätte mir gewünscht, dass er es einfach laufen lässt und dann entscheidet. Danach geht er zum Bildschirm, guckt sich das an und kann das immer noch wegnehmen.“

City-Coach Pep Guardiola lobt „perfekte“ Schiedsrichter-Leistung

Pep Guardiola bezeichnete die Schiedsrichter-Leistung auf der Pressekonferenz hingegen als „perfekt“, obwohl er zunächst nichts dazu sagen wollte. Dann äußerte sich der Coach von Manchester City aber doch noch: „Bei der Situation war der Fuß ein bisschen höher als erwartet. Der Schiedsrichter hat dieses Mal, nicht wie in der Vergangenheit bereits vorgekommen, keinen Einfluss auf das Spiel genommen. Es war perfekt.“

Und was sagte Bellingham selbst zu der Aktion? „Meiner Meinung nach war ich in der einen Szene auch zuerst am Ball. Wenn der Schiedsrichter da weiterlaufen lässt, kann er das mit dem VAR noch mal checken. Aber gut, so ist Fußball.“

BVB-Profi Can soll Citys Rodri im Gesicht getroffen haben

Die Aktion mit Bellingham in der 37. Minute war nicht die einzige Situation, bei der der Schiedsrichter für Diskussionen sorgte. Fünf Minuten zuvor hatte Ovidiu Hategan Elfmeter für City gegeben, nachdem Emre Can Rodri im Strafraum im Gesicht getroffen haben soll. Allerdings traf ihn nicht Cans Bein, sondern der Ball.

Das sah auch der Rumäne ein, nachdem er sich das „Foul“ noch einmal angesehen hatte – und nahm den Elfmeter zurück. Trotzdem bekam Can eine Gelbe Karte. Die erhielt er aber nicht wegen des vermeintlichen Fouls, sondern wegen Meckerns. Eine solche Entscheidung bleibe auch bei einem Eingriff des Video-Schiedsrichters bestehen, erklärt Feuerherdt.

„Collinas Erben“ plädieren für Gelb und indirekten Freistoß nach Can-Szene

Trotzdem hätte das Spiel seiner Meinung nach anders fortgesetzt werden müssen. „Hategan hat entschieden: Kein Foul, aber auch keine Schwalbe. Daher gab’s den Schiedsrichterball. Gelb und indirekten Freistoß wegen unsportlichen Verhaltens hätte ich allerdings die bessere Entscheidung gefunden“, twitterte er über „Collinas Erben“. Selbst nach dem Schlusspfiff sorgte das Schiedsrichter-Gespann noch für Aufsehen, als Linienrichter Octavian Sovre Dortmunds Erling Haaland um Autogrammen bat und diese auch bekam.

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