Der BVB rutscht nach dem 2:2 gegen Hoffenheim in der Tabelle immer weiter ab. © imago / Uwe Kraft
Borussia Dortmund

Die Unruhe beim BVB wächst: „Wir können auch die Tabelle lesen“

Die Unruhe beim BVB wächst. Während die Konkurrenz konstant punktet, taumelt Dortmund durch die Bundesliga - und steht mit den Spielen gegen Sevilla und Schalke vor einer Woche der Wahrheit.

Im Gefrierschrank Signal Iduna Park passte sich die Stimmung im schwarzgelben Lager den äußeren Umständen an. Borussia Dortmunds Taumeln durch die Bundesliga erfuhr am Samstag eine Fortsetzung und ist längst nicht mehr nur als Ergebniskrise zu betiteln. Das 2:2 gegen die TSG Hoffenheim, das fünfte sieglose Spiel in den vergangenen sechs Liga-Partien, lieferte ausreichend Belege und bedeutete den nächsten Dämpfer für den neuen Trainer Edin Terzic.

Zehn Partien hat der 38-Jährige in der Bundesliga nun zu verantworten, die Bilanz ist mit nur vier Siegen, schon vier Niederlagen und zwei Unentschieden ernüchternd. Am Trainer aber mochte auch am Tag nach der nächsten Enttäuschung keiner der Dortmunder Verantwortlichen die Misere festmachen. Sportdirektor Michael Zorc bekräftigte im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten vielmehr die Job-Garantie für Terzic: „Wenn du eine schwierige Phase hast, wird schnell nach dem Trainer gefragt. So ist das Geschäft. Aber unsere Haltung hat sich nicht geändert“, so Zorc. „Wir gehen davon aus, dass wir mit Edin Terzic den Turnaround schaffen werden.“

BVB-Lizenzspielleiter Kehl: „Wir brauchen Ergebnisse“

Mehr Klarheit geht zunächst einmal nicht, aber das Rumoren rund um den Dortmunder Markt wird auch diese Aussage nicht eindämmen können. Gegen die große Unruhe, meint Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl auf Anfrage, werden am Ende nur positive Resultate helfen. „Wir können auch die Tabelle lesen, wir brauchen Ergebnisse“, so Kehl.

Das Spiel gegen die Kraichgauer, in denen der Borussia auch eine 1:0-Führung durch Jadon Sanchos viertes Saisontor (24.) keine Sicherheit brachte, reihte sich ein in die mittlerweile lange Liste von Partien, in denen der BVB offensiv vieles schuldig blieb, defensiv haarsträubende individuelle Patzer produzierte und am Ende froh sein musste über einen Teilerfolg. Den sicherte Erling Haalands 15. Saisontreffer (81.). Ein weiterer Treffer wurde dem Norweger wegen einer Abseitsstellung von Thomas Delaney zu Recht aberkannt (58.), nach den Gegentoren von Dabbur (31.) und Bebou (51./grober Fehler von Marwin Hitz) waren die Gäste sogar auf Siegeskurs und auch die Mannschaft, die einem Dreier am Ende näher war.

Revierderby zwischen Schalke und Dortmund wird zum Krisengipfel

Tabellarisch macht Dortmund eher Rückschritte, was Spielorganisation und Verteidigen angeht, macht die Mannschaft zumindest keine sichtbaren Fortschritte. Die würden aber kommen, meinte Mats Hummels, der den BVB als Kapitän aufs Feld führte. Unter der Woche seien diese im Training erkennbar. Auch Michael Zorc sieht dort das derzeit gravierndste Problem: „Wir bekommen das, was wir uns im Training erarbeiten, am Wochenende nicht auf den Platz transportiert.“ Dieser Missstand wird auch durch die weiter „viel zu hohe Zahl an individuellen Fehlern“ (Terzic) begünstigt.

Ob der Kurztrip ins knapp 20 Grad warme Sevilla dazu beitragen kann, die Stimmung aufzuhellen, darf bezweifelt werden. Das Spiel gegen den spanischen Tabellenvierten wird den BVB am Mittwochabend sicher deutlich mehr fordern. Und zurück in Deutschland kommt es am Samstag ausgerechnet im Derby auf Schalke zum „Krisengipfel“ der Bundesliga. Kein Wunder, dass es viele Dortmunder bei diesen Aussichten nach dem Abpfiff am Samstag erst Recht fröstelte.

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Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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